Schacht KONRAD ad acta legen – Ein Staatssekretär, die Geschichte und der ewige Atommüll

Flasbarth-SchachtKonrad-2
Jochen Flasbarth, heute als Staatssekretär und für den Ausbau im Schacht Konrad zuständig, 2002 forderte er als NABU-Chef das Aus für den Schacht. Foto: novumphoto

So kann das gehen. Vor noch nicht langer Zeit forderte Jochen Flasbarth, den als  Atommülllager vorgesehenen Schacht Konrad in Salzgitter „ad acta“ zu legen. Verschließen wollte er ihn sogar (Foto). Damals – genauer im Dezember 2002 – war dieser Flasbarth Präsident des Naturschutzbundes NABU. Heute, als Staatssekretär im Bundesumweltministerium droht er den AnwonhnerInnen rund um Salzgitter, die Atommüllmenge für den Schacht Konrad möglicherweise sogar zu verdoppeln. Der Zorn ist groß, rund um den Schacht und Jochen Flasbarth ist am morgigen 26. März zu Gast in der Region. Für Proteste ist gesorgt. Mit dabei die IG Metall, die Stadt Salzgitter, das Landvolk Braunschweiger Land und die AG Schacht Konrad.

Atommüll in den Schacht Konrad? Aus der ASSE muss gelernt werden!

Wird und wird nicht fertig: Atommülllager im Schacht Konrad. Foto: Dirk Seifert
Wird und wird nicht fertig: Atommülllager im Schacht Konrad. Foto: Dirk Seifert

Im Schacht Konrad in Salzgitter soll ein Atommülllager für leicht- und mittelradioaktive Abfälle entstehen. Eigentlich sollte es schon seit Jahren in Betrieb sein, aber immer neue Probleme beim Ausbau haben zu enormen Verzögerungen geführt. Vor 2022-24 ist eine Inbetriebnahme inzwischen nicht mehr denkbar. Die Planungen für den Schacht gehen weit in die 70er und 80er Jahre zurück. Deshalb wird immer wieder kritisiert, dass die geplante Anlage längst nicht mehr dem Stand von Forschung und Wissenschaft entspricht. Vor allem aber: Nach dem Desaster in der nicht weit entfernten ASSE II müssen endlich die Lehren gezogen werden. Nicht nur das Thema der Rückholbarkeit der Atomabfälle ist seit dem weit oben auf der Tagesordnung. Andere Probleme werden aus Sicht der Atomenergiekritiker ebenso bis heute weit unterschätzt. Auch der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel hat daher wiederholt eine Neubewertung für den Schacht Konrad gefordert. Damit nicht genug, droht der Region nun, dass die Atommüllmenge für den Schacht möglicherweise von jetzt 300.000 Kubikmeter auf fast 600.000 verdoppelt werden könnte. Im Rahmen des Nationalen Entsorgungsplans hat die Bundesregierung vor kurzem entsprechende Vorschläge gemacht, den Atommüll aus der ASSE im Falle einer erfolgreichen Bergung und den Uranabfall aus Gronau zusätzlich in Konrad einzulagern zu wollen. Der Protest in der Region wächst. Am 26. März wird der Staatssekretär Flasbarth aus dem Umweltministerium zu einem Besuch erwartet. 

Atommüll-Alarm am Schacht Konrad: Erweiterungspläne der Bundesregierung durch die Hintertür

HZG-Begleitgruppe-GKSS-BesuchSchachtKonrad26-11-2013154
Löcher im Schacht Konrad: Bundesregierung plant mehr Atommüll durch die Hintertür einzulagern. Foto: Dirk Seifert

Während im Bundestag die Endlager-Kommission vor sich hin arbeitet, bricht die Atommüllentsorgung bundesweit Schritt für Schritt zusammen. Nicht nur das Brunsbüttel-Urteil von letzter Woche dürfte massive Folgen haben für den Betrieb der Castor-Zwischenlager an allen AKW-Standorten. Während sich die Bundesregierung in dieser Sache mit „wir prüfen“ ratlos gibt, bereitet das Bundesumweltministerium einen „nationalen Entsorgungsplan“ vor, der es in sich hat. Dort erzählt das Ministerium z.B., wie man noch mehr Atommüll als bislang zugelassen durch die Hintertür im Schacht Konrad in Salzgitter versenken will. Am Schacht Konrad ist aus gutem Grund Atommüll-Alarm. Die Endlager-Kommission arbeitet derweil ungestört weiter.

