Castor-Transporte aus französischer Plutoniumfabrik nach Philippsburg „nicht vor 2023“

Castor-Transporte aus französischer Plutoniumfabrik nach Philippsburg „nicht vor 2023“

Die nächsten Atommüll-Transporte in Castor-Behältern aus der französischen Plutoniumfabrik in La Hague werden frühestens 2023 erfolgen. Ziel ist dann das Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle in Philippsburg. Eine dazu erforderliche Einlagerungsgenehmigung ist noch nicht erteilt. Die dafür benötigten Behälter sollen demnach bei der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) in der Fertigung sein bzw. sich noch in der Fertigung befinden. Das teilte Dr. Michael Hoffmann von der Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) auf einer Veranstaltung bereits am 23. April mit. Thema war die Rückführung radioaktiver Abfälle aus der vermeintlichen Wiederaufarbeitung von deutschen Uran-Brennelementen in Frankreich und England, die 2005 per Atomgesetz verboten wurde. Bis dahin wurden verbrauchte hochradioaktive Brennelemente aus Deutschland ins Ausland gekarrt, weil es keine ausreichenden Entsorgungskapazitäten gab. In Frankreich und England wurde das durch den Reaktoreinsatz in geringem Umfang entstandene Plutonium (unter 5 Prozent) abgetrennt. (Foto: Zwischenlager Philippsburg.)

  • Aus dem abgetrennten Plutonium wurde unter hohem Kostenaufwand und mit den enormen Risiken beim Umgang mit dem auch für Atomwaffen tauglichen Plutonium sogenannte Mischoxid-Brennelemente hergestellt, die als MOX erneut in die AKWs eingesetzt wurden. Alles zum Thema MOX auf umweltFAIRaendern.de

Hoffmann teilte mit Hinweis auf das Zwischenlager Philippsburg mit, dass  „nach derzeitigen Planungen ein Transport nicht vor 2023“ erfolgen soll, schränkte aber ein, dass die BGZ nicht „Herr des Termins“ und auf Informationen der Betreiber angewiesen wäre.

Nicht nur aus Frankreich soll Strahlenmüll per Castor zurück nach Deutschland geholt werden. Bereits Ende 2020 erfolgte ein erster solcher Rücktransport mitten in der Corona-Pandemie aus der britischen Plutoniumfabrik in Sellafield über den Hafen von Nordenham nach Biblis. Gegen die Einlagerungsgenehmigung der Bundes-Atommüllbehörde BaSE für das Zwischenlager Biblis hat der BUND Hessen Klage erhoben. Weitere Castor-Transporte aus Sellafield sollen in die Zwischenlager nach Brokdorf und Ohu/Niederaichbach (Isar) bei Landshut gehen.

Zur Fertigung der Transportbehälter für die noch anstehenden Sellafield-Transporte hatte Hoffmann auf der Veranstaltung mitgeteilt, dass er nicht sagen könne, wann diese zur Verfügung stehen. Für weitere Informationen hatte die BGZ an den Hersteller GNS verwiesen.

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Dirk Seifert

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