Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V.
Prinz-Albert-Str. 73, 53113 Bonn,
Fon 0228-21 40 32, Fax 0228-21 40 33
BBU

 

 

Übersicht

Presseerklärung zum 18. Jahrestag der UAA-Inbetriebnahme in Gronau:

"Wer vom Atomaustieg spricht, aber dem Ausbau der UAA Gronau, die AKW mit Uran versorgt, tatenlos zusieht, ist unglaubwürdig und macht sich lächerlich!"

Anläßlich des 18. Jahrestages der Inbetriebnahme der Urananreicherungsanlage (UAA) im westfälischen Gronau (15.8.1985), haben der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e. V. und der örtliche Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau erneut die Stillegung der bundesweit einzigartigen Atomfabrik gefordert. In einer gemeinsamen Presseerklärung kündigten der BBU und der AKU Gronau weitere Proteste die Uranfabrik an, deren Betrieb mit zahlreichen Urantransporten pro Jahr verbunden ist.

Nach Angaben von BBU und AKU Gronau hat es in den ersten 18 Jahren des UAA-Betriebes wiederholt meldepflichtige Störungen gegeben. Das Gronauer BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz befürchtet, dass mit zunehmendem Alter der Anlage auch die Störfallanfälligkeit weiter zunehmen wird. Buchholz: "Ich habe Angst, dass es bei einem Unfall in der Anlage, bei einem Flugzeugabsturz auf den Anlagenkomplex oder bei einem Uran-Transportunfall zu erheblichen Uranfreisetzungen kommen kann. Nur die sofortige Stillegung der UAA kann diesen Gefahren entgegenwirken!"

BBU und AKU Gronau weisen darauf hin, dass es seit den 70er Jahren, als die Anlage geplant wurde, bis zum heutigen Tag, immer wieder kontinuierlich Proteste und Widerstand gegen die UAA gegeben hat. Aktuell muß sich das NRW-Energieministerium mit rund 7500 Einsprüchen gegen den beantragten Ausbau der UAA Gronau befassen. Im Juli hatte hierzu ein viertägiger Erörterungstermin stattgefunden. Dabei wurde bekannt, dass neben der UAA das bundesweit einzige Uranoxidlager gebaut werden soll, in dem rund 60.000 Tonnen Uranoxid gelagert werden sollen. BBU und AKU Gronau weisen darauf hin, dass der beantragte Ausbau der UAA Gronau im krassen Widerspruch zu dem angeblichen Atomausstieg der Bundesregierung steht. BBU-Vorstandsmitglied Buchholz mit Blick auf die rot-grünen Regierungen in Düsseldorf und Berlin: "Wer vom Atomaustieg spricht, aber dem Ausbau der UAA Gronau, die AKW mit Uran versorgt, tatenlos zusieht, ist unglaubwürdig und macht sich lächerlich!"

Der Urenco-Konzern, der neben der Gronauer Urananreicherungsanlage u. a. auch eine UAA im niederländischen Almelo betreibt, will auch die Kapazität der UAA Almelo erhöhen. Gegen diese Pläne können noch bis zum 3. September Einsprüche beim niederländischen Umweltministerium eingereicht werden. BBU und AKU Gronau werden hierzu in der kommenden Woche Einspruchs-Sammelllisten veröffentlichen. Da auch Bundesbürger/innen Einsprüche erheben können, soll mit möglichst vielen Einsprüchen aus dem Bundesgebiet der Widerstand niederländischer Atomkraftgegner/innen unterstützt werden.

Nähere Informationen hierzu erteilt BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz unter Tel. 02562/23125. Außerdem befinden sich nähere Angaben hierzu auf den Internetseiten des BBU und des AKU Gronau (www.bbu-online.de und www.aku-gronau.de).