Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V.
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BBU erinnert an den Tod von Hartmut Gründler vor 30 Jahren
Bundeskanzlerin blendet Gefahren der Atomenergie aus


(Bonn / Tübingen, 21.11.2007) Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e. V. erinnert heute an den 30. Todestag des Atomkraftgegners Hartmut Gründler. Hartmut Gründler war ein im Umweltschutz engagierter Tübinger Lehrer, der sich aus Protest gegen die Atompolitik der damaligen Bundesregierung am 16. November 1977selbst verbrannte. Er starb wenige Tage später am 21. November 1977 an seinen Verletzungen.

Gründler wollte mit seinen Aktionen, die der Selbstverbrennung vorausgingen, die Wahrheit über die Gefahren der Atomenergie in das öffentliche Bewusstsein rücken. Er „forderte von dem für die Politik Hauptverantwortlichen, dem Atomenergiebefürworter Schmidt, „nur“ das Eingeständnis, dass die damalige Energiepolitik mit ihrer folgenschweren Praxis fortwährender Genehmigungen für atomare Anlagen auf falschen Voraussetzungen beruhe: Im regierungsamtlichen Umweltprogramm von 1971 war nämlich behauptet und noch 1976 fortgeschrieben worden, die Verfahren atomarer Abfallbeseitigung seien entwickelt und ein Endlager sei geschaffen.“ (Aus einem aktuellen Informationsblatt des Tübinger Arbeitskreis Lebensschutz e.V.- Gewaltfreie Aktion im Umweltschutz, s. Anhang).

Zum 30. Todestag Hartmut Gründlers erklärt BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz: „Die Erinnerung an Hartmut Gründlers Selbstverbrennung rüttelt auch nach 30 Jahren auf. In diesen 30 Jahren wurde immer wieder deutlich, wie gefährlich jegliche Form der Atomenergienutzung ist. Tschernobyl und Harrisburg sind nur zwei Spitzen des atomaren Eisbergs. Widerstand gegen die Nutzung der Atomenergie, gegen die ständige Produktion von Atommüll und gegen Produktion und Einsatz von Atomwaffen ist auch 30 Jahre nach Hartmut Gründlers Selbstverbrennung dringend erforderlich. Nicht nur der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt, sondern auch die folgenden Kanzler Helmut Kohl und Gerhard Schröder, sowie auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, blendeten und blenden die Gefahren der Atomenergie aus. Atomanlagen waren vor 30 Jahren hochgefährlich und sind es auch heute. Und das Atommüllproblem ist weiterhin unlösbar.“

Im Internet findet man unter http://de.wikipedia.org/wiki/Hartmut_Gründler Informationen über Hartmut Gründler.