Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V.
Prinz-Albert-Str. 73, 53113 Bonn,
Fon 0228-21 40 32, Fax 0228-21 40 33
BBU

 

 

Übersicht

BBU schreibt an Bundeskanzlerin Angela Merkel

(Bonn / Hannover, 07.04.08) Am Sonntag haben Anti-Atomkraft-Initiativen vor Atomkraftwerken in Nord- und Süddeutschland und vor der Urananreicherungsanlage in Gronau für die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen demonstriert. Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e. V. verabschiedete am Sonntag bei seiner Mitgliederversammlung in Hannover einen Offenen Brief an die Bundesregierung, in dem unterstützend die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen gefordert wurde. Der Brief wurde zwischenzeitlich Bundeskanzlerin Angela Merkel zugeschickt. Außerdem verabschiedete die BBU-Mitgliederversammlung am Sonntag einen Offenen Brief an die in Hannover ansässige E.ON Kernkraft GmbH, in dem der BBU von E.ON den sofortigen Ausstieg aus dem Atomgeschäft fordert. E.ON ist u. a. an rund einem Dutzend Atomkraftwerke in Deutschland und an der Gronauer Urananreicherungsanlage beteiligt. Nach der BBU-Mitgliederversammlung überreichte eine BBU-Delegation den an E.ON gerichteten Brief vor der Hannoveraner Zentrale der E.ON Kernkraft GmbH einem E.ON-Mitarbeiter.

In den Schreiben an die Bundesregierung und an die E.ON Kernkraft GmbH heißt es: „Die Atomindustrie kann die Atomenergie nicht als saubere Energie darstellen. Die radioaktiven Belastungen fangen bereits beim Uranabbau an, die laufenden Atomanlagen gefährden Kinder, Jugendliche und Erwachsene, sowie auch noch ungeborene Generationen. Für den Atommüll gibt es weltweit keine Entsorgungsmöglichkeit.“ In dem Schreiben an die Kanzlerin heißt es abschließend: „Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e. V. fordert die Bundesregierung auf, für die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen zu sorgen. Die Gesundheit der Bevölkerung hat Vorrang vor den Wirtschaftsinteressen der Atomkonzerne.“ In dem Schreiben an die E.ON Kernkraft GmbH fordert der BBU die E.ON Kernkraft GmbH auf, sofort aus dem Atomgeschäft auszusteigen (Stilllegung der E.ON-Atomkraftwerke, der Gronauer Urananreicherungsanlage, an der E.ON beteiligt ist, keine weiteren Urantransporte von Gronau nach Russland usw.).


Folgend die Texte der Offenen Briefe:.

Offener Brief der BBU-Mitgliederversammlung vom 6.4.2008 an die Bundesregierung

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel,

am heutigen Sonntag (6. April) finden vor Atomkraftwerken in Nord- und Süddeutschland und auch vor der einzigen deutschen Urananreicherungsanlage (UAA) im westfälischen Gronau Protestaktionen gegen die Nutzung der Atomenergie statt. Konkret verleihen damit die Bürgerinitiativen vor Ort der Forderung nach der sofortigen Stilllegung aller Atomkraftwerke und Atomanlagen Nachdruck. Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e. V., dem auch mehrere der heute protestierenden Bürgerinitiativen angehören, hat sich im Rahmen seiner ebenfalls heute in Hannover stattfindenden Mitgliederversammlung mit den Bürgerinitiativen vor Ort solidarisch erklärt und hat seine langjährige Forderung nach der sofortigen Stilllegung aller Atomanlagen bekräftigt.

Mit ihren dezentralen Aktionen reagieren die Bürgerinitiativen an den Standorten von Atomanlagen gemeinsam auf die Tatsache, dass das Risiko für Kinder unter 5 Jahren an Leukämie zu erkranken zunimmt, je näher ihr Wohnort an einem Atomkraftwerk liegt. Hierzu führt das Bundesamt für Strahlenschutz bekanntlich aus: „Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Deutschen Kinderkrebsregisters in Mainz, die im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) durchgeführt wurde. Im 5-km-Umkreis um die Reaktoren wurde im Untersuchungszeitraum von 1980 bis 2003 festgestellt, dass 37 Kinder neu an Leukämie erkrankt sind. Im statistischen Durchschnitt wären 17 Fälle zu erwarten gewesen. Etwa 20 Neuerkrankungen sind also allein auf das Wohnen in diesem Umkreis zurückzuführen.“

(Quelle: http://www.bfs.de/de/bfs/druck/Ufoplan/4334_KIKK.html).

