Uran-Fabrik USA – Honeywell Metropolis: Arbeitskampf, Ausperrung und Gesundheitsschutz

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Ausgesperrt: Beschäftigte der Uranfabrik von Honeywell in Metropolis, USA. Foto: USW

Uran-Geschäfte der anderen Art: In den USA kämpfen die Beschäftigen einer Anlage zur Herstellung von Uranhexafluorid (UF6) – einem Zwischenprodukt auf dem Weg zur Herstellung von Brennelementen für Atomkraftwerke – seit Jahren für bessere Tarifbedingungen und besseren Gesundheitsschutz. Wieder einmal hat die zum Honeywell-Konzern gehörende Geschäftsleitung im Werk in Metropolis, Süd-Illionois, die Belegschaft ausgesperrt. Darüber berichten US-Medien und The Militant.

Energiewende und Ökostrom-Umlage: „Gewerkschaften klammern sich an Milliarden-Rabatte“

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Industrie will lieber Nix für die Energiewende zahlen. Foto: Dirk Seifert

Ende Oktober hatten einige Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände gemeinsam Forderungen an die laufenden Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und CDU in Sachen Energiewende formuliert (Siehe hier). Dabei geht es unter anderem auch um den Beitrag der Industrie an der Ökostrom-Umlage. Während aus der EU und inzwischen auch von Umweltminister Altmaier (CDU) Forderungen kommen, diese Vergünstigungen für die Industrie einzustellen oder mindestens stark zu begrenzen, stellen sich Gewerkschafter gegen die Kürzungen. Der Spiegel schreibt: „Vor allem ein Zankapfel der Koalitionsgespräche bereitet den Gewerkschaftsvertretern Sorge: das Gezerre um milliardenschwere Stromrabatte. Denn je länger die Koalitionäre am Konferenztisch sitzen, desto wahrscheinlicher wird es, dass in Zukunft auch die Unternehmen stärker für den Ausbau von Wind-, Wasser- und Solarkraft zur Kasse gebeten werden.“

RWE funkt Mayday – Noch mehr Arbeitsplätze sollen weg

Darf ein Volksentscheid zwei Milliarden kosten und wie ist es mit der Finanzierung der Kampagnen. Meyer-Wellmann stellt viele Fragen zum Volksentscheid. Foto Dirk Seifert
Krise bei RWE – Geld fehlt immer mehr. Foto Dirk Seifert

Nach Vattenfall funkt nun auch der Atom- und Kohlekonzern RWE Mayday. Eine über Jahre verfehlte Energiepolitik und Schulden von rund 35 Milliarden Euro haben den Konzern in eine schwere Krise gestürzt. Im Handelsblatt wird RWE-Chef Terium mit folgenden Worten zitiert: „Die Erträge reichen nicht, um unsere Schulden zu bedienen. Um es klar zu sagen: eine gefährliche Situation“, warnte Terium.“ Terium spricht sogar davon, dass RWE die Krise nur überstehen könnte, wenn sich ein Partner findet, der sich am Unternehmen beteiligt. (Siehe auch hier Spiegel online)

Vattenfall Deutschland zerfällt: Verkauf der Braunkohle-Sparte bis Ende 2014

Der Countdown zum Vattenfall-Ausstieg aus der Braunkohle hat begonnen. Verkauft Vattenfall bis spätestens Herbst 2014? Foto: Dirk Seifert
Der Countdown zum Vattenfall-Ausstieg aus der Braunkohle hat begonnen. Verkauft Vattenfall bis spätestens Herbst 2014? Foto: Dirk Seifert

Das Ende von Vattenfall in Deutschland ist eingeläutet. In den nächsten Tagen wird sich der für die Vattenfall-Braunkohle in der Lausitz zuständige Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) mit dem Management treffen, um über die weiteren Schritte zu beraten. Für die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) ist offenbar klar, dass ein Verkauf der Lausitzer Tagebaue und Kraftwerke durch den Energiekonzern Vattenfall bis Herbst 2014 auf dem Plan steht. Dann wird in Schweden gewählt und bis dahin will Vattenfall das Braunkohle-Geschäft abgewickelt haben.

