Trotz gegenteiliger Ankündigung: Kernbrennstoff über Hamburger Hafen

Nicht so einfach, die Sache mit dem freiwilligen Verzicht auf Atomtransporte mit Kernbrennstoffen im Hamburger Hafen. Nicht nur, dass es sich bei dieser speziellen Sorte von radioaktiver Fracht nur um einen Teil der Atomtransporte handelt, die für die Atomenergienutzung insgesamt durch den Hamburger Hafen gehen. Atomkraft-Gegner*innen stellten Anfang Mai fest, dass zumindest in einem Fall weiterhin Kernbrennstoff über den Hafen bei Eurogate umgeschlagen wurde, nachdem der rot-grüne Senat vollmundig zuvor nach fast vier Jahren Verhandlungen einen freiwilligen Verzicht auf Kernbrennstoff-Umschläge verkündet hatte.

Als Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft teilt der Senat nun mit: Am 2. Mai wurden von dem aus Russland kommenden Schiff „Kapitan Mironov“ „drei Container mit Gefahrgut Klasse 7 / UN 3325 gelöscht. Darin enthalten waren somit Kernbrennstoffe im Sinne § 2 Abs. 1 Atomgesetz.“ Bestimmt war die Fracht für die Brennelementefabrik in Lingen, deren Betrieb bis heute nicht befristet ist und die weltweit Atomkraftwerke versorgt.

Der Senat hatte jüngst mitgeteilt, dass künftig keine Kernbrennstoffe mehr über den Hamburger Hafen umgeschlagen werden. Das hätten die Umschlagsunternehmen im Hafen dem Senat im Rahmen eines freiwilligen Verzichts erklärt. Die Drucksache mit den Fragen und Antworten hier als PDF. Zu den weiteren Hintergründen und den weiterhin in Hamburg zulässigen Atomtransporten siehe auch hier:

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