Atomkonzern AREVA: Krise und Stellenabbau in Deutschland

areva-01
Atomenergie in schwerer Krise: Der Stellenabbau bei AREVA geht weiter. Foto: Dirk Seifert

Die schwere Krise des französischen Atomkonzerns AREVA mit zuletzt einem Verlust von über vier Milliarden Euro wird nun auch für die Beschäftigten Folgen haben. Aus den Reihen der IG Metall kommen Meldungen, dass möglicherweise bis zu 1.500 Arbeitsplätze in Deutschland abgebaut werden sollen. Nicht nur die Standorte in Erlangen und Offenbach sind betroffen. Auch bei der Brennelementefabrik in Lingen, ebenfalls zu 100 Prozent im Eigentum von AREVA, werden weitere Stellenkürzungen erwartet.

Uranfabrik Gronau: Uran-Lager verzögert sich – mehr Atomtransporte künftig nach England.

Zdebel-URENCO-Aug2014
Hat einiges vor. Zdebel will die Urananreicherungsanlage Gronau stilllegen.

Mehrere Tageszeitungen berichten heute über den Atommüll in der Urananreicherungsanlage in Gronau. Anlaß  ist die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des Linken-Bundestagsabgeordneten Hubertus Zdebel. Demnach lagern in Gronau Ende Juli insgesamt 18.510 Tonnen hochgiftiges Uranhexafluorid (abgereichert und als Natururan) unter freiem Himmel. Eine neue Lagerhalle, die eigentlich schon in diesem Jahr in Betrieb gehen sollte, soll demnach nun erst 2015 eingeweiht werden. Dieses neue Uran-Lager ist ohne zeitliche Befristung genehmigt. Anti-Atom-Initiativen befürchten, auf diese Weise ein „Endlager durch die Hintertür“ entstehen könnte.  Zdebel verweist außerdem darauf, dass künftig auch Uran-Transporte im Pendelverkehr über den Ärmelkanal zwischen einer neuen Konversions-Anlage in Capenhurst (Großbritannien) und der Anlage in Gronau vermehrt stattfinden werden. 2016 soll diese neue Anlage in Betrieb gehen. Denkbar ist, dass diese Atomtransporte dann auch über die Häfen in Bremen stattfinden könnten.

„Atommüll-Endlagersuche vom Kopf auf die Füße stellen“ – Bundestags-Berichterstatter der Linken kritisiert Suchgesetz

18te-legislatur-hubertus-zbedel-160x200
Hubertus Zdebel, Bundestagsabgeordneter der Linken und einer der vier Berichterstatter des Bundestags zum Endlagersuchgesetz.

Am morgigen Freitag und am Samstag diskutieren Anti-Atom-Gruppen und Umweltverbände in Berlin über „Atommüll ohne Ende – Auf der Suche nach einem besseren Umgang“. Schon über 200 Anmeldungen liegen vor. Anlass dafür sind die immer drängender werdenden (Sicherheits)Probleme mit der heutigen Zwischenlagerung von Atommüll aller Art, aber insbesondere auch das im Sommer 2013 verabschiedetete Endlagersuchgesetz. Das Gesetz wurde von Grünen ebenso wie von CDU/CSU und SPD als „Neustart“ und „historische Chance“ gefeiert. Nicht im Boot der parlamentarischen Party: Die Linke. Die Gründe, warum die Linke zwar ebenfalls einen Neustart bei der Atommüllfrage fordert, aber das Gesetz dafür nicht für geeignet hält, erläutert auf umweltFAIRaendern im folgenden Hubertus Zdebel, Bundestagsabgeordneter der Linken. Zdebel ist aus Münster (NRW), atompolitischer Sprecher der Linken-Fraktion und außerdem einer der vier Berichterstatter in Sachen Endlagersuchgesetz für den Bundestag. (Bitte: Bei Zitaten aus diesem Text Quellenangabe umweltFAIRaendern.de angeben)