Uranbergbau in Spanien? Proteste in Salamanca

„Berkeley Energia gibt bekannt, dass die vorbereitenden Baumaßnahmen auf dem Gelände der sich zu 100 % in ihrem Besitz befindenden Mine Salamanca in einem traditionellen Bergbaugebiet im westlichen Spanien Fortschritte machen.“ Gemeint ist die Errichtung einer Uranmine. Weiter schreiben die „Goldseiten“ im April 2017: „Die Arbeiten im Vorfeld der Produktionsaufnahme sind weit vorangekommen und bis heute wurden gemäß Landerwerbsprogramm mehr als 600 Hektar Land erworben oder gepachtet und nur ein paar wenige Hektar müssen noch gekauft werden.“ Laut Berkeley Energia gehört „das Salamanca-Projekt zu den weltweit preisgünstigsten Produzenten“ und verspricht trotz der niedrigen Uranpreise hohe Gewinne. Das tun die immer, um Investoren anzulocken. Doch vor Ort gibt es auch Widerstand. (Quelle Foto: Hier bei Facebook)

Die „Bauern von Salamanca wehren sich gegen Uranmine“, schreibt der Standard aus Österreich im Juni. Berichtet wird dazu: „Das australische Unternehmen Berkeley Energia will in der westspanischen Provinz eine Uranmine eröffnen. Bereits vor sechs Jahren hat sich dagegen eine Bürgerinitiative formiert Fernando Rodríguez redet immer wieder von „dieser Ohnmacht“, die er verspürt. „Sie haben mich gezwungen, 215 Hektar Land zu verkaufen. Jetzt wollen sie weitere 400 Hektar“, schimpft der 67-Jährige und lässt seinen Blick schweifen. So weit das Auge reicht, nichts als Wiesen, Felsen und alte, knorrige Steineichen. 700 Kühe weiden auf der 1.050 Hektar großen Finca Pito mit ihren Kälbern, dazwischen kleinere Gruppen von freilaufenden Säuen mit ihren Ferkeln. „Sie wollen hier eine Uranmine aufmachen“, beschwert sich Rodríguez. „Sie“, das ist das australische Unternehmen Berkeley Energia Limited. Würde Rodríguez die 400 Hektar verkaufen, wäre sein Land entzweigeschnitten, er würde die Stallungen und Lagerhallen verlieren. „Selbst wenn wir auf dem Rest weitermachen, wer will schon Fleisch von einer Finca direkt an einer offenen Uranmine?“, fragt er.“

Eine solche Mine ist nicht nur mit Blick auf eine spätere Nutzung des Urans in Atommeilern riskant. Auch der Bergbau selbst ist mit hohen Umweltbelastungen verbunden. Arsen, Nickel, Zinn, Chrom. All diese Stoffe werden eingesetzt, um das Uran aus dem Gestein zu lösen und können zum Risiko für das Wasser werden. Natürlich versprechen die Betreiber, dass nach den 10 Jahren Bergbau nichts schlechter, aber alles besser sein wird. Eine Genehmigung gibt es noch nicht, heißt es beim Standard. Aber die Planungen laufen aus Sicht des Betreibers darauf hinaus, dass Ende 2018 eine Inbetriebnahme möglich sein könnte. Der zuständige Gemeinderat soll das Projekt demnach unterstützen.

„Berkeley will bis Ende 2018 die größte offene Uranmine Europas entstehen lassen. 5400 Hektar groß soll sie sein. Eine neue Straße entsteht, ein Auffangbecken wurde ausgehoben. Beide Bauvorhaben wurden auf Klagen der Gegner richterlich gestoppt. Eine Genehmigung für die Mine als solche steht ebenfalls noch aus. Doch das Unternehmen holzt weiter ab. Bisher wurden 2.000 von rund 30.000 Steineichen gefällt. Die Bäume sind alle zwischen 200 und 600 Jahre alt. „Die Gegend gehört zum europäischen Naturschutznetz Natura 2000″, sagt Rodríguez.“

Laut Wise Uranium wird hier von den lokalen Widerstandsgruppen über das Projekt berichtet: Stop Uranio und Ecologistas en Acción

Die Goldseiten berichten mit Hinweis auf Aussagen von Berkeley Energia außerdem, dass Euratom das Projekt begrüßt: „Paul Atherley, Managing Director, äußerte sich zu den Fortschritten bei der Mine Salamanca wie folgt: „Euratom hat Salamancas Sicherheit der Lieferung für die EU begrüßt, die mehr als 25% der Elektrizität aus der Atomkraft bezieht. Das Europäische Atomforum Foratom hat die Atomkraft als unerlässlich für das Ziel der EU, bis zum Jahre 2050 Kohle als Energiequelle um mehr als 80% zu reduzieren, bezeichnet.“

Bereits im März hatte auch die BI Lüchow-Dannenberg auf das Uranprojekt in Spanien hingewiesen.

 

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