Geschichte Atomenergie: Plutonium – Das lebensbedrohliche Vermächtnis der Wiederaufarbeitung

plutoniumIm Zeitalter des Internets ist der Glaube weit verbreitet, alles wäre Online zu finden. Leider ist dem nicht so und deshalb widmet sich umweltFAIRaendern immer wieder der Aufgabe, alte Materialien zur Geschichte der Atomenergie zu digitalisieren und online zu bringen. Diesmal mit einer Greenpeace-Broschüre (*) aus dem Jahr 1989, die in der Reihe „Restrisiko“ als Nr. 5 unter dem Titel „Das lebensbedrohliche Vermächtnis der Wiederaufarbeitung – Plutonium – Reichtum und Tod“ erschienen ist. AutorInnen waren Dipl-Ing. Lutz Gärtner und Ulrike Fink von Rabenhorst, die damals beide bei der Gruppe Ökologie (heute Intac) in Hannover tätig waren.

Atommüll: Bayern lässt ausländische Castoren rein

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Demnächst wieder Castor-Transporte aus Frankreich und England. Diesmal nicht nach Gorleben, sondern nach Brokdorf, Biblis, Neckarwestheim und Ohu. Foto: Screenshot plusminus.

Bayerns Ministerpräsident Seehofer macht den Weg für die Rückkehr von Atommüll aus dem Ausland frei. Insgesamt sieben der 26 Castor-Behälter mit radioaktiven Abfällen sollen nun zwischen 2017 – 2020 nicht wie ehemals geplant ins Zwischenlager Gorleben, sondern an die AKW-Standorte Isar/Ohu (Bayern), Philippsburg Neckarwestheim (Baden-Württemberg), Biblis (Hessen) und Brokdorf (Schleswig-Holstein). Das Verbot weiterer Castortransporte nach Gorleben war eine der Forderungen von Niedersachsen für die Zustimmung zum Standortauswahlgesetz, mit dem ein Dauerlager für die hochradioaktiven Abfälle in einer vergleichenden Suche gefunden werden soll.

Atom-Deals: Deutsches und schwedisches Plutonium wird britisch

MOX-Fertigung in Sellafield, FOTO PA - Sellafield
Heiße Zellen in der britischen Plutoniumfabrik in Sellafield. Hinter dem Glas wurde Plutionium verarbeitet. Foto: Betreiber

Rund 140 Kilogramm Plutonium einer „deutschen Forschungsorganisation“ gehen in den Besitz von Großbritannien über. Das auch für Atomwaffen taugliche Plutonium dürfte aus Wiederaufarbeitungsverträgen deutscher Forschungszentren mit entsprechenden britischen Anlagen in Sellafield oder Dounreay stammen. Näherer andere dazu macht der Bericht des „nuklearforum.ch“ dazu leider nicht. Ebenso wechseln weitere 800 Kilogramm eines „nicht näher benannten schwedischen Stromerversorgers“ den Besitzer. In Frage kommen dabei u.a. die Atomkonzerne Vattenfall oder E.on, die eine Großteiler der schwedischen Atomkraftwerke betreiben.

Plutoniumfabrik Dounreay: Strahlende Strände und deutscher Atommüll.

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Verstrahlter Strand: Radioaktive Hotspots und deutscher Atommüll im schottischen Dounreay. © Plattbridger

Dounreay im äußersten Norden von Schottland. Einer der dreckigsten Atomstandorte der Welt. Die Strände sind verstrahlt, seit Mitte der 90er Jahre werden radioaktive Hotspots gefunden. Kleine Teilchen, die hochgradig strahlen. Teilchen, die möglicherweise auch aus der Aufarbeitung von hochradioaktiven Brennelementen aus deutschen Atomforschungsreaktoren stammen. Zwischen 1992 und 1996 wurde in der Plutoniumfabrik in Dounreay der Strahlenmüll aus diesen Reaktoren wiederaufgearbeitet. Der gesamte Atommüll aus dieser Aufarbeitung lagert noch dort,  muss aber von Deutschland zurück genommen werden. Dass soll bald passieren, aber ganz anders als gedacht. Der Müll wird „geswapt“, verwandelt sich von viel leichtaktiv zu weniger hochradioaktiv und wird nicht aus Dounreay sondern aus Sellafield kommen. Eine komplizierte Geschichte aus der unendlichen Serie ungelöster Atommüllprobleme.

Kein Neustart: Zwischenbilanz zur Sicherheit der Atomkraftwerke in Niedersachsen: Grüner Minister im Fachgespräch

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Grüner Umweltminister Wenzel, Niedersachsen: Zwischenbilanz zur Sicherheit laufender Atomkraftwerke. Kritisches Fachgespräch in Hannover.

Zu einem Fachgespräch über den Status der Sicherheitsüberpüfungen der laufenden Atomkraftwerke in Nieder­sachsen hat heute der nieder­sächsische Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) geladen. Außerdem stand der Einsatz von plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen und die damit verbundenen Risiken auf der Tages­­ordnung. Eines ist nach der Veran­staltung klar: Einen Neustart in der Überwachung und bei den Sicher­­heits­­anforder­un­gen gibt es auch im rot-grünen Niedersachsen nicht. Klare Aussagen, wo das Umweltministerium höhere Anforderungen stellt? Fehlanzeige.