Atommüll und Protest am Schacht Konrad – „Die Katze ist aus dem Sack“

SchachtKonrad2206201348In der Region Salzgitter rund um den als Atommülllager geplanten Schacht Konrad rumort es. Ober-Bürgermeister, die IG Metall, das Landvolk, der BUND, der NABU und viele Initiativen sind alarmiert, nachdem vor wenigen Tagen die Bundesregierung erstmals eingestanden hat, dass es deutlich mehr leicht- und mittelradioaktiven Atommüll gibt, als bislang für die Einlagerung im Schacht Konrad genehmigt sind. Deshalb ruft die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD für kommenden Freitag zu einer Protest-Aktion auf. Der Aufruf-Flyer lässt sich als PDF hier downloaden. Die Region befürchtet, dass die Bundesregierung mithilfe des Standortauswahlgesetzes hintenrum nun doppelt so viel Atommüll im Schacht Konrad versenken will, wie bislang vorgesehen. Hier geht’s zur Information auf der Seite der Stadt Salzgitter.

Atommüll im Bundestag: Bad Bank, Castoren, Neustarts und Schacht Konrad

HZG-Begleitgruppe-GKSS-BesuchSchachtKonrad26-11-2013167
Unterirdisch – Probleme im geplanten Atommülllager Schacht Konrad in Salzgitter. Foto: Dirk Seifert

Atommüll war eines der bestimmenden Themen der Haushaltsdebatte um den Etat des Bundesumweltministeriums für 2015. Hubertus Zdebel, Sprecher für Atomausstieg der Linksfraktion, stellte in seiner Rede eingangs fest: „Mit Blick auf die Entsorgung des Atommülls nannte es Zdebel eine Unverschämtheit, dass die Atomkonzerne, die mit ihren Kernkraftwerken (gemeint sind Atomkraftwerke) „die Lizenz zum Gelddrucken hatten“, sich nun aus der Verantwortung für die Entsorgung der atomaren Reste zu ziehen versuchten. „Es gibt ein Verursacherprinzip, das die Regierung auch durchsetzen muss“, forderte er.“ (Quelle: Bundestag)

Grüner Parteitag und der Atommüll – Kein Export aus Jülich – Schacht Konrad neu bewerten

Karte_A4_rgb_2-AMK
Zahlreiche Atommüll-Standorte in Deutschland: Dauerhaft sichere Lagerung vollkommen ungelöst.

Eigentlich hatten sie andere große Themen, aber am Rande ging es bei den Grünen auf der BDK am Wochenende auch um Atommüll. Einerseits sprachen sich die Delegierten gegen Atommüll-Exporte aus Jülich in die USA aus – andererseits fordern sie eine Neubewertung des als Endlager für leicht- und mittelradioaktive Abfälle vorgesehenen Schacht Konrad in Salzgitter. Auf der BDK demonstrierten auch verschiedene Anti-Atom-Organisationen, vor allem mit Blick auf die Jülicher Castortransporte in die USA. Der Grund dafür: Die Haltung der NRW-Grünen, die dort in der Landesregierung sitzen, ist zu diesem Thema – sagen wir mal – uneindeutig.

Atommüll Schacht Konrad: Viele Probleme und aus dem Desaster in der ASSE nichts gelernt

HZG-Begleitgruppe-GKSS-BesuchSchachtKonrad26-11-2013182
Atommülllager Schacht Konrad: Immer wieder kommt es zu neuen Verzögerungen und Problemen beim untertägigen Ausbau. Foto: Dirk Seifert

Das Atommülllager im Schacht Konrad verzögert sich Jahr um Jahr. Viele Fehler aus dem Genehmigungsverfahren führen jetzt dazu, dass sich der unterirdische Ausbau immer mehr verzögert, immer neue Probleme auftauchen und die Kosten enorm ansteigen. Und dabei sind viele der auch von Fachleuten vorgetragenen Kritikpunkte nicht einmal berücksichtigt worden. Nicht nur der Langzeitsicherheitsnachweis, also die Zeitspanne, in der sicher ausgeschlossen werden kann, dass die Radioaktivität an die Umwelt gelangt, ist nach Stand von Wissenschaft und Technik zum Zeitpunkt der Genehmigung nicht ausreichend gewesen. Der Schacht bei Salzgitter ist ohne jeden Vergleich von Alternativen einfach politisch entschieden worden, um ein Endlager für leicht- und mittelradioaktive Atomabfälle einzurichten.

Atommüll-Debatte: Endlager Schacht Konrad muss auf den Prüfstand

SchachtKonrad2206201371
Auch mit der Lagerung der leicht- und mittelradioaktiven Atomabfälle gibt es erhebliche Probleme. Schacht Konrad muss auf den Prüfstand, fordern jetzt regionale Vertreter. Auch der niedersächsische Umweltminister sieht Handlungsbedarf. Foto: Dirk Seifert

Mit einem offenen Brief an die MinisterInnen in Bund und Ländern haben jetzt die Stadt Salzgitter, die dortige IG Metall (mit vielen Tausend Beschäftigten bei VW, den dortigen Stahlwerken etc.), der Verein Landvolk Braunschweiger Land, die AG Schacht KONRAD sowie die Fraktionen von SPD und Grünen gefordert, den Schacht Konrad zum Thema im Rahmen des Endlagersuchgesetzes zu machen: „Alle Arten radioaktiver Abfälle betrachten und Schacht KONRAD neu bewerten!“ Eine Forderung, die viele Umweltorganisationen seit langem erheben.

