Verkauf von Atomwaffentechnik: RWE/E.on, die Niederlande und Großbritannien im Clinch

Proteste vor dem Niederländischen Parlament gegen URENCO.
Proteste vor dem Niederländischen Parlament gegen URENCO-Verkauf.

Der von britischer und deutscher Seite gegen Widerstand aus den Niederlanden geplante Verkauf der atomwaffentauglichen Urananreicherung der URENCO mit ihren Anlagen in den drei Staaten kommt nicht voran. Während die Niederländer offenbar ihren Anteil im Umfang eines Drittels behalten wollen, schließt Großbritannien den Verkauf seines Drittels auch an der Börse nicht aus. Dafür aber sind offenbar Regelungen erforderlich, die RWE und E.on, die gemeinsam ein weiteres Drittel halten, jetzt abgelehnt haben, weil damit aus ihrer Sicht ein Verkauf unmöglich gemacht würde. Das meldete Reuters hier. In der nächsten Woche sollen weitere Gespräche stattfinden. Das Handelsblatt und die Westfälischen Nachrichten reagieren auf die Reuters-Meldung. Die deutsche Uranfabrik der URENCO steht in Gronau, ist vom Atomausstieg ausgenommen und verfügt über eine unbefristete Betriebsgenehmigung.

Uran-Konzern URENCO mit neuer Führung

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Atomtransport mit Uran. Ziel und Absender solcher Transporte ist oftmals die Urananreicherungsanlage der URENCO im westfälischen Gronau. Die Anlage dort ist nicht vom Atomausstieg betroffen und beliefert jedes zehnte AKW auf der Welt mit Uran-Brennstoff.

Der Uran-Konzern URENCO, der mit Anreicherungsanlagen in Deutschland, den Niederlanden, England und USA über ein Drittel der Atomkraftwerke auf der Welt mit dem erforderlichen Brennstoff versorgt, hat einen neuen Chef. Stephen Billingham, ehemals Vorstand bei „British Energy“ und dort für die Atommeiler zuständig, wird ab Januar den Posten des Chairmans bei URENCO übernehmen. Billingham ist seit längerem in dem Gremium als einfaches Mitglied vertreten.

Uranfabriken URENCO: Almelo nach Störfall wieder in Betrieb – Nachrüstungen in Gronau und Capenhurst

Fabrikationshalle der Uranfabrik in Gronau. Die Technik ist grundsätzlich auch in der Lage, waffenfähiges Uran herzustellen.
Fabrikationshalle der Uranfabrik in Gronau. Die Technik ist grundsätzlich auch in der Lage, waffenfähiges Uran herzustellen.

Nach einem Störfall in einem Produktionsbereich SP5 der zur URENCO gehörenden Uranfabrik im niederländischen Almelo hat das Unternehmen bereits am 23. Oktober die betroffenen Anlagenteile wieder in Betrieb genommen. Das berichtet URENCO auf seiner Homepage und auch die niederländsiche rtvOost. Der Störfall ereignete sich Ende August beim Umfüllen von angereichertem Uranhexafluorid.

Uran-Anreicherung, Atomwaffentechnik, Atommüll: URENCO – Verkauf wird weiter vorbereitet

Urenco-Wertstoff-Spermuell03Während der grüne Umweltminister Remmel aus Nordrhein-Westfalen der Uranfabrik der URENCO in Gronau in der letzten Woche „Ohne konkrete politische Absichten“ (!) einen Besuch abstattete, laufen die Vorbereitungen zum Verkauf der auch zur Atomwaffen-Herstellung geeigneten Urananreicherungsanlagen weiter. Großbritannien und die deutschen Konzerne E.on und RWE wollen ihre Anteile an den Anlagen in Gronau, Almelo und Capenhurst sowie in den USA verkaufen. In den Niederlanden gibt es angesichts der enormen Proliferationsrisiken Widerstand. In der bundesdeutschen Anlage in Gronau soll Anfang 2016 ein neues Atommülllager für 60.000 Tonnen Uranmüll in Betrieb gehen.

