Atomgeschäfte: GNS und Westinghouse werden Reaktoren von E.on/PreussenElektra zerlegen

Einschlägige Atomkonzerne haben sie aufgebaut und Geld verdient – nun verdienen sie mit dem Abbau. Die Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) hat vor wenigen Tagen von E.on/PreussenElektra gemeinsam mit dem angeschlagen Konzern Westinghouse den Zuschlag erhalten, insgesamt sechs Reaktoren aus den stillgelegten AKWs zu zerlegen und zu verpacken. GNS? Genau, die Firma, die die „berühmten“ Castor-Behälter für hochradioaktiven Atommüll herstellt. Zum Auftragswert sagten die Unternehmen nichts. Die Laufzeit soll über zehn Jahre betragen. umweltFAIRaendern dokumentiert die PM von E.on/Preussen Elektra bzw. von der Seite der GNS.

Dokumentation: GNS und Westinghouse erhalten Zuschlag für Großprojekt, 23.01.2018

Nach mehrmonatigen Verhandlungen vergab PreussenElektra Mitte Dezember einen Großauftrag zur Zerlegung und Verpackung der Reaktordruckbehälter-Einbauten in sechs seiner zum Rückbau anstehenden Kernkraftwerke. Der Auftrag wurde an die Bietergemeinschaft ZerKon, bestehend aus den drei Gesellschaften GNS Gesellschaft für Nuklear-Service, Westinghouse Electric Germany und Westinghouse Electric Sweden, vergeben.

„Die Vergabe dieses Auftrags ist für uns ein wichtiger Meilenstein: Das Entfernen der Einbauten in den Reaktordruckbehältern hat für jeden einzelnen Rückbaustandort und für die gesamte Flotte entscheidende Bedeutung für die erfolgreiche Umsetzung unserer Rückbaustrategie“, so der für Stilllegung und Rückbau zuständige Geschäftsführer Jan Cornelis Homan. „Die Zerlegung und Verpackung dieser Einbauten gehört zu den technisch anspruchsvollsten und komplexesten Projekten innerhalb des Rückbaus. Aus diesem Grunde benötigen wir für diese Arbeiten erfahrene und bewährte Partner, die die Komplexität des Projekts einerseits und die Sensibilität in Sachen Arbeitssicherheit andererseits in unserem Sinne sicher und zuverlässig umsetzen können. Wir sind überzeugt, dass wir diese mit den ausgewählten Firmen gefunden haben.“

GNS übernimmt im Rahmen der Abwicklung dieses anspruchsvollen Projektes die Führung des Konsortiums und ist insbesondere verantwortlich für die endlagergerechte Verpackung der Abfälle. Westinghouse übernimmt vorrangig die Zerlegung der RDB-Einbauten unter Verwendung bewährter Zerlegetechnik.

Das Projekt ist auf mehr als 10 Jahre angelegt. Zu den Einbauten im Reaktordruckbehälter gehören maßgeblich Einrichtungen, die die Brennelemente im Behälter fixiert und die Durchströmung mit Kühlmittel sichergestellt haben. Die Zerlegung und Verpackung erfolgt dabei fernhantiert unter Wasser. Für die sechs Kernkraftwerke der PreussenElektra sind dabei insgesamt ca. 900 Tonnen in rund 1.100 endlagerfähige Behälter und Container zu verpacken.

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