Neues Strahlenschutz-Gesetz: BUND fordert Reduzierung der Dosisgrenzwerte

Bei einer Anhörung zum Entwurf für ein neues Strahlenschutzgesetz hat der BUND heute eine Reduzierung der dort formulierten Dosisgrenzwerte auf ein Zehntel gefordert und sich dagegen ausgesprochen, gering belastetes radioaktives Material aus dem Abriss von Atommeilern unkontrolliert freizugeben. Das teilte der Umweltverband heute in einer Presseerklärung mit. Auf 28 Seiten legen die Strahlenschutz-ExpertInnen des BUND ihre Kritik an dem vorliegenden Gesetzentwurf vor. Insgesamt 50 Anti-Atom-Organisationen, darunter auch die internationale Ärtzeorganisation IPPNW, das Umweltinstitut München, die AG Schacht Konrad und viele Bürgerinitiativen, fordern in einer Kurzstellungnahme stricktere Strahlschutzregeln.

Gering strahlende Abfälle beim AKW-Abriss: BUND legt Eckpunkte zur Freigabe radioaktiver Abfälle vor

Arzt-FreihaltenHunderttausende Tonnen von Abfällen entstehen beim geplanten Rückbau der Atommeiler. Unterhalb eines Richtwerts dürfen nach bestehenden Regelungen radioaktive oder kontaminierte Abfälle freigegeben werden. Das sorgt für massive Proteste vor allem bei den AnwohnerInnen und Kommunen mit Deponiestandorten. Allerdings nicht nur Deponien sind betroffen. Grundsätzlich können derartige gering belastete Abfälle auch einfach in die Wertstoffkreise gelangen, der Beton für Straßenbau und Stahl für “neue Bratpfannen”. Der BUND lehnt diese unkontrollierte Verteilung und Ablagerung derartiger Materialien ab, heißt es jetzt in einem Eckpunkte-Papier des Bundesverbandes, der von der BUND Atom- und Strahlenkommission (BASK) erarbeitet worden ist.

Strahlenschutz wird Gesetz: Anti-Atom-Gruppen fordern Nachbesserungen

20160503-Demonstration-Freimessung-HZG-GKSS-Dialog-045Der Strahlenschutz soll in Deutschland nun endlich Gesetz werden. Ein entsprechender Referentenentwurf liegt inzwischen vor und befindet sich in der so genannten Verbändeanhörung. Die Bundesregierung reagiert damit auf eine EU-Richtlinie, deren Ziel die Anpassung des Strahlenschutzes an den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand ist. Doch Anti-Atom-Gruppen bezweifeln, dass der vorliegende Entwurf dieses Ziel erreicht und fordern schon jetzt Nachbesserungen.

Atommüllkonferenz: Auf dem Prüfstand – Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle und der Strahlenschutz

Castoren-Fertigung bei GNS - Wie sehen die künftigen Anforderungen an die Zwischenlagerung aus? Foto: GNS
Castoren-Fertigung bei GNS – Wie sehen die künftigen Anforderungen an die Zwischenlagerung aus? Foto: GNS

Die Anti-Atom-Initiativen stellen auf ihrer nächsten Atommüllkonferenz (AMK) am 24. September in Göttingen die Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle und den Strahlenschutz auf den Prüfstand. Atommülllager in Jülich und Brunsbüttel ohne ausreichende Atomrechts-Genehmigungen, der mögliche Neubau einer Castor-Halle in Lubmin, laufende Nachrüstungen im Zuge des Terrorschutzes an allen Zwischenlagern, fehlende heiße Zellen und die Erkenntnis, dass die Zwischenlagerung 80 und mehr statt der bislang genehmigten 40 Jahre dauern kann, werfen erhebliche sicherheitsrelevante Fragen auf. Der Atommüllreport plant außerdem für den 25. November eine Fachtagung zum Thema Zwischenlagerung. Zweites Schwerpunktthema der AMK ist die eher im Stillen laufende nationale Umsetzung der EU-Strahlenschutz-Richtlinie 2013/59/Euratom. Bis Februar 2018 muss die auch in der Bundesrepublik umgesetzt werden – mit der Möglichkeit, strengere Regelungen als die derzeit kritisierten zu treffen.

Niedrig kontaminierte radioaktive AKW-Abfälle: Kontrollieren oder nur emotionale Probleme?

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Montage: Gutachter Neumann widerspricht grünem Energieminister Habeck – Abfälle aus AKW Abriss besser kontrollieren als einfach freigeben

Geht es um die künftige Behandlung der Abrissabfälle aus dem Rückbau der AKWs sind sich Vattenfall und der grüne Energieminister Robert Habeck darin einig, dass es sich bei den großen Mengen von gering kontaminierten radioaktiven Abfällen nicht um Atommüll, sondern vor allem um ein emotionales Problem handelt, nämlich das der BürgerInnen, so Habeck jetzt im Flensburger Tageblatt. Unterhalb eines Wertes von 10 Mikro-Sievert dürfen Bauschutt-Abfälle freigemessen und deponiert oder wiederverwertet werden. Aus Sicht von Vattenfall und Habeck und der geltenden Strahlenschutzverordnung ist das kein Atommüll. Entsprechend strebt Habeck ein Bündnis an, um den Rückbau der Meiler schnellstmöglich umzusetzen. Umweltschützer sind da nicht so ganz überzeugt. Die großen Mengen von Abrissabfällen, die unterhalb des genannten Wertes unkontrolliert verbreitet werden, erhöhen in der Summe die Strahlenbelastung. Mindestens eine Kontrolle der Abriss-Abfälle müsste erfolgen, so der Gutachter Wolfgang Neumann in einer Studie für den BUND.

