Fernwärme Hamburg und Energienetzbeirat: Umweltbehörde erklärt Wedel-Ersatz zur Geheimsache

Die Grün geführte Umweltbehörde hat gestern im Energienetzbeirat die Planungen für den Ersatz des maroden Heizkraftwerks Wedel für die Fernwärmeversorgung der Hansestadt zur Geheimsache erklärt und keine weiteren Informationen zum Stand der Prüfung der Szenarien und zur bevorstehenden Investitionsentscheidung gegeben. In der „Aussprache“ fand dies vielfältige Kritik unter den Mitgliedern des Netzbeirats und seines Sprechers Professor Dr. Werner Beba. Der Beirat gilt als Beratungsgremium der Umweltbehörde. Als Minderheitspartner von Vattenfall in der Hamburg Wärme GmbH ist die Umweltbehörde beteiligt, wenn es darum geht, die Investitionen zum Wedel-Ersatz auf den Weg zu bringen. Entscheidungen sollen im Herbst getroffen werden, derzeit läuft eine detaillierte Prüfung.

Für den Anschluss von neuen CO2-armen Anlagen im südlichen Hafenbereich soll eine neue Fernwärmetrasse unter der Elbe über Othmarschen nach Bahrenfeld verlegt werden. Als Folge der Planungen würde das Vattenfall-Kohlekraftwerk Moorburg im südlichen Hafen einen wichtigen Industriekunden mit Wärme versorgen, der bislang an die Müllverbrennungsanlage Rugenberger Damm angeschlossen ist. Vattenfall würde damit den Betrieb des 1600 MW Kohlekraftwerks wirtschaftlich verbessern und die Kraft-Wärme-Kopplung deutlich ausbauen. Das aber ist aus Sicht des BUND und anderer Klimaschützer im Energienetzbeirat nicht sinnvoll. Statt der sogenannten Süd-Variante favorisieren sie eine veränderte Nord-Variante. Dies würde auch dazu führen, das Heizkraftwerk Wedel früher abschalten zu können.

Die Umweltbehörde sicherte jedoch zu, bis zum 26. Oktober – vor einer Entscheidung bei Hamburg Wärme – den Beirat umfassend über die laufenden Prüfungen der Szenarien zu informieren. Die nächste (öffentliche) Sitzung des Beirats wird am 2. November stattfinden. Ein bereits vorliegender Antrag des BUND (PDF) zur Beschlussempfehlung für den Beirat könne dann noch entsprechend aktualisiert und zur Abstimmung am 2. November gestellt werden.

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