Danke Elmar Diez

Noch vor wenigen Wochen hatte er den Hessischen Verdienstorden erhalten (FR). Am Montag ist Elmar Diez im Alter von 75 Jahren gestorben (Hanauer Anzeiger). Leben und Wirken des Lehrers Diez verbinden sich mit dem Kampf gegen die Atomfabriken in Hanau und gegen die AKWs in Biblis. Elmar war Mitglied der Grünen, aktiv im BUND und in der Kommunalpolitik. „Kompromisslos für den Umweltschutz“ schrieb die FR über Elmar Diez.

40 Jahre Widerstand gegen das AKW Grohnde – ein Geschichtsprojekt

40 Jahre ist es her, 19. Februar 1977: „Trotz eines vom VG Schleswig bestätigten Verbots bislang größte Demonstration gegen Brokdorf: 50.000 Menschen bei „Brokdorf III“ vor Ort und in Itzehoe. Diesmal keine Stürmung des Baugeländes“, schreibt der NDR. Brokdorf III ist auch der Streit um die Frage: Demo am Bauzaun, wie bisher. Oder weit abseits, wegen der Gewaltfrage. Am selben Tag kommt es am AKW Grohnde zur ersten Platzbesetzung, einige Wochen später, am 19. März, folgt eine Großdemo am Bauplatz in Grohnde. Ein Geschichtsprojekt „40 Jahre „Schlacht um Grohnde““ will mit einer Ausstellung, mit Veranstaltungen, einem Gottesdienst und vielen Augenzeugen in den nächsten Wochen an diese Auseinandersetzungen gegen den staatlich verordneten Einstieg in die Atomenergie erinnern. Eine Auseinandersetzung nicht nur um eine Energieform, sondern auch um Macht, Demokratie und die Frage, wie wir leben wollen. Was könnte aktueller sein?

Militärische Motive der Atomenergienutzung in der frühen Bundesrepublik

Im Jahr 2000 veröffentlichte Roland Kollert aus Anlass des 40 jährigen Bestehens der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) einen in der Folge heftig umstrittenen Beitrag zur Geschichte der Atomenergie in Deutschland. Vor allem die „Kerntechnische Gesellschaft“ griff den Beitrag massiv an. Die Studie war unter dem Titel „Atomtechnik als Instrument westdeutscher Nachkriegs-Außenpolitik – Die militärisch-politische Nutzung ‚friedlicher‘ Kernenergietechnik in der Bundesrepublik Deutschland“ (PDF) erschienen und umfasste 86 Seiten (dort ist sie inzwischen nicht mehr zu finden (beachte Hinweise unten! Siehe dafür hier). Darin zeigte der Autor auf, dass schon seit der Frühphase der Atomenergieentwicklung in der Bundesrepublik militärische Interessen eine große Rolle spielten. (Der Text ist hier auch direkt vom Server von umweltFAIRaendern.de downloadbar, PDF.)

World Nuclear Industry Status Report 2016 – „Atomindustrie auf dem absteigenden Ast“

mschneiderkemfertharmsfuechsGlaubt man den Propaganda-Abteilungen interessierter Unternehmen und Einrichtungen, steht der Atomenergie weltweites Wachstum bevor. Bei genauerem Hinsehen ist das aber gar nicht der Fall. Lediglich dem Umstand immer neuer Laufzeitverlängerungen und damit immer mehr überalterter Reaktoren hat es die Atomwirtschaft zu verdanken, dass das eigentliche Ende noch überdeckt werden kann. Die Journalistin Juliane Dickel berichtet von einer Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung mit dem Titel „Gestresst und gespalten: Die Lage der Atomindustrie weltweit“, auf der der Pariser Atomexperte Mycle Schneider den im Juli veröffentlichten „World Nuclear Industry Status Report 2016“ (Bericht über den Zustand der weltweiten Atomindustrie) präsentierte. Für Schneider ist klar: „Die Atomindustrie hat ihren Zenit Ende der 80er Jahre gehabt und somit lange überschritten.“

Einer von uns: Zum Tod von Willi Hesters

willihesters-01Willi Hesters, engagierter Atomkraftgegner aus Emsdetten im Münsterland und Anti-Rassist, ist tot. Nur wenige Tage nach seinem 61. Geburtstag ist Willi am 26. September 2016 gestorben. Das innige Mitgefühl der Initiativen gilt seiner Frau und den Familienangehörigen. Willi wird fehlen, für seine Ziele streiten wir weiter.

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Atomingenieur und Atomaussteiger: Klaus Traube ist tot

Klaus Traube
Klaus Traube. Foto: Harald H. Schröder, http://www.haraldschroeder.de/

Er war einer der Atomkonstrukteure der deutschen Atommeiler bei Siemens. Das Modell Siedewasserreaktor Baulinie 69 wurde in Teilen unter seiner Regie entwickelt. Und er hat die Mängel erkannt und wurde zu einem der schärfsten Kritiker der Atomenergie. In den Jahren 1976/77 geriet er in einen Abhörskandal des Verfassungsschutzes, wegen vermeintlicher Kontakte zur RAF. Innenminister Maihofer musste am Ende zurücktreten. Später wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgestattet (BUND). Klaus Traube, von 1997 bis 2004 energiepolitischer Sprecher des BUND, ist im Alter von 88 Jahren gestorben.