Die Ergebnisse der Studie sorgen seit Ende 2007 für begründete Unruhe und Besorgnis in der Bevölkerung, besonders in der Nähe von Atomkraftwerken und Atomanlagen. Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e. V. fordert daher die Bundesregierung auf, die Ergebnisse der Studie, und den Protest der Bevölkerung, ernst zu nehmen. Die Atomindustrie kann die Atomenergie nicht als saubere Energie darstellen. Die radioaktiven Belastungen fangen bereits beim Uranabbau an, die laufenden Atomanlagen gefährden Kinder, Jugendliche und Erwachsene, sowie auch noch ungeborene Generationen. Für den Atommüll gibt es weltweit keine Entsorgungsmöglichkeit. Die Nutzung von sogenannten Zwischenlagerhallen ist reine Augenwischerei und soll vertuschen, dass eine wirklich sichere Atommüll-Lagerung unmöglich ist. Gerade in Niedersachsen, in dem Bundesland, in dem die heutige BBU-Mitgliederversammlung stattfindet, wird das Desaster der zügellosen Atommüllproduktion immer deutlicher: Die geplanten Atommüll-Endlager in Gorleben, im Schacht Konrad und das absaufende Atommüll-Lager Asse, sowie die sogenannten Atommüll-Zwischenlager in Gorleben (Faßlager und Castorlager), stehen für eine Energiepolitik, die für Millionen Jahre strahlende Abfälle hinterlässt.

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e. V. fordert die Bundesregierung auf, für die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen zu sorgen. Die Gesundheit der Bevölkerung hat Vorrang vor den Wirtschaftsinteressen der Atomkonzerne.

Mit freundlichen Grüßen

Udo Buchholz
BBU-Vorstandsmitglied

Offener Brief der BBU-Mitgliederversammlung vom 6.4.2008 an die E.ON Kernkraft GmbH

Sehr geehrte Damen und Herren,

am heutigen Sonntag (6. April) finden vor Atomkraftwerken in Nord- und Süddeutschland und auch vor der einzigen deutschen Urananreicherungsanlage (UAA) im westfälischen Gronau Protestaktionen gegen die Nutzung der Atomenergie statt. Konkret verleihen damit die Bürgerinitiativen vor Ort der Forderung nach der sofortigen Stilllegung aller Atomkraftwerke und Atomanlagen Nachdruck. Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e. V., dem auch mehrere der heute protestierenden Bürgerinitiativen angehören, hat sich im Rahmen seiner ebenfalls heute in Hannover stattfindenden Mitgliederversammlung mit den Bürgerinitiativen vor Ort solidarisch erklärt und hat seine langjährige Forderung nach der sofortigen Stilllegung aller Atomanlagen bekräftigt.

Mit ihren dezentralen Aktionen reagieren die Bürgerinitiativen an den Standorten von Atomanlagen gemeinsam auf die Tatsache, dass das Risiko für Kinder unter 5 Jahren an Leukämie zu erkranken zunimmt, je näher ihr Wohnort an einem Atomkraftwerk liegt. Hierzu führt das Bundesamt für Strahlenschutz bekanntlich aus: „Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Deutschen Kinderkrebsregisters in Mainz, die im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) durchgeführt wurde. Im 5-km-Umkreis um die Reaktoren wurde im Untersuchungszeitraum von 1980 bis 2003 festgestellt, dass 37 Kinder neu an Leukämie erkrankt sind. Im statistischen Durchschnitt wären 17 Fälle zu erwarten gewesen. Etwa 20 Neuerkrankungen sind also allein auf das Wohnen in diesem Umkreis zurückzuführen.“

(Quelle: http://www.bfs.de/de/bfs/druck/Ufoplan/4334_KIKK.html).

Die Ergebnisse der Studie sorgen seit Ende 2007 für begründete Unruhe und Besorgnis in der Bevölkerung, besonders in der Nähe von Atomkraftwerken und Atomanlagen. Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e. V. fordert daher die am Ort der BBU-Mitgliederversammlung ansässige E.ON Kernkraft GmbH auf, die Ergebnisse der Studie, und den Protest der Bevölkerung, ernst zu nehmen. E.On Kernkraft GmbH und die anderen Atomkonzerne können die Atomenergie nicht als saubere Energie darstellen. Die radioaktiven Belastungen fangen bereits beim Uranabbau an, die laufenden Atomanlagen gefährden Kinder, Jugendliche und Erwachsene, sowie auch noch ungeborene Generationen. Für den Atommüll gibt es weltweit keine Entsorgungsmöglichkeit. Die Nutzung von sogenannten Zwischenlagerhallen ist reine Augenwischerei und soll vertuschen, dass eine wirklich sichere Atommüll-Lagerung unmöglich ist. Gerade in Niedersachsen, in dem Bundesland, in dem die heutige BBU-Mitgliederversammlung stattfindet, wird das Desaster der zügellosen Atommüllproduktion immer deutlicher: Die geplanten Atommüll-Endlager in Gorleben, im Schacht Konrad und das absaufende Atommüll-Lager Asse, sowie die sogenannten Atommüll-Zwischenlager in Gorleben (Faßlager und Castorlager), stehen für eine Energiepolitik, die für Millionen Jahre strahlende Abfälle hinterlässt.

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e. V. fordert die E.ON Kernkraft GmbH auf, sofort aus dem Atomgeschäft auszusteigen (Stilllegung der E.ON-Atomkraftwerke, der Gronauer Urananreicherungsanlage, an der E.ON beteiligt ist, keine weiteren Urantransporte von Gronau nach Russland usw.). Die Gesundheit der Bevölkerung hat Vorrang.

Mit freundlichen Grüßen

Udo Buchholz
BBU-Vorstandsmitglied

________________________________________