Uran und URENCO: Britische Anlage zur Uran-Umwandlung verzögert sich

URENCO-Gronau-April2011Die von URENCO in Großbritannien im Bau befindliche Uran-Konversionsanlage am Standort Capenhurst verzögert sich und wird nach derzeitigen Planungen nicht vor 2017 in Betrieb gehen.  Das berichtet Anfang Juni das Liverpool-Echo. Damit – so die Zeitung – verzögere sich die Inbetriebnahme um nunmehr zwei Jahre.

Verkauf von Atomwaffen-Technik der URENCO: Die internationalen Verträge und der Super-Gau der Weiterverbreitung

Urananreicherung findet in Deutschland bei der URENCO statt: Technisch ist die Herstellung von atomwaffenfähigem hochangereichertem Uran möglich. Foto: Dirk Seifert
Urananreicherung bei der URENCO: Technisch ist die Herstellung von atomwaffenfähigem hochangereichertem Uran möglich. Internationale Verträge zwischen den Staaten, in denen URENCO aktiv ist, sollen die Nicht-Verbreitung von Atomwaffen-Technik und -Material verhindern. Foto: Dirk Seifert

Atomwaffen-Technologie zur Anreicherung von Uran der URENCO soll verkauft werden. Darüber verhandeln derzeit die drei Staaten Deutschland, Großbritannien und die Niederlande. Ein erster Markttest ist Anfang des Jahres abgeschlossen worden. Die Urananreicherung im Rahmen der URENCO ist aufgrund seiner hohen militärischen Brisanz mehreren internationalen Staats-Verträgen unterworfen. Die Verträge regeln einerseits die kommerzielle Förderung der Nutzung der Gaszentrifugen-Technologie zur Herstellung von angereichertem Uran für den Einsatz in Atomkraftwerken zur Stromerzeugung. Andererseits regeln die Verträge das Verbot zur Anreicherung von Uran235 zur Herstellung von atomwaffenfähigem Uran.

Uranfabrik Gronau: Uran-Lager verzögert sich – mehr Atomtransporte künftig nach England.

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Hat einiges vor. Zdebel will die Urananreicherungsanlage Gronau stilllegen.

Mehrere Tageszeitungen berichten heute über den Atommüll in der Urananreicherungsanlage in Gronau. Anlaß  ist die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des Linken-Bundestagsabgeordneten Hubertus Zdebel. Demnach lagern in Gronau Ende Juli insgesamt 18.510 Tonnen hochgiftiges Uranhexafluorid (abgereichert und als Natururan) unter freiem Himmel. Eine neue Lagerhalle, die eigentlich schon in diesem Jahr in Betrieb gehen sollte, soll demnach nun erst 2015 eingeweiht werden. Dieses neue Uran-Lager ist ohne zeitliche Befristung genehmigt. Anti-Atom-Initiativen befürchten, auf diese Weise ein „Endlager durch die Hintertür“ entstehen könnte.  Zdebel verweist außerdem darauf, dass künftig auch Uran-Transporte im Pendelverkehr über den Ärmelkanal zwischen einer neuen Konversions-Anlage in Capenhurst (Großbritannien) und der Anlage in Gronau vermehrt stattfinden werden. 2016 soll diese neue Anlage in Betrieb gehen. Denkbar ist, dass diese Atomtransporte dann auch über die Häfen in Bremen stattfinden könnten.

„So geräuschlos wie möglich“ – Bundesregierung und Verkauf der Uranfabriken von URENCO

URENCO-Gronau-April2011„Privatisierung: Die Uranfabrik im westfälischen Gronau soll verkauft werden – so geräuschlos wie möglich. Verliert der Staat damit die Kontrolle über die Atomwaffen-Technik?“ So beginnt ein Hintergrund-Artikel von Felix Werdermann in der Wochenzeitung FREITAG. Der Text gibt einen Überblick über die URENCO-Anlagen, informiert darüber, dass der Betrieb der Uranfabriken trotz vermeintlichem Atomausstieg in Deutschland völlig unbefristet weiter gehen wird und weltweit Atomkraftwerke mit Uran-Brennstoff versorgt werden.

