Hamburg radioaktiv: 160 Atomtransporte in 2015 und kein Ende – Aktionen angekündigt

AtomtransporteAtlanticCartier-HH-Hafen03052014-FotoDirkSeifert-20
In bester Hafenlage: Atomtransporte finden wie hier u.a. mit der Atlantic Cartier statt. Im Mai 2013 kam es an Bord des Schiffes im Hafen zu einem Großbrand – an Bord: Munition und radioaktive Container.

„Mindestens 160 Atomtransporte sind im letzten Jahr durch Hamburg gegangen, darunter 88 mit Kernbrennstoff, zwei mit Mischoxidbrennelementen und drei mit bestrahlten Brennstäben. Uranhexafluorid macht weiterhin einen Großteil dieser Transporte aus.“ So fassen Stephan Jersch und Norbert Hackbusch von der Hamburger Linksfraktion in einer PM die Ergebnisse ihrer regelmäßigen Kleinen Anfragen zum Thema Atomtransporte durch Hamburg zusammen. Die aktuellste Drucksache hat die Nr: Drs. 21/3338 (PDF). AtomkraftgegnerInnen kündigen weiteren Protest an.

Uran-Fabrik USA – Honeywell Metropolis: Arbeitskampf, Ausperrung und Gesundheitsschutz

HoneywellMetropolis-USW
Ausgesperrt: Beschäftigte der Uranfabrik von Honeywell in Metropolis, USA. Foto: USW

Uran-Geschäfte der anderen Art: In den USA kämpfen die Beschäftigen einer Anlage zur Herstellung von Uranhexafluorid (UF6) – einem Zwischenprodukt auf dem Weg zur Herstellung von Brennelementen für Atomkraftwerke – seit Jahren für bessere Tarifbedingungen und besseren Gesundheitsschutz. Wieder einmal hat die zum Honeywell-Konzern gehörende Geschäftsleitung im Werk in Metropolis, Süd-Illionois, die Belegschaft ausgesperrt. Darüber berichten US-Medien und The Militant.

Atomtransporte Hamburg: Dreckiges Namibia-Uran auf dem Weg zu hochradioaktivem Atommüll

Urangestein-Wismut-2014-Ippnw-TagungInsgesamt 36 Container mit radioaktivem Uranzerkonzentrat, so genanntem Yellow Cake lagern derzeit im Hamburger Hafen. AtomkraftgegnerInnen hatten diese geheimen Atomtransporte erneut vor einige Tagen im Hamburger Hafen entdeckt. 14 Container haben ihren Ursprung in Namibia, wo das Uran aus sogenannten Open-Pit-Minen wie der „Rössing“ oder der „Langen Heinrich“ im Tagebau aus der Erde geholt wird. Das geht nur mit massiven Umweltzerstörungen und mit hohen gesundheitlichen Risiken für die Bergarbeiter und die AnwohnerInnen. Was mit Umweltzerstörung beginnt wird nach einer Weltreise über zahlreiche Atomanlagen zu hochradioaktivem Atommüll. Was mit dem geschehen soll, weiß weltweit kein Mensch.

Atomtransporte sind überall – Eine atomare Medienreise mit der strahlenden Fracht durch Deutschland

Geheime Atomtransporte quer durch Deutschland - AtomkraftgegnerInnen und Medien sind ihnen auf der Spur
Geheime Atomtransporte quer durch Deutschland – AtomkraftgegnerInnen und Medien sind ihnen auf der Spur

Atomtransporte überall. Viele Medien berichten über die zahlreichen Transporte zum Betrieb von Atomkraftwerken, die über Straßen, Schiene und Wasserwege quer durch Deutschland unterwegs sind. Vom Norden der Republik quer durch Deutschland bis ins Saarland haben zahlreiche Medien sich auf die strahlende Spur von Atomtransporten gemacht und berichten über eine Vielzahl von Auffälligkeiten dieser Transporte, die normalerweise tagtäglich im Geheimen unterwegs sind.

Brennender Atomfrachter in Hamburg – wollte die Umweltbehörde vertuschen?

uran2Am 1. Mai brannte in Hamburg der Frachter „Atlantic Cartier“. Die Hamburger Feuerwehr war mit einem Großaufgebot im Einsatz, um den Brand zu löschen. Die Ladung, so hieß es bislang in den Medien (z.B. NDR oder Hamburger Abendblatt), hätte aus Autos und Gefahrstoffen bestanden. Jetzt enthüllt eine Schriftliche Kleine Anfrage der Grünen Bürgerschaftsfraktion an den SPD-Senat, dass sich auch insgesamt 20 Tonnen radioaktiver Stoffe an Bord des Atomfrachters befanden. Darunter auch neun Tonnen des besonders gefährlichen Uranhexafluorid.  Außerdem, so die Grünen, sei auch Munition an Bord gewesen. Der Feuerwehr ist es gelungen, dass es zu keiner Katastrophe gekommen ist. (Siehe auch Abendblatt)

Rot-Grün NRW: „Landesregierung weigert sich Sicherheitsstandards anzuheben“

robinwood_uranfabrig_gronauDie Anti-Atom-Initiativen in Nordrhein-Westfalen reagieren zunehmend empört auf die Untätigkeit der rot-grünen Landesregierung in Düsseldorf in Sachen Atomausstieg und Sicherheit von Atomanlagen. Dabei geht es aktuell um die zu kleinen oder sogar fehlenden Flugverbotszonen über den Atomanlagen in NRW. Bereits vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass an der Uranfabrik in Gronau Atommüll völlig unbefristet gelagert werden darf. Weil URENCO es als Wertstoff behandelt, verzichtet die Landesregierung ebenso wie die Bundesregierung auf den sonst fälligen Atommüll-Entsorgungsnachweis. Einen Nachweis, in welcher Weise URENCO das abgereicherte Uran verwertet, liegt nicht vor und wurde offenbar nicht einmal verlangt. Siehe dazu:  Statt Atommüllentsorgung – Oberirdische Lagerung für radioaktives Uran völlig unbefristet!

Urangeschäfte der URENCO: Neue Atomanlage und 100 Jahre Zwischenlagerung

Die Uranfabriken der URENCO wachsen weiter: Im britischen Capenhurst bei Liverpool entsteht eine neue Fabrik zur Umwandlung von abgereichertem Uranhexafluorid (UF6)  zu Tri-Uran-Octoxid (U3O8). In dieser chemischen Form ist das Uran weniger reaktionsfähig als das leicht flüchtige UF6. Bis zu 100 Jahre soll der Atommüll dort oberirdisch gelagert werden!