Notruf Hafenkante: „Herr Bürgermeister, stoppen Sie die Atomtransporte durch Hamburg!“

Michael Ehnert (© Thomas Leidig)

Was Anti-Atom-Gruppen und der BUND in Hamburg fordern, ist Thema des nächsten „Notruf Hafenkante“: „Herr Bürgermeister, stoppen Sie die Atomtransporte durch Hamburg!“ Das Drehbuch für die Folge der NDR-Vorabendserie stammt von Michael Ehnert, bekannter vielleicht im Duo als Bader-Ehnert-Kommando. Die Folge „The bigger picture“ ist ab dem 19. Oktober online. Obwohl der rot-grüne Senat auf freiwilliger Basis mit den Hafenunternehmen einen Stopp der Atomtransporte durch den Hafen erreichen will, gibt es bis heute keine Ergebnisse. Dabei werden jährlich über 150 Atomtransporte über Hamburg abgewickelt, mit denen die Uranbrennstoffversorgung für Atommeiler sicher gestellt wird. Wiederholt kommt es dabei in Hamburg auch zu sicherheitsrelevanten Vorfällen. In Erinnerung ist der Großbrand auf dem Frachter „Atlantic Cartier“ Anfang Mai 2013. Damals waren auch radioaktive Materialien an Bord, gleich gegenüber feierten tausende Gäste den Evangelischen Kirchentag.

Während die Atlantic Cartier inzwischen ausgemustert ist und in Kenia in Indien (* siehe unten) verschrottet wird, gehen weiterhin zahlreiche Atomtransporte bislang vom rot-grünen Senat ungestört durch den Hamburger Hafen. Erst vor wenigen Wochen machte auch die Sheksna auf sich aufmerksam. Das oft auch für radioaktive Frachten eingesetzte Schiff lief auf Höhe Blankenese auf Grund und musste freigeschleppt werden (21.9.2017, NDR): „Seit kurz nach 7 Uhr steckte die „Sheksna“ in der Zufahrt zur Este fest. Das 82 Meter lange Schiff ist im Auftrag einer russischen Reederei im Einsatz – und transportiert regelmäßig auch radioaktive Ladung zwischen St. Petersburg und Hamburg.“ Glück, dass diesmal kein radioaktives Material an Bord war. Das radioaktive Material kommt oder geht über den Hafen per Schiene und LKW quer durch Deutschland.

Atomtransporte per Atlantic Cartier – Besuch im Hamburger Hafen mit Ausblick

Der Notruf Hafenkante greift das Thema Atomtransporte nun auf, natürlich in einen Krimi verpackt: „Tim Schneider, einer der größten Action-Filmstars des Landes, will zur Vorbereitung auf eine Rolle in den Dienstalltag echter Polizisten eintauchen und hospitiert im PK 21. Zu Mattes‘ Leidwesen soll Schneider Melanie und ihn begleiten. Die Hahnenkämpfe der beiden erschweren die Arbeit deutlich. Und ausgerechnet jetzt finden Hamburg-Triathlon und Schlagermove statt. Zudem haben Umweltschützer Blockaden gegen Atomtransporte geplant. Denn im Hamburger Hafen werden zahlreiche radioaktive Stoffe umgeschlagen und per Lkw oder Zug durch Hamburg transportiert. Melanie und Mattes müssen sich also nicht nur mit Umweltaktivisten und aufgedrehten Feierwütigen herumschlagen, sondern auch mit einem Verschwörungstheorien zugeneigten und fantasiebegabten Schauspieler. Zu allem Überfluss könnte Schneider mit seinen Terrorszenarien auch noch Recht haben, denn einer der Umweltaktivisten verliert auf der Flucht vor der Polizei eine Pistole. Hat das Team im Stress vielleicht doch den Blick fürs große Ganze verloren?“

Nagut, ist Vorabendprogramm. Aber sicher doch auch ein Beitrag, dass der eine oder die andere NDR-FernsehzuschauerIn ein wenig mehr Aufmerksamkeit dafür bekommt, was da an radioaktiven Frachten nahezu jeden zweiten oder dritten Tag durch den Hafen geht und dass das irgendwie verboten gehört!

(*) Die Atlantic Cartier wird in Anlang, Indien Anlang  verschrottet, siehe dazu auch: https://twitter.com/urantransport/status/915701110572244993. Weitere Infos dazu: Das Ro/Ro-Containerschiff ‘Atlantic Cartier’ (IMO-Nr.: 8215481, MMSI: 266017000, Rufzeichen: SCKB, Flagge: Schweden [SE], Baujahr 1985, Länge: 292 Meter) der Reederei ACL legte aus Antwerpen/Belgien kommend zuletzt am 14.07.17 gegen 18:38 (MESZ) im Hamburger Hafen am Unikai, Liegeplatz 5/6 an. – Besonderheit: Bei der Einfahrt der ‘Atlantic Cartier’ in den Hamburger Hafen war das blaue Logo der Reederei ACL an der rechten Seite des achtern befindlichen Decksaufbau (mit der Brücke) bereits mit weißer Farbe übermalt wurden. Ein nicht zu übersehendes Zeichen, daß sich die Reederei bereits von dem Schiff getrennt hatte … – Die ‘Atlantic Cartier’ legte am 16.07.17 gegen 12:12 (MESZ) im Hamburger Hafen vom Unikai, Liegeplatz 5/6 ab. – Zum Abwracken wurde die ‚Atlantic Cartier‘ am 22.09.17 auf den Strand von Alang/Indien gefahren

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