Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V.
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NRW strahlt
Warnung vor nuklearen Wölfen in solaren Schafspelzen

(Bonn/Essen 19.02.08) Vor nuklearen Wölfen in solaren Schafspelzen warnt der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, dem Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, dem NRW-Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Deutschen Umwelt- und Gesundheits-INITIATIVE (DUGI), der Waltroper Initiative „Menschen gegen Atomanlagen (MegA)“, dem Natur- und Umweltschutzverein Gronau (NUG) und dem Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse (VSR-Gewässerrschutz).

Konkreter Anlaß der Warnung ist der 12. Fachkongress "Zukunftsenergien", den die EnergieAgentur.NRW am heutigen 19. Februar im Rahmen der Messe "E-world energy & water" in Essen veranstaltet. Bei dem ganztägigen Kongress stehen verschiedene Themen aus dem Bereich Zukunftsenergien auf dem Programm. Die genannten Umweltverbände und Bürgerinitiativen kritisieren, dass bei dem Kongress hinter dem Begriff „Zukunftsenergien“ nicht nur Themen wie Biomasse, Energieeffizienz und Solarenergie stehen. Auf der Tagesordnung stehen laut Programm auch sogenannte „Innovative Entwicklungen in der Nukleartechnik in NRW“. Moderiert wird der Themenblock von Dr. Rüdiger Urban vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie NRW. Inhaltlich geht es u. a. um Entwicklungsziele für neue Kernkraftwerke, Heißgasleitungen für kerntechnische Anlagen, um die Atompolitik der Schweiz und um angebliche „alternative Wege der nuklearen Entsorgung“. Die Verbände und Initiativen sind der Auffassung, dass gerade die Darstellung dieser angeblichen alternativen Wege der Atommüll“entsorgung“ dazu beitragen sollen, der Bevölkerung vorzugaukeln, dass das Atommüllproblem doch lösbar sein könnte. Und der VSR-Gewässerschutz betont: „Gerade die aktuellen Innovationen bei der Weiterentwicklung der laufenden Druckwasserreaktoren im ganzen Bundesgebiet haben zu einer Erhöhung der Belastung der Gewässer mit dem radioaktiven Tritium geführt."

Insgesamt, so die Verbände und Initiativen, verdeutlicht die Konferenz, dass auch weiterhin in Nordrhein-Westfalen seitens der Landesregierung und seitens der Atomindustrie auf die gesundheits- und lebensfeindliche Atomenergie gesetzt wird. Zwar ist derzeit in NRW kein kommerzielles AKW in Betrieb, aber es ist unübersehbar, dass für den Bau neuer Atomkraftwerke geforscht wird. Ausserdem wird mit dem Segen der Landesregierung im westfälischen Gronau die einzige deutsche Urananreicherungsanlage betrieben und ausgebaut, in Ahaus wird Atommüll gelagert, im Ruhrgebiet werden Castor-Behälter für Atommüll gefertigt usw. Zudem rollen durch NRW noch immer hochgefährliche Atomtransporte. Und gerade in diesen Tagen wird auf dem Gelände der Gronauer Urananreicherungsanlage erneut ein Sonderzug mit Uranmüll für den Abtransport nach Russland vorbereitet.

Die Umweltverbände und Initiativen finden es ungeheuerlich, dass unter dem Deckmantel der „Zukunftsenergien“ die Weichenstellung für neue Atomkraftwerke propagiert werden soll. Die Verbände und Initiativen erwarten von der EnergieAgentur.NRW eine gewissenhafte Forcierung umweltfreundlicher Energieformen, zu denen die Atomenergie eindeutig nicht gehört. Die Umweltverbände und Anti-Atomkraft-Initiativen fordern die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen, damit die weltweiten Atommüllberge nicht weiter anwachsen.


Mitunterzeichner dieser gemeinsamen Pressemitteilung:

Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, http://urantransport.de
Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, c/o Siedlerweg 7, 48599 Gronau, http://www.aku-gronau.de
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), LV Nordrhein-Westfalen e. V., Merowingerstraße 88, 40225 Düsseldorf, http://www.bund-nrw.org
Deutsche Umwelt- und Gesundheits-INITIATIVE (DUGI) e.V., Höchster Markt 5, 65929 Frankfurt am Main, http://www.dugi-ev.de
Menschen gegen Atomanlagen (MegA), Waltrop, http://www.mega-waltrop.de
Natur- und Umweltschutzverein Gronau (NUG) e. V., c/o Viktoriastraße 4, 48599 Gronau
Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse e.V. (VSR-Gewässerschutz),
Egmondstr. 5, 47608 Geldern, http://www.vsr-aktuell.de