Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V.
Prinz-Albert-Str. 73, 53113 Bonn,
Fon 0228-21 40 32, Fax 0228-21 40 33
BBU

 

 

Übersicht

The fight must go on !

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz trauert um sein langjähriges Vorstandsmitglied Eduard Bernhard

(Bonn 30.04.07) Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e. V. trauert um sein langjähriges Vorstandsmitglied Eduard Bernhard. Am 21. Jahrestag der Tschernobylkatastrophe (26. April 2007) ist Eduard Bernhard im Alter von 80 Jahren für uns überraschend gestorben. Er war über 20 Jahre in verschiedenen Funktionen Mitglied des BBU-Vorstand, ist Mitglied des Geschäftsführenden Vorstand gewesen, war energiepolitischer Sprecher des BBU und gehörte bis zu seinem Tode aktiv dem Erweiterten BBU-Vorstand an. Eduard Bernhards Tod reißt eine tiefe Lücke in die Reihen der Aktiven im BBU.

Trotz seines Alters legte Eduard Bernhard die Hände nie in den Schoß. Im Gegenteil: Noch im letzten Jahr ließ er sich erneut in den Vorstand des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e.V. wählen und war dort schwerpunktmäßig für den Widerstand gegen die Atomanlagen in Süddeutschland zuständig. Zu seinen Tagesaufgaben gehörte das Auswerten zahlreicher Zeitungen und auch noch in diesem Jahr reagierte er im Namen des BBU auf Umweltskandale mit Protestschreiben und Pressemitteilungen. Und so galt in der letzten Zeit sein unermüdlicher Protest dem geplanten Kohlekraftwerk in der Nähe seines Wohnortes Kleinostheim – schließlich war Eduard Bernhard auch Verfechter sanfter Energietechnologien.

Zu den größten Erfolgen, die Eduard Bernhard mit erwirkt hat, zählt die erfolgte Stillegung der Atomanlagen im hessischen Hanau. Doch nicht nur dort hat Eduard Bernhard den Widerstand gegen Atomanlagen unterstützt. Er nahm im ganzen Bundesgebiet an Erörterungsterminen (u. a. Lingen, Ahaus, Gronau, Mülheim-Kärlich) teil, hielt Reden bei Demonstrationen, erstattete für den BBU zahlreiche Strafanzeigen gegen Chemie- und Atomfirmen und war auch Ende der 80er Jahre in der Nähe des Tschernobyl-Reaktors, um sich ein Bild von der Katastrophe vor Ort zu machen.

Eduard Bernhards thematische Bandbreite war nahezu unbegrenzt. Er setzte sich nicht nur gegen Atomanlagen und Atomtransporte zur Wehr, sondern auch gegen Autobahnen, Gentechnik und Chemieanlagen. Er war Mitglied der Störfall-Kommission des Bundes und trat konsequent als kritischer Aktionär bei Hauptaktionärsversammlungen von Energie- und Chemiekonzernen auf, um deren umweltfeindliches Vorgehen öffentlich anzuprangern. Als kriegsversehrter des Zweiten Weltkrieges war es Eduard Bernhard auch immer wieder wichtig, die Stimme gegen Militarismus, Kriege und Gewalt zu erheben.

Eduard Bernhard ging es immer um die Sache; Verbandsegoismen waren ihm fremd. So war er u.a. auch Mitglied der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, des Bund Naturschutz (BN) in Bayern und des Dachverbandes der kritischen Aktionäre. Außerdem war Eduard Bernhard Ehrenmitglied des Arbeitskreises Umwelt (AKU) Gronau in NRW.

Eduard Bernhard war ein großer streitbarer Geist für konsequenten Umweltschutz. Sein Motto in allen Lebenslagen war:„The fight must go on!” (Der Kampf geht weiter!). Dieses Motto bleibt auch nach seinem Tod gültig, ja es mahnt als Aufruf weiter aktiv zu bleiben im Kampf gegen Umweltzerstörungen jeglicher Art. Seiner Devise, auch in scheinbar aussichtlosen Situationen nicht zu resignieren, sollte stets gefolgt werden. Angesichts der Wunder der Natur und der Opfer von Tschernobyl sollte es für alle, die Eduard Bernhard gekannt, respektiert, bewundert und geschätzt haben, selbstverständlich sein, in seinem Sinne weiter aktiv zu sein und sein Werk fortzusetzen: Mit umfangreicher Öffentlichkeitsarbeit, bei Erörterungsterminen, bei Aktionen auf der Straße und vor Atomanlagen. Stets sollte dabei auch seine Fairness nicht vergessen werden, gegenüber Freunden und Feinden. Selbst seinen Gegnern in der Chemie- und Atomindustrie hat er die Hand gereicht, hat ihnen aber im selben Atemzug glasklar vor Augen geführt, was er von ihrer Politik und von ihren Machenschaften hält.

Unser inniges Mitgefühl gehört den Angehörigen von Eduard, und besonders seiner Frau Irmgard, die ihm Kraft und Stärke gegeben hat. Gemeinsam mit Familie Bernhard trauern wir um einen ganz besonderen Menschen, der bundesweit Achtung und Anerkennung erfahren hat, und dessen Tod derzeit vielerorts bei Bürgerinitiativen und Umweltverbänden Trauer und Bestürzung auslöst.

The fight must go on!

Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet am kommenden Montag (7. Mai) um 14.00 Uhr auf dem Friedhof in Kleinostheim (bei Aschaffenburg / Bayern) statt.

Für den Vorstand des BBU e.V., Udo Buchholz
Für die Geschäftsstelle des BBU e.V., Christine Ellermann