Konflikte bei Vattenfall – Warnstreiks der Gewerkschaften

Vattenfall: Nicht mal eine fristgerechte Strompreiserhöhung bekommt das Unternehmen auf die Reihe. Foto: Dirk Seifert
Vattenfall: Warnstreiks und viele Konflikte. Foto: Dirk Seifert

Gestern haben sich bei Vattenfall rund „8.500 Angestellte des Energiekonzerns Vattenfall … nach Gewerkschaftsangaben an mehrstündigen Warnstreiks beteiligt“, schreibt der Focus. Anlass sind die laufenden Tarifverhandlungen, die nicht vorankommen. Zusätzlich hat Vattenfall die Stimmung mächtig angeheizt, nachdem der Konzern angekündigt hat, 1.500 Arbeitsplätze in Deutschland zu streichen.  Siehe auch: “Vattenfall – bald Tschüss und weg?”

Vattenfall steht vor großen Problemen: Schwere finanzielle Einbußen, Gewinn-Rückgänge, eine Debatte beim schwedischen Eigentümer, ob man sich nicht besser aus Deutschland zurückziehen solle und in Berlin und Hamburg betreiben starke Bündnisse die Rekommunalisierung der derzeit noch von Vattenfall betriebenen Energienetze.

Verdi hatte in Berlin zum Warnstreik für sechs Stunden aufgerufen: „Die Beschäftigten legen ihre Arbeit nieder, um sich gegen den Abbau von 1.500 Vollzeitarbeitsstellen zu wehren und sich für den Erhalt der Ausbildungsplätze bis 2020 und Regelung zur unbefristeten Übernahme sowie die Erhöhung der Vergütungen um 6,5 % für die Dauer von 12 Monaten einzusetzen.“

Focus: „Der Konzern hat bislang 2,2 Prozent höhere Einkommen für die kommenden zwölf Monate und weitere 1,6 Prozent für das folgende Jahr angeboten. Das ist den Gewerkschaften IG BCE, Verdi und IG Metall aber zu wenig.“

Über die Warnstreiks vom Dienstag berichtet der Focus weiter: „In Berlin legten über den Tag etwa 3500 Mitarbeiter in der Hauptverwaltung und drei Heizkraftwerken die Arbeit nieder, wie ein Verdi-Sprecher sagte. Gut 3000 Teilnehmer kamen nach Angaben der IG Metall zu einer Kundgebung in Hamburg. An anderen Standorten in Ostdeutschland traten laut IG BCE mehr als 2000 Mitarbeiter in den Ausstand. Vor der Einfahrt ins Kraftwerk Jänschwalde in Brandenburg hielten Beschäftigte vorübergehend einen Kohlezug auf. Andere blockierten ein Werkstor des Kraftwerks Boxberg in Sachsen.“

Heute sollen die Tarifverhandlungen fortgesetzt werden.

Die IG Metall Küster hat gestern die folgende Pressemeldung veröffentlicht:

Warnstreik bei Vattenfall in Hamburg: Über 3000 Beschäftigte demonstrieren gegen massiven Personalabbau und für 6,5 Prozent mehr Geld

Hamburg, 19.3.2013. Mehr als 3000 Vattenfall-Beschäftigte beteiligten sich heute in Hamburg an einem Warnstreik. Sie gingen für ihre Forderungen in den laufenden Tarifverhandlungen und gegen den vom Unternehmen angekündigten Stellenabbau auf die Straße. „Wer mitten in den Verhandlungen über eine Beschäftigungssicherung die Streichung von hunderten Stellen verkündet, muss sich über eine Eskalation des Konflikts nicht wundern“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, auf der Kundgebung vor dem Vattenfall-Verwaltungsgebäude in der City Nord. „Kommen Sie zur Vernunft und lassen Sie uns in den Verhandlungen morgen ein Ergebnis vereinbaren, das für Beschäftigte wie Unternehmen Sicherheit und Verlässlichkeit bedeutet“, forderte Rainer Kruppa, Konzernbetriebsratsvorsitzender von Vattenfall, die Arbeitgeberseite auf.

IG BCE, Ver.di und IG Metall haben sich bei Vattenfall zu einer Tarifgemeinschaft zusammengeschlossen. Die Gewerkschaften fordern den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis 2020, eine Entgelterhöhung von 6,5 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten und die Sicherung der aktuellen Ausbildungszahlen bis 2020 und die  unbefristete Übernahme der Auszubildenden. Zwei Tarifverhandlungen für rund 15.000 Beschäftigte des Vattenfall-Konzerns in Deutschland sind ergebnislos geblieben. Die dritte Tarifverhandlung findet morgen statt.

Ansprechpartner für die Medien:

Ina Morgenroth, IG Metall Region Hamburg,

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