Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V.
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BBU

 

 

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5.6.: Internationaler Tag der Umwelt /
BBU appelliert: Bürgerinnen und Bürger sollen sich mehr einmischen

Anläßlich des Internationalen Tages der Umwelt (5. Juni) weist der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e. V. darauf hin, daß nach der fast vierjährigen Amtszeit der Rot-Grünen Bundesregierung in vielen Umweltbereichen fatale Mißstände herrschen. In einer Pressemitteilung zum Tag der Umwelt erklärten die BBU-Vorstandsmitglieder Eduard Bernhard (Bayern) und Udo Buchholz (Nordrhein-Westfalen): "Selbst wenn wir es wollten, könnten wir nicht alle Umweltprobleme aufzählen, so viele sind es."

Drei Beispiele verdeutlichen die Situation:

  1. Der Atomausstieg ist auch in der Bundesrepublik Deutschland noch lange keine Realität. Die Atomkraftwerke laufen weiter und zum Ausbau der Urananreicherungsanlage (UAA) im westfälischen Gronau, die den atomaren Brennstoff für Reaktoren liefert, läuft ein Genehmigungsverfahren. Der BBU fordert zum Schutz der Bevölkerung die sofortige Stillegung aller Atomanlagen, lehnt Atommüll- und Urantransporte ab und wird -voraussichtlich im Herbst 2002- die Sammlung von Einsprüchen gegen den geplanten Ausbau der UAA Gronau massiv unterstützen. Der BBU ruft dazu auf, der Atomindustrie die Rote Karte zu zeigen. Strom sollte nur von einem Elektrizitätswerk bezogen werden, das garantiert "atomstromfrei" wirtschaftet. Daher kooperiert der BBU mit den Elektrizