Stilllegung AKW Grafenrheinfeld: BUND und Kommunen beantragen Abbruch der Erörterung

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Edo Günther vom BUND Bayern aus Schweinfurt: Beim Erörterungstermin zur Stilllegung des AKW Grafenrheinfeld ist ihm das Lachen vergangen.

Gestern begann der Erörterungstermin zur Stilllegung des AKW Grafenrheinfeld. Heute Morgen brachen BUND, AG Schacht Konrad und andere Initiativen das Verfahren ab und verließen die Veranstaltung. Nun fordert der BUND gemeinsam mit den betroffenen Kommunen, die ebenfalls beteiligt waren, den offiziellen Abbruch des Termins durch die Behörde.

Atommüll-Lagerung: Umweltministerium und Teile der Kommission gespalten – Verstoß gegen Grundsätze guter wissenschaftlicher Arbeit – keine solide Politikberatung

Michael Sailer © Sailer/Ökoinstitut e.V.
Michael Sailer © Sailer/Ökoinstitut e.V.

300.000 Kubikmeter Atommüll und richtig Ärger in der Atommüllkommission und mit dem Bundesumweltministerium. Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth reagiert jetzt in einem Brief an die Atommüll-Kommission mit „Verwunderung“, mit „Unverständnis“ und mit „Erstaunen“. Er wirft Mitgliedern der AG3 der Kommission vor, mit ihrer „Herangehensweise ohne weitere Debatte“ ein Problem „vom Tisch zu fegen“, was „nicht dem von der Kommission selbst verfolgten Ansatz, die öffentliche Beteiligung wirklich ernst zu nehmen“ folgt. Ziel der heftigen – man könnte fast sagen wütenden – Reaktion ist der Co-Vorsitzende der AG3: Michael Sailer, immerhin Vorsitzender der Entsorgungskommission des Bundesumweltministeriums und Chef des Öko-Instituts.

Verdi – Atommüll für den Schacht Konrad

Verdi – Atommüllprobleme? Nie gehört!

In einem Schreiben vom August 2012 (PDF) an den Bundesumweltminister  forderte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi jüngst nicht nur den Rückbau der stillgelegten Atomkraftwerke, sondern auch für den dabei entstehenden leicht- und mittel-radioaktiven Abfall ein Atommülllager mit einem „klar fixierten Zeitpunkt der Aufnahmebereitschaft und eine(r) verlässliche(n) Definition der Aufnahmebedingungen“ zu schaffen.

Kein Atommüll im Schacht Konrad – 25 Jahre Widerstand

An diesem Wochenende feiert die Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad ihr 25 jähriges Bestehen. Bis heute ist kein Atommüll in das ehemalige Erzbergwerk – nicht weit von der ASSE II entfernt – eingelagert worden. Immer wieder haben sich die Pläne der Betreiber verzögert, nicht zuletzt aufgrund des großen Widerstands.

Herzlichen Glückwunsch – AG Schacht Konrad wird 25 und ist noch atommüllfrei!

Eine der größten und erfolgreichsten Anti-Atom-Initiativen wird dieser Tage 25 Jahre alt. Dazu gratulieren wir! Dem mutigen und ausdauernden Einsatz der zahlreichen Mitglieder (siehe unten) der AG Schacht Konrad ist es zu verdanken, dass immer noch über die Sicherheit der Atomenergienutzung und der Lagerung des dabei anfallenden Atommülls heftig diskutiert und gestritten wird. Dazu beigetragen hat ein einzigartiges Bündnis aus Städten, Gemeinden, Firmen, Initiativen, Parteien, Gewerkschaften und vielen mehr. „Quersteller des Jahres 2012“ wäre sicherlich ein Titel, den die AG Schacht Konrad zurecht verdient hätte!

20.000 Unterschriften für die ASSE

Noch rund eine Woche läuft die Unterschriften-Aktion für die Räumung des Atommülllagers ASSE II. Die Bürgerinitiativen rund um den vom Einsturz und Wassereinbrüchen bedrohten Salzstock in der Nähe von Braunschweig wollen damit den Druck auf die Verwortlichen im Bundesumweltministerium erhöhen, damit der Atommüll geborgen wird. Denn trotz allem Gerede verdichten sich immer mehr Hinweise, dass die Bundesregierung die Kosten für diese Maßnahme scheut und stattdessen auf die billigere Flutung der ASSE setzt. Dabei ist klar, dass die Flutung zu einer radioaktiven Verseuchung des Grundwassers führen wird. Alle Infos und online unterschreiben!