Die die Strahlen schützen: Beratungsgremium der Bundesregierung neu besetzt

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Wenn es Probleme mit den Strahlen gibt…. Die SSK hilft …. Foto: Dirk Seifert

Was ist zu tun, wenn es nach einer Reaktorkatastrophe kracht und Radioaktivität freigesetzt wird? Rat dazu gibt es nicht nur beim Bundesamt für Strahlenschutz, sondern auch von der Strahlenschutzkommission (SSK). Dieses Gremium gilt als unabhängig und ist für die Beratung des Bundesumweltministeriums in sämtlichen Fragen des Strahlenschutzes zuständig. Die Fachleute sind nicht nur für die radioaktiven Folgen bei der Nutzung der Atomenergie im Rahmen der Stromerzeugung als Berater aktiv. Auch für den Strahlenschutz im medizinischen Bereich, beim Funk und ähnlichen Strahlen ist die SSK zuständig. Dieser Tage hat die neue Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) die Spitze der Strahlenschutzkommission (SSK) in ihren Ämtern bestätigt und gleichzeitig drei neue Mitglieder in die Kommission berufen.

Rückbau Atomkraftwerk Obrigheim: Wie aus Atommüll normaler Müll wird

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Jede Menge Atommüll beim Rückbau des AKW Obrigheim: Wohin damit? Foto: Bürgerinitiative AtomErbe Obrigheim

Bei dem Rückbau der Atomkraftwerke fallen großen Mengen radioaktiver Abfälle an, für die es bis heute keine dauerhaft sicheren Lagermöglichkeiten gibt. Für die hoch radioaktiven Abfälle sind mangels Entsorgung an den AKW-Standorten so genannte Zwischenlager errichtet worden. Die leicht- und mittelaktiven Strahlenabfälle sollen in den Schacht Konrad in Salzgitter, aber auch hier gibt es etliche Sicherheitsmängel und die Inbetriebnahme verzögert sich immer weiter. Viele Tausend Tonnen von strahlendem Abfall – Betonabbruch und Stahlreste – werden jedoch nach einer “Freimessung” einfach auf Hausmülldeponien, im Stahlrecycling oder auch im Straßenbau abgelagert oder genutzt. Offiziell werden diese niedrig strahlenden Abfälle als “unbedenklich” deklariert – dauerhaft wird so die Radioaktivität in der Umwelt flächendeckend verteilt und erhöht.

Fehlender Katastrophenschutz – Bundesamt für Strahlenschutz bestätigt Kritik der Ärzteorganisation IPPNW

Pressemitteilung IPPNW: “Das Bundesamt für Strahlenschutz teilt die Kritik der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW am derzeit geltenden Katastrophenschutz bei einem AKW-Unfall. Das bestätigte eine Sprecherin des Instituts gegenüber der Augsburger Allgemeinen. Eine Studie des Amtes war bereits im April diesen Jahres zu dem Schluss gekommen, dass der Katastrophenschutz in Deutschland bei einem Super-GAU versagen würde. Die Innenminister haben bisher keinerlei Konsequenzen gezogen.

Braunschweiger Atomfirmen – Stadt trickst und will Erweiterung nicht ausschließen

In Braunschweig will die Firma Zielger und Eckert groß in das Geschäft mit Atommüll einsteigen und dazu ihr Gelände erweitern. Künftig will die Firma in direkter Nähe zu einem Wohngebiet und an einer großen Schule leichtradioaktiven Atommüll umverpacken und konditionieren. Seit das bekannt wurde, gibt es viel Streit und Auseinandersetzungen zwischen Bürgern, Initiativen, der Stadt und der Firma. Vor wenigen Tagen hat es zu dem Entwurf für einen neuen Bebauungsplan eine Anhörung gegeben. Auf der Homepage der AG Schacht Konrad ist dazu mehr zu erfahren.

Atomfirmen sind überall – Eckert & Ziegler und GE-Healthcare

Es gibt rund um Braunschweig nicht nur Atommülllager… Foto: Dirk Seifert

Der Großraum Braunschweig ist inzwischen überregional als „Weltatomerbe Braunschweiger Land“ bekannt. Die Großstadt in Niedersachsen liegt zwischen dem vom Absaufen bedrohten Skandal-Bergwerk Asse II und dem Atommülllager Schacht Konrad – beides in Fahrradentfernung.

GKSS-Forschungsreaktor stilllegen – Dialog und Probleme

Das Reaktorgebäude der Atomforschungsanlage GKSS/HZG bei Geesthacht. Radioaktives Erbe des atomaren Wahnsinns. Foto: Dirk Seifert

Wohl über 100 Menschen waren gestern der Einladung der Betreiber der Atomforschungsanlagen der GKSS in Geesthacht gefolgt. Das heutige Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG) plant den Rückbau der Atomanlage und will dabei “größtmögliche Offenheit und Transparenz herstellen”, so der HZG-Geschäftsführer Kaysser.