Castor-Geschacher: Hochradioaktive Politik auf der Suche nach „dringlichen“ Regelungen

Hochradioaktiver Atommüll am AKW Brunsbüttel: Darfs noch etwas mehr sein? Foto: Vattenfall
Hochradioaktiver Atommüll am AKW Brunsbüttel: Für Schleswig-Holsteins grünen Minister Habeck darfs noch etwas mehr sein. Foto: Vattenfall

Das Geschachere mit hochradioaktivem Atommüll aus den Plutoniumfabriken in Frankreich (La Hague) und England (Sellafield), die in den nächsten Jahren von Deutschland zurück zu nehmen sind, geht unbeirrt weiter. Da diese Abfälle nicht in das Atommüll-Lager nach Gorleben sollen, braucht es andere Aufbewahrungsorte. Bislang haben sich nur zwei rot-grüne Landesregierungen bereit erklärt, diesen Strahlenmüll aufzunehmen. Die neue Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) will das Problem nun „dringlich“ regeln und fordert die neue schwarz-grüne Landesregierung auf, einen Teil des Atommülls zu übernehmen. Doch selbst wenn genug Länderregierungen mitmachen: Ohne die Zustimmung der AKW-Betreiber geht gar nichts.

Deals mit und ohne Castor: Endlagersuche ohne Bürgerbeteiligung geht weiter

einbahnstrassenVollmundig hatte die rot-grüne Landesregierung in Schleswig-Holstein getönt: Ohne eine Lösung bei den Castortransporten aus Sellafield und La Hague, gäbe es in Sachen Endlagersuchgesetz ein Problem. Gut gebrüllt Löwe. Nun haben der Grüne Energieminister Robert Habeck und der SPD-Ministerpräsident Torsten Albig offenbar den Rückwärtsgang eingelegt: Das Endlagersuchgesetz soll per Eilverfahren im Juli trotz massiver Kritik aller Umweltverbände und Initiativen noch vor der Sommerpause beschlossen werden – obwohl das Castorproblem bislang ungelöst ist.

Total historische Konsenstage: Grüne Schleswig-Holstein beraten Castorannahme – CDU/FDP für Gorleben

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Energieminister Robert Habeck streitet
RebeccaHarms-April2014
gemeinsam mit der Europaabgeordneten Rebecca Harms, Fotos: Dirk Seifert

Während die Grünen in Schleswig-Holstein am Abend über die Bedingungen diskutieren, unter denen Castortransporte aus der Wiederaufarbeitung in das nördlichste Bundesland rollen dürfen, halten CDU und FDP voll dagegen – und zeigen, wie wenig tragbar der vermeintliche Konsens bei der Endlagersuche ist.

Alle mal Endlager suchen – Töpfer zeigt den Weg

ESG-facebook-shareHinter den Kulissen wird geschoben. Um noch vor der Sommerpause ein Endlagersuchgesetz auf den Weg zu bringen, ist Eile angesagt. Während sich die Parteispitzen, FraktionschefInnen und MinisterInnen offenbar im regen Austausch befinden, bleiben Anti-Atom-Bewegung wie auch sonst BürgerInnen weiter außen vor. Als Öffentlichkeitsbeteiligung soll ein Gremium von 24 Personen fungieren. Nachdem im Bundestag die Grundzüge und wichtigsten Bausteine zur Endlagersuche beschlossen sind, sollen diese 24 Personen bis Ende 2015 die Sicherheitskriterien erarbeiten, die künftig für die Endlagerung gelten sollen. Deren Ergebnisse haben jedoch lediglich einen Empfehlungscharakter. Bundesrat und Bundestag können, aber sie müssen diese Empfehlungen nicht übernehmen.

Korrektur: Keine Castortransporte nach Gorleben: 26 Behälter mit strahlendem Atommüll suchen neue Heimat

atommüllfassKorrektur: Nicht 54 wie zuerst gemeldet, sondern offenbar doch „nur“ 26 Behälter mit strahlendem Atommüll suchen eine neue Heimat, wenn diese nicht wie bislang vorgesehen in das Zwischenlager Gorleben rollen sollen. Noch 2011 waren wie zunächst gemeldet, 22 Behälter für mittelradioaktive Abfälle aus La Hague für Gorleben vorgesehen (siehe unten). Nach aktuellen Angaben auf der Homepage des Bundesamt für Strahlenschutz sind diese jetzt jedoch verringert worden, so dass nur noch fünf solcher Behälter transportiert werden müssen. Hinzu kommen 21 Behälter aus Sellafield. Außerdem hatte ich irrtümlich 11 Castorbehälter aus Franreich mit gerechnet, die im Herbst 2011 bereits nach Gorleben transportiert worden sind. Ich bitte um Entschuldigung, für die falsche Meldung zuvor!!!

Plutoniumeinsatz im AKW Grohnde stoppen – die neue Regierung in Niedersachsen ist gefordert.

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Am kommenden Wochenende wird das AKW Grohnde zum Brennelementewechsel runter gefahren werden. Eon will dann MOX-Brennelemente einsetzen, die als besonders gefährlich gelten. Foto: Dirk Seifert

Atomkraftgegner haben heute dem grünen Umweltminister Wenzel in Niedersachsen eine „Denkschrift gegen MOX-Brennelemente“ (PDF) übergeben. In einer Pressemitteilung zur Übergabe teilt die Regionalkonferenz „AKW Grohnde abschalten“ mit:  „Vor dem Ministerium hatten die AWK-Gegner eine 3 Meter hohe AKW-Attrappe mit Kühlturm und 16 Atommüll-Fässer mit der Aufschrift „STOPP MOX PLUTONIUM“ aufgebaut. Bilder von der Aktion finden Sie unter http://www.publixviewing.de