Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V.
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Montag: Kletter-Protest gegen Urantransport vor Gericht
BBU: Angeklagte gehört nicht vor Gericht

(Bonn, Münster, 15.01.2010): Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e. V. solidarisiert sich mit der französischen Umweltaktivistin Cecile Lecomte, die sich am Montag (18. Januar) vor dem Amtsgericht Münster (Saal 102 B) wegen „verbaler Nötigung“ verantworten muss. Der Prozess beginnt um 11.15 Uhr.

Im April 2009 hatte sich Cecile Lecomte – auch bekannt als das „Eichhörnchen“ – von einer Autobahnbrücke über der Bahnstrecke Gronau–Münster abgeseilt. Damit protestierte sie gegen die Durchfahrt eines Uranmüllzugs, der mit mehr als 1000 Tonnen abgereichertem Uranhexafluorid von der Urananreicherungsanlage in Gronau nach Frankreich unterwegs war. Uranhexafluorid ist radioaktiv und reagiert bei Freisetzungen zu Flußsäure. Im Ernstfall müsste weiträumig evakuiert werden.

Der Vorwurf der verbalen Nötigung beruht darauf, dass Cecile Lecomte während des Abseilens einen Polizisten davon abhalten wollte, eine für sie nicht ungefährliche Aktion durchzuführen. Die ehemalige französische Meisterin im Sportklettern wollte weder sich noch andere in Gefahr bringen.

Nach Auffassung des BBU gehört Cecile Lecomte nicht vor Gericht. Stattdessen prangert der BBU Industrie und Politik an, die weiterhin Atommüll produzieren bzw. produzieren lassen, für den es weltweit keine sichere Entsorgungsmöglichkeit gibt. Udo Buchholz vom BBU-Vorstand: „Das Atommülldesaster im „Endlager“ Assse verdeutlicht, dass es keine Alternative zum sofortigen Atomausstieg gibt.“

Weitere Informationen über die Arbeit des BBU gibt es telefonisch in der BBU-Geschäftsstelle unter 0228-214032, sowie im Internet unter http://www.bbu-online.de. Informationen über das Eichhörnchen gibt es unter http://www.eichhoernchen.ouvaton.org/deutsch/de.html