Uran-Konzern URENCO mit neuer Führung

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Atomtransport mit Uran. Ziel und Absender solcher Transporte ist oftmals die Urananreicherungsanlage der URENCO im westfälischen Gronau. Die Anlage dort ist nicht vom Atomausstieg betroffen und beliefert jedes zehnte AKW auf der Welt mit Uran-Brennstoff.

Der Uran-Konzern URENCO, der mit Anreicherungsanlagen in Deutschland, den Niederlanden, England und USA über ein Drittel der Atomkraftwerke auf der Welt mit dem erforderlichen Brennstoff versorgt, hat einen neuen Chef. Stephen Billingham, ehemals Vorstand bei „British Energy“ und dort für die Atommeiler zuständig, wird ab Januar den Posten des Chairmans bei URENCO übernehmen. Billingham ist seit längerem in dem Gremium als einfaches Mitglied vertreten.

Offen bleibt die Nachfolge von Helmut Engelbrecht, der das operative Geschäft leitet und ebenfalls angekündigt hat, das Unternehmen verlassen zu wollen. Die URENCO soll nach dem Willen der Eigentümer RWE/E.on (ein Drittel) sowie der britischen Regierung (ein Drittel) verkauft werden. Die Niederlande (ein Drittel) haben Bedenken.

Billingham übernimmt damit den Vorsitz von Sir John Hood, der vor kurzem angekündigt hatte, die Aufgabe nicht mehr machen zu wollen. Die URENCO hatte diese Personalentscheidung kurz vor Weihnachten mitgeteilt. Berichte, dass der ehemalige Chef des Rüstungskonzerns BAE Systems – Sir Dick Olver – den Posten des Chairmans übernehmen würde, haben sich damit nicht bewahrheitet.

Der Verkauf der URENCO-Urananreicherungsanlagen ist äußerst umstritten, da mit der Technik der Zentrifugen grundsätzlich nicht nur Brennstoff für Atomkraftwerke hergestellt werden kann, sondern auch atomwaffenfähiges Uran. Daher unterliegen die Uran-Fabriken strengen Kontrollen. Dennoch konnte Ende der 70er Jahre ein pakistanischer Spion wichtige Unterlagen über diese Technik stehlen und lieferte damit die Grundlage für die Atomwaffen in Pakistan und anderen Staaten. Auch die iranischen Urananreicherungsanlagen basieren auf der Technik der URENCO und dem Diebstahl.

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