Zu viele Sicherheitsrisiken: Verkauf der Uranfabriken von URENCO verzögert sich

URENCO-Uranfabrik in Gronau: Gaszentrifugen zur Urananreicherung können auch Waffen-Uran herstellen.
URENCO-Uranfabrik in Gronau: Gaszentrifugen zur Urananreicherung können auch Waffen-Uran herstellen.

Der Verkauf der Uranfabriken der URENCO ist offenbar ins Stocken gekommen und wird sich verzögern. Möglicherweise wird ein Verkauf erst 2015 erfolgen können. Darüber berichtet, gestützt auf Informationen niederländischer Insider, der Nachrichtendienst Bloomberg. Die URENCO reichert in seinen Fabriken Uran in Gas-Zentrifugen an. Mit dieser Technik ist grundsätzlich auch die Herstellung von atomwaffenfähigem Uran möglich. Daher stellt der Verkauf der URENCO ein enormes Sicherheitsrisiko dar.

Uranfabrik Gronau: „Was heißt hier Ausstieg?“ – Unbefristeteter Dauerbetrieb – Atomtransporte – Immer mehr Atommüll

Uranfabrik Gronau: Atomanlage mit höchster militärischer Brisanz.
Uranfabrik Gronau: Atomanlage mit höchster militärischer Brisanz.

Über die Bedeutung und die Risiken der Uranfabrik in Gronau berichtet die Hannoversche Allgemeine unter dem Titel „Was heißt hier Ausstieg?“. Denn die zur URENCO gehörende Urananreicherungsanlage in Gronau darf ohne jede Befristung durch das Atomgesetz ungestört weiter Brennstoff für den Einsatz in Atomkraftwerken herstellen. Fast jedes 10. AKW auf der Welt bekommt sein angereichertes Uran für den Reaktoreinsatz aus der westfälischen Kleinstadt.

Weltweites Interesse am Verkauf der URENCO – Risiken der Verbreitung von Atomwaffentechnik werden immer größer.

robinwood_uranfabrig_gronauDer geplante Verkauf der URENCO, dem weltweit zweitgrößten Konzern im Bereich der Urananreicherung, löst weltweite Spekulationen aus. Auch in Indien wird der geplante Verkauf intensiv beobachtet und in Fachkreisen diskutiert. Das Indian Review on Global Affairs widmet sich in einer detaillierten Analyse dem Verkauf und fragt, ob sich auch Indien an einem Kauf der URENCO beteiligen sollte: „Urenco is up for sale, is India interested?“ Der Wert der URENCO wird auf bis zu 13 Milliarden Euro geschätzt. Der Bericht erläutert detailliert den derzeitigen internationalen Stand der URENCO, deren strategische Bedeutung und die Gründe für den anstehenden Verkauf, beleuchtet aber auch die weltweite Umstrukturierung der Atomwirtschaft und begründet ein Interesse Indiens am Kauf der URENCO. Die URENCO ist von größtem strategischen Interesse in der Atomenergienutzung: Nicht nur, weil URENCO für die Herstellung von Uranbrennstoff mit einem Weltmarkanteil von knapp über 30 Prozent von enormer Bedeutung ist, sondern auch, weil die Anreicherungstechnologie für die Herstellung von atomwaffenfähigem Uran genutzt werden kann. Wer die URENCO besitzt, hat die Option, eigene Atomwaffen herzustellen. „Die Urananreicherung ist der einfachste Weg zur Atombombe“ stellte Michael Sailer, Mitglied der Reaktor-Sicherheitskommission, im April 2013 fest. Siehe auch:

Uran-Anreicherung der URENCO – Expertenanhörung in den Niederlanden

Radioaktiv-07.jpgMit einem Runden Tisch reagiert das niederländische Parlament auf die Planungen, die Urananreicherungsfabriken der URENCO zu verkaufen. Die URENCO Anlagen sind in der Lage auch waffenfähiges Uran herzustellen und unterliegen daher extremen Sicherheitsanforderungen. Zu der Sitzung, die am 5. Dezember stattfinden wird, hat das Parlament Experten eingeladen, die zu unterschiedlichen Aspekten eines Verkaufs Stellung nehmen. Die Tagesordnung bzw. die Liste der Experten ist hier als PDF.

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