Problem Zwischenlagerung: Eine kleine Korrektur zu einem Bericht in „Das Parlament“

umweltFAIRaendernWas man nicht alles so gefordert haben soll. In der Sommerausgabe der Zeitung „Das Parlament“ wird umfangreich zum Thema Atom/Müll  berichtet. In einem der Texte schreibt Hans-Christoph Neidlein unter dem Titel „Mehr als eine Episode“ über die Probleme bei der Atommüll-Zwischenlagerung mit Blick auf ein bis heute nicht vorhandenes „Endlager“. Dankenswerterweise wird von Neidlein auch auf die laufenden Nachrüstungen bei den Zwischenlagern für hochradioaktive Abfälle hingewiesen. Dabei stützt er sich auf einen Bericht aus diesem Blog. Gut so! Nur leider fasst der Kollege einige Kleinigkeiten etwas kurios zusammen, wenn er mich fälschlich als gegenwärtigen Energiereferenten von Robin Wood vorstellt, umweltFAIRaendern unerwähnt lässt und mir die Forderung nach 3-5 neuen Zwischenlagern in den Mund legt, die ich gar nicht erhoben habe, sondern nur darauf verweise, dass es solche Forderungen gibt.

In dem Text zitiert Kollege Neidlein – ohne dies konkret zu nennen – aus einem im Juli von mir hier verfassten Text: „Hochradioaktiver Atommüll: Zwischenlagerung als problematischer Dauerzustand„. Dort berichte ich nicht nur über die laufenden Sicherheits-Nachrüstungen, sondern auch über eine Debatte über Zwischenlager-Neubauten, die im Umfeld von Entsorgungskommission, Bund-Länder-Gremien und von grünen Umweltministern geführt wird. Dabei verweise ich u.a. auf den möglicherweise erforderlichen Neubau eines Zwischenlagers in Lubmin. Ich fasse das zusammen und schreibe: „Klar ist: Die heute praktizierte Zwischenlagerung hochradioaktiver Castor-Behälter in nur wenig zusätzlichen Schutz bietenden oberirdischen Lagerhallen dürfte ein Auslaufmodell sein.“ Eine Feststellung, keine Forderung.

In der Zeitung „Das Parlament“ liest sich das – ohne die eigentliche Quelle zu nennen und mit der fälschlichen Angabe, dass ich Referent von Robin Wood(*) bin – so: „Nachrüstungen (-) Zwölf dezentrale Zwischenlager für wärmeentwickelnde radioaktive Abfälle an den bestehenden zwölf AKW Standorten gibt es derzeit in Deutschland. Dazu kommen drei zentrale Zwischenlager in Gorleben (Niedersachsen), Ahaus (Nordrhein-Westfalen) und Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern). An diesen bestehenden Standorten laufen nun bereits Nachrüstungen, um einen besseren Schutz vor Terrorgefahren zu gewährleisten. „Die aber haben, weil die Gebäude einstmals nicht als Schutzsystem gedacht war, bauliche Grenzen“, sagt Dirk Seifert, Energiereferent von Robin Wood. Er fordert den Neubau von drei bis fünf neuen und sichereren Zwischenlagern, auch weil sich abzeichne, dass sich ein Endlager erst ab 2080 zur Verfügung stehe. „Die heute praktizierte Zwischenlagerung radioaktiver Castor-Behälter in nur wenig zusätzlich Schutz bietenden oberirdischen Lagerhallen dürfte ein Auslaufmodell sein“, sagt er. Als Modell für ein Zwischenlager-Konzept 2.0 könne nun der Neubau in Lubmin dienen. Wie dies allerdings genau aussehen könnte, ist derzeit noch offen.“

Eine Forderung von mir, diese 3-5 Zwischenlager neu zu bauen, erhebe ich in meinem Original-Text an keiner Stelle.

(*) Ich war von 2007 bis 2014 Energiereferent bei Robin Wood, siehe auch unter Impressum/Kontakt.

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