Atommülllager Schacht Konrad? Verspätet, verbesserungswürdig und nicht ganz legal

SchachtKonrad2206201371Der Ausbau des geplanten Atommülllagers für leicht- und mittelradioaktive Abfälle im Schacht Konrad verzögert sich mehr und mehr. Ehemals war eine Inbetriebnahme für 2014 geplant. Inzwischen mehren sich die Hinweise, dass es noch bis 2024 dauern könnte – wenn überhaupt. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung offenbar mit Bezug auf interne Unterlagen (siehe unten und auch Neues Deutschland). Erst vor wenigen Wochen waren neue Sicherheitsprobleme beim unterirdischen Ausbau bekannt geworden. Außerdem wird jetzt bekannt, dass es zu offenbar illegalen Absprachen der am Ausbau beteiligten Bergbau-Unternehmen gekommen ist. Und obendrein sieht die Landesregierung in Niedersachsen ohnehin Handlungsbedarf bzw. Anlass für eine „Neubewertung der Konzeptions- und Einlagerungssituation von Schacht Konrad“. Die Probleme nehmen zu!

Immer diese Probleme: Atommülllager Schacht KONRAD – Brüchige Mauern – Rissige Fugen

SchachtKonrad2206201371
hier entsteht… oder auch nicht? Geplantes Atommülllager Schacht KONRAD. Foto: Dirk Seifert

Während die hohe Politik in Berlin so tut, als gäbe es bei der Atommülllagerung nur noch bei den hochradioaktiven Abfällen Probleme, ruckelt es bei der dauerhaften Lagerung für den leicht- und mitterradioaktiven Atommüll. Gemeint ist nicht die ASSE, sondern der Schacht KONRAD in Salzgitter. Der wird z.Zt. für die Einlagerung der genannten Abfälle vorbereitet und ausgebaut, aber mit immer neuen Problemen, die die Zeitpläne mächtig durcheinander bringen. Darüber berichtet jetzt die AG Schacht KONRAD auf ihrer Seite. Der Umweltausschuss der Stadt Salzgitter hat sich jüngst über den aktuellen Stand beim Ausbau informiert, nachdem bekannt geworden war, dass neue Probleme eine Inbetriebnahme vermutlich bis zum Jahr 2021 weiter verzögern könnten. Immer wieder ist der Einlagerungsbeginn verschoben worden, zuletzt war von 2019 die Rede.

Endlagersuche: „Neue Debatte auch über Schacht Konrad“

25 Jahre AG Schacht Konrad August 2012-45.jpgWährend in Berlin schon einige die Sektflaschen kalt stellen, weil sie die Endlagersuche für radioaktiven Atommüll feiern wollen, gibt es andere, die die Realität nicht aus den Augen verlieren und die Probleme genauer betrachten: „In der laufenden Endlagersuchdebatte muss laut Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel darüber diskutiert werden, schwach- und mittelradioaktivem Atommüll auch zurückholen zu können. Bislang ist eine Rückholung nicht vorgesehen. „Ich bin der Überzeugung, dass wir eine Fehlerkorrekturmöglichkeit brauchen“, sagte der Grünen-Politiker am Montag bei seinem Besuch des geplanten Atommülllagers Schacht Konrad bei Salzgitter.“ Das berichtet die Welt.

Atommüll-Lager im Schacht Konrad verzögert sich: Sicherheitsprobleme nehmen kein Ende

Lösungszutritte im Schacht Konrad 01- Foto BfS
Immer wieder: Die Probleme sind größer als behauptet. Ausbau im Schacht Konrad verzögert sich weiter. Foto: BfS, auch mit Wasser gibt es im Schacht Probleme.

Die Inbetriebnahme des für die dauerhafte Lagerung von leicht- und mittelradioaktiven Atommüll vorgesehenen Schacht Konrad in Salzgitter wird sich offenbar weiter verzögern. Bei dem derzeit laufenden Vorbereitungen für die Einlagerung des Atommülls zeigen sich immer wieder große Probleme, die immer wieder zu Verzögerungen führten. Nachdem der Beginn für den Probebetrieb auf 2019 verschoben werden musste, ist nun ein Verzögerung von zwei weiteren Jahren bis zum Jahr 2021 wahrscheinlich. Das melden Medien mit Bezug auf Berichten von DPA und dem NDR.