Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V.
Prinz-Albert-Str. 73, 53113 Bonn,
Fon 0228-21 40 32, Fax 0228-21 40 33
BBU

 

 

Übersicht

Stellungnahme des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) zur Mittwoch (06.02.08) beginnenden Wintertagung des Deutschen Atomforum in Berlin

BBU hält weiterhin Widerstand gegen gebetsmühlenartige Atom-Phantasien für erforderlich ! / Donnerstag Demonstration in Berlin

(Bonn, 05.02.08) Vor dem Hintergrund der Mittwoch in Berlin beginnenden Wintertagung der deutschen Atomindustrie hat der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e. V. die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen gefordert. Der Dachverband zahlreicher Bürgerinitiativen und Umweltverbände sieht in der Atomstromnutzung grundlegende Gefahren und Probleme, die unlösbar sind. Udo Buchholz vom Geschäftsführenden BBU-Vorstand betont, dass bereits beim Uranabbau die Verseuchung großer Regionen und die Verstrahlung von Minenarbeitern und Bevölkerung erfolgt: "Alleine in Niger, einem der führenden Uran abbauenden Länder, liegen rund 45 Millionen Tonnen strahlendes Uranabraumgestein ungeschützt unter freiem Himmel. Der Wüstenwind verbreitet radioaktive Stäube in alle Himmelsrichtungen." Weiterhin betont der BBU, dass der Betrieb von Atomkraftwerken und Atomfabriken verschiedenster Art Radioaktivität frei setzt, die die Gesundheit der Bevölkerung gefährdet. Und die Entsorgung des Atommülls, der bei der Urananreicherung, in Atomkraftwerken und anderenorts anfällt, ist nach wie vor unlösbar. Fazit des BBU: Nur die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen trägt dazu bei, dass die Atommüllberge in den Uran abbauenden Ländern, an der Gronauer Urananreicherungsanlage, in den Atommülldeponien an den Atomkraftwerken usw. nicht noch weiter wachsen.

Für den BBU und seine Mitglieder ist der Widerstand gegen Atomanlagen und gegen Atomtransporte jeglicher Art weiterhin wichtig und unerlässlich. Tschernobyl hat auf grausame Weise gezeigt, welche Zerstörungskraft in der Atomenergie gebunden ist. Es muss alles daran gesetzt werden, ein zweites Tschernobyl in Brunsbüttel, Gundremmingen, Garching oder anderswo zu verhindern. Das heißt für den BBU: Den atomaren Zukunftsphantasien, die bei der Wintertagung der Atomindustrie gebetsmühlenartig propagiert werden, muss mit Protesten entgegengetreten werden.

Die Demonstration am Donnerstag (07.02.) gegen die Wintertagung des Deutschen Atomforum, zu der verschiedene Organisationen aufrufen, zeigt, dass sich die Bevölkerung auch rund 22 Jahre nach Tschernobyl nicht mit dem gefährlichen Weiterbetrieb von Atomanlagen abgefunden hat. Gefordert wird: Wir brauchen eine neue Energiepolitik, die den Klimaschutz berücksichtigt und gleichzeitig ohne Atomstrom auskommt.

Der Protest gegen die Wintertagung ist ein Teil eines großen Mosaiks. Weitere Protest-Elemente gegen das gesamte Atomprogramm sind z. B. der Widerstand gegen den Forschungsreaktor im bayrischen Garching, der Widerstand gegen Betrieb und Ausbau der Urananreicherungsanlage in Gronau, der Widerstand gegen dezentrale Atommüll-Lager, der Widerstand gegen weitere Atommülleinlagerungen in Gorleben und im westfälischen Ahaus. Und zu diesem Mosaik gehören auch die internationalen Proteste, z. B. in Russland gegen den Uranmüllimport aus Deutschland. Überall wird phantasievoll für ein Leben ohne Atomenergienutzung, ohne Uranabbau und ohne Atomwaffen gekämpft.

Tschernobyl mahnt. Darum ruft der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) weiterhin zu Protesten gegen den atomaren Wahnsinn auf. Der BBU begrüßt und unterstützt die Demonstration am Donnerstag (07.02.) gegen die Wintertagung des Deutschen Atomforum. Sie beginnt um 15.00 Uhr. Startpunkt ist die Vattenfall-Zentrale, Chausseestr./Ecke Zinnowitzer Str., Nähe Nordbahnhof. Ausführliche Informationen zur Demonstration und über die Hintergründe gibt es im Internet unter www.nixatom.de

Weiterhin ruft der BBU dazu auf, den Atomstrom-Unternehmen den Rücken zu kehren und den Strom von Unternehmen zu beziehen, die keinen Atomstrom produzieren. Nähere Informationen gibt es hierzu im Internet unter http://www.bbu-online.de/EWS/EWS1.htm und unter http://www.atomausstieg-selber-machen.de.

Telefonische Auskünfte gibt es in der BBU-Geschäftsstelle unter 0228-214032.