Atomenergie ganz heiß: Hochtemperaturreaktoren in China – In Deutschland gescheitert – Interview mit Rainer Moormann (Whistleblowerpreis 2011)

Rainer-MoormannHochtemperatur-Atomreaktoren (HTR) sind in Deutschland gescheitert. Ihr bis heute strahlendes Erbe steht in Jülich und Hamm bzw. lagert im Zwischenlager in Ahaus. Doch was hierzulande scheiterte, will China nun an den Start bekommen. Ende 2017 soll dort eine Doppelblock-Anlage mit je 105 MW in Betrieb gehen. UmweltFAIRaendern sprach mit Rainer Moormann (Whistleblowerpreis 2011), einem ehemaligen Mitarbeiter am Forschungszentrum Jülich, über diese spezielle Atomtechnologie, über Chinas HTR-Abenteuer und seine deutschen und internationalen Hintergründe. Gemeinsam mit dem Umweltjournalisten Jürgen Streich schreibt er an einem Buch über die auch Kugelhaufenreaktoren genannte HTR-Technik, das um die Jahreswende erscheinen soll. Unter dem Titel „Kugelhaufenreaktoren, Thorium und Transmutation – die letzten Strohhalme der Atomlobby“ veranstaltet der BUND NRW am 19. November in Hamm (PDF) ein Symposium.

Geschichte Atomenergie: Plutonium – Das lebensbedrohliche Vermächtnis der Wiederaufarbeitung

plutoniumIm Zeitalter des Internets ist der Glaube weit verbreitet, alles wäre Online zu finden. Leider ist dem nicht so und deshalb widmet sich umweltFAIRaendern immer wieder der Aufgabe, alte Materialien zur Geschichte der Atomenergie zu digitalisieren und online zu bringen. Diesmal mit einer Greenpeace-Broschüre (*) aus dem Jahr 1989, die in der Reihe „Restrisiko“ als Nr. 5 unter dem Titel „Das lebensbedrohliche Vermächtnis der Wiederaufarbeitung – Plutonium – Reichtum und Tod“ erschienen ist. AutorInnen waren Dipl-Ing. Lutz Gärtner und Ulrike Fink von Rabenhorst, die damals beide bei der Gruppe Ökologie (heute Intac) in Hannover tätig waren.

Geschichte Atomenergie: Allein 16 AKWs waren an der Elbe in Westdeutschland geplant

Plakat-AKW-Brokdorf-WiderstandAtomwahnsinn, wie er noch Anfang der 70er Jahre geplant war und sicherlich nicht zuletzt auch wegen der Anti-Atom-Bewegung nicht Realität wurde. Manchmal stoße ich bei Recherchen auf Informationen, die oft liegen bleiben. Das hier aber soll erinnern, was war und nicht wurde: Neben den vier norddeutschen AKWs in Stade, Brunsbüttel, Brokdorf und Krümmel sollten laut einem Spiegel-Bericht insgesamt 12 weitere Atommeiler entlang der Elbe allein in Westdeutschland/BRD entstehen. Vier davon östlich von Hamburg an der Oberelbe, acht weitere an der Unterelbe.

Stilllegung einer Atomforschungsanlage: Konsensorientierter Dialog

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Soll nun zerlegt werden: Der über 400 Tonnen schwere Reaktordruckbehälter des Atomschiffs Otto Hahn, der seit den 80er Jahren auf dem Gelände der GKSS/HZG mit fragwürdiger Genehmigung lagert. Foto GKSS/HZG

Nächste Etappe im „konsensorientierten Dialog“ bei der Stilllegung der ehemaligen Atomforschungsanlage GKSS, östlich von Hamburg. Seit nunmehr rund dreieinhalb Jahren läuft der Prozess zwischen dem Betreiber Helmholtz-Zentrum Geesthacht und einer Begleitgruppe. Nach einem Alternativenvergleich, immer wieder externer Unterstützung durch unabhängige Experten und auch kritischen Auseinandersetzungen, haben sich die Beteiligten nun auf einige weitere Schritte zur Stilllegung der Atomanlagen verständigt. Das haben Begleitgruppe und HZG in einem gemeinsamen Newsletter mitgeteilt. Grundlage der Zusammenarbeit sind Selbstverständniserklärungen und gemeinsame „Grundzüge der Zusammenarbeit“. (* siehe unten)

Energie global: Tschernobyl, der Atomausstieg, die Energiewende und das Klima – Aufsätze zum Thema

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Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima (weltquartett.de)

Atomkatastrophen, Atomausstieg und Energiewende sind aktuelle Themen „Aus Politik und Zeitgeschichte“, der Beilage der Zeitung „Das Parlament“. „Energie Global“ ist das Heft überschrieben und widmet sich der Katastrophe von Fukushima, dem Niedergang der Atomenergie in der westlichen Welt und auch weltweiten Fragen der Energiewende, z.B. in China und Indien oder den Folgerungen aus den Vereinbarungen des Klimagipfels von Paris.

Fünf Jahre Atomkatastrophe Fukushima – Demonstrationen zwischen Neckarwestheim und Kiel

FukushimaMahntHH2011Am 11. März 2011 begann nach einem Erdbeben und einem Tsunami in Fukushima der mehrfache Super-GAU. Bis heute sind die Reaktoren nicht unter Kontrolle. Radioaktives Wasser versickert im Untergrund und gerät ins Meer. Um die Reaktoren besteht eine Sperrzone und an vielen Orten gibt es auch in größerer Entfernung so genannte Hot-Spots, kleine radioaktive Teilchen, die eine unberechenbare Gefahr darstellen. Von den ehemals rund 200.000 evakuierten Menschen leben nach Angaben der Ärzteorganisation IPPNW noch fast 100.000 in Behelfs-Unterkünften. Und am 26. April jährt sich die Katastrophe von Tschernobyl zum dreißigsten Mal. In Deutschland demonstrieren AtomkraftgegnerInnen in Erinnerung an die anhaltenden Katastrophen und für den sofortigen Atomausstieg. Denn auch in den noch in Betrieb befindlichen Atommeilern in Deutschland ist ein Super-Gau jederzeit möglich.