Uran-Müll-Proteste nicht nur bei URENCO in Gronau

(Mit Update unten) Entlang der Transportstrecke für die Uranmüllexporte des URENCO-Konzerns von Gronau über Amsterdam nach Russland hat es heute vielfältigen Protest gegeben, berichten der WDR und Anti-Atom-Initiativen. Auch der Blog Urantransporte informiert. Insgesamt 12.000 Tonnen abgereichertes Uran „entsorgt“ der internationale Urankonzern, der zu einem Drittel gemeinsam zu E.on und RWE gehört, in den nächsten Jahren nach Russland. URENCO spricht dabei offiziell nicht von Müll, sondern von Wertstoffen. Der Grund: Aus der Anreicherungsanlage in Gronau liefert URENCO abgereichertes Uran zur Wiederanreicherung nach Russland. Bei diesem Vorgang entsteht sehr wenig wiederangereichertes Uran, aber sehr viel noch weiter abgereichertes Uran. Dieser größte Teil verbleibt dauerhaft in Russland. Das sei so üblich, sagt die Bundesregierung lapidar in ihren Antworten auf Nachfragen von Grünen und Linken Abgeordneten. Von Gronau aus geht der Transport per Schiene über Hamm und Mönchengladbach nach Amsterdam. Von der dort per Schiff über das Skagerak nach St.Petersburg. Bis zum Abend war der Atommüll-Zug aus Gronau noch nicht gestartet. Das große Polizeiaufgebot in der Region zeigt, dass der Abtransport für heute geplant war.

Update: Der Transport mit 600 Tonnen abgereichertem Uran ist am Dienstag mit Verzögerung gestartet und bei Münster durch eine Aktion kurz nach dem Start ausgehalten worden. Der WDR berichtet: „In Gronau ist am späten Dienstagvormittag (10.12.2019) ein Uran-Zug gestartet. Seine Fracht soll nach Russland gebracht werden. Bei Nienberge wurde er zunächst durch eine Blockade aufgehalten. Im Ortsteil Häger hatte sich eine Frau von einer Brücke abgeseilt. Am frühen Nachmittag konnte die Polizei die Blockade beenden. Der Zug rollte danach über Münster weiter Richtung Hamm.“

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