Ohne Perspektive? Schlechte Stimmung bei Vattenfall-Beschäftigten

Wie geht es im abgeschalteten AKW Krümmel weiter. Die MitarbeiterInnen sind verunsichert. Foto: Dirk Seifert
Wie geht es im abgeschalteten AKW Krümmel weiter. Die MitarbeiterInnen sind verunsichert. Foto: Dirk Seifert

Die Stimmung unter den Vattenfall-MitarbeiterInnen im AKW Krümmel ist im Keller – so richtig! Noch immer ist unklar, was mit dem Reaktor in Zukunft passieren soll. Vattenfall hat bis heute nicht erklärt, ob der Rückbau angestrebt oder ob es zu einem dauerhaften Einschluss der Anlage kommen wird. Nicht nur die Öffentlichkeit, auch die MitarbeiterInnen tappen im Dunkeln und wissen nicht, wie es weiter geht. Ende Mai hatte Vattenfall-Geschäftsführer Wasmuth weiter für Verunsicherung gesorgt, indem er in der Bergedorfer Zeitung ausführlich über den dauerhaften Einschluss „spekulierte“. „Ohne Endlager wird Krümmel zur Atom-Ruine“ titelte die Zeitung.

Volksentscheid Hamburg: GewerkschafterInnen für Rekommunalisierung der Energienetze in Hamburg

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GewerkschafterInnen für den Volksentscheid: JA zu 100 Prozent

Hamburger GewerkschafterInnen rufen für die Rekommunalisierung der Energienetze in der Hansestadt auf. Dazu haben sie jetzt einen eigenen Aufruf gestartet, mit dem sie für eine vollständige Rekommunalisierung der Energienetze werben. Derzeit werden die Netze noch von Vattenfall und E.on betrieben. Am 22. September kommt es in Hamburg zu einem Volksentscheid, den die Initiative „Unser Hamburg – Unser Netz“ durchgesetzt hat.

Tarifabschluss Vattenfall: Beschäftigungssicherung bis 2017 – Personalabbau sozialverträglich

vattenfall-02Bereits am 10. April haben sich die Gewerkschaften IG Metall, Verdi und IG BCE mit Vattenfall auf einen neuen Tarifvertrag für rund 15.000 der 20.000 Beschäftigten geeinigt. Nachdem die Gewerkschaften die Verhandlungen schon als gescheitert erklärt hatten und die Urabstimmung für einen Streik vorbereiteten, hatte der Konzern ein weiteres Angebot gemacht. Siehe auch Die Welt und Klimaretter.

Konflikte bei Vattenfall – Warnstreiks der Gewerkschaften

Vattenfall: Nicht mal eine fristgerechte Strompreiserhöhung bekommt das Unternehmen auf die Reihe. Foto: Dirk Seifert
Vattenfall: Warnstreiks und viele Konflikte. Foto: Dirk Seifert

Gestern haben sich bei Vattenfall rund „8.500 Angestellte des Energiekonzerns Vattenfall … nach Gewerkschaftsangaben an mehrstündigen Warnstreiks beteiligt“, schreibt der Focus. Anlass sind die laufenden Tarifverhandlungen, die nicht vorankommen. Zusätzlich hat Vattenfall die Stimmung mächtig angeheizt, nachdem der Konzern angekündigt hat, 1.500 Arbeitsplätze in Deutschland zu streichen.  Siehe auch: “Vattenfall – bald Tschüss und weg?”

Vattenfall Krise – Rückzugs-Gerüchte, massive Entlassungen und Probleme ohne Ende… Eine Lage-Übersicht

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Berlin bald ohne Vattenfall-Zentrale Deutschland? Die Konflikte verschärfen sich. Foto: Dirk Seifert

Eine Flut von Medienberichten gibt es in den letzten Tagen über die Krise beim Stromkonzern Vattenfall. Milliarden-Verluste, der Abbau von 2.500 Arbeitsplätzen, sinkende Erlöse beim Stromverkauf, deutliche Gewinn-Rückgänge, keine Strategie für die Energiewende, Gerüchte, dass Vattenfall sich aus der Braunkohle in Ostdeutschland zurück ziehen könnte – oder gar ganz aus Deutschland verschwindet. Und das alles während der seit langem heftigsten Tarifauseinandersetzungen zwischen Vattenfall und der Belegschaft. 4.000 Beschäftigte von Vattenfall gingen gestern für ihre Arbeitsplätze auf die Straße. Da geht es nicht nur um 6,5 Prozent mehr Lohn, sondern auch um die Forderung nach einer Beschäftigungsgarantie bis 2020. Da prallen gerade heftig die Interessen aufeinander. Weitere Warnstreiks sind noch für März angekündigt und bei einem Scheitern der Verhandlungen wird es bei Vattenfall zu Streik kommen!

Keine „Mördergrube“: Vattenfall irritiert die gesamte Lausitz

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Steigt Vattenfall aus der Braunkohle in der Lausitz aus? Foto: Dirk Seifert

Die Ankündigungen von Vattenfall, einen Block des 920 MW Braunkohlekraftwerk in Lippendorf bei Leipzig (Sachsen) zu verkaufen, löst heftige Reaktionen aus. Kein Wunder angesichts der in Schweden laufenden Debatte über Milliarden-Verluste, Fehlinvestitionen und den viel zu hohen CO2-Emissionen der Vattenfall-Tochter in Deutschland. Vattenfall in der Krise heißt auch: Der Konzern will 2.000 Arbeitsplätze abbauen, davon möglicherweise rund 1.000 in Deutschland. Fast die gesamte Expansions-Strategie von Vattenfall, die Anfang der 2000er Jahre zu Investitionen in fast allen Ostsee-Anrainer-Staaten führte und das Ziel verfolgte, Vattenfall zum großen Player in diesem Wirtschaftsraum zu machen, sind inzwischen gescheitert. Strategisch hat sich Vattenfall nicht nur in Deutschland völlig verhauen. (siehe auch: “Schweden empört sich über Vattenfalls Größenwahn”)

Vattenfalls Stern auf dem Rückzug – Was hat dich bloß so ruiniert?

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Vattenfall auf dem Rückzug? Das Deutschland-Engagement des schwedischen Stromkonzern steht offenbar in den Sternen. Foto: Dirk Seifert

Der schwedische Stromkonzern Vattenfall ist schwer angeschlagen und könnte sich auch aus seinem Geschäft in Deutschland zurückziehen. Offenbar gibt es immer mehr Stimmen, bis hinein in die schwedische Regierung, die eine solchen Rückzug fordern. Hohe finanzielle Verluste von rund vier Milliarden Euro, sinkende Gewinne in Deutschland und den Niederlanden aufgrund überteuerter Investitionen, geringer Stromnachfrage und sinkender Strompreise machen dem Unternehmen schwer zu schaffen.

Vattenfall – Tarifkonflikte und Personalabbau

Vattenfall: Nicht mal eine fristgerechte Strompreiserhöhung bekommt das Unternehmen auf die Reihe. Foto: Dirk Seifert
Vattenfall: Tarifverhandlungen ohne Ergebnis vertagt. Foto: Dirk Seifert

Während Vattenfall in Schweden angekündigt hat, europaweit 2.000 Arbeitsplätze abbauen zu wollen und in Schweden wegen zahlreicher Fehlinvestitionen schwer unter Druck steht – insgesamt hat das Unternehmen in den letzten Jahren rund vier Milliarden Euro in den Sand gesetzt  – verhandeln an den deutschen Standorten in Hamburg, Berlin und der Lausitz die Gewerkschaften um höhere Löhne. Für die Beschäftigten in Deutschland fordern sie 6,5 Prozent mehr Gehalt von Vattenfall. Heute ist nach Medienberichten die zweite Runde der Vattenfall-Tarifgespräche für die 15.000 Beschäftigten ohne Ergebnis vertragt worden. Über die erste Runde siehe die Erklärung der IG BCE hier. Laut Vattenfall beschäftigt das Unternehmen in Deutschland insgesamt 20.655 Mitarbeiter (Stand: 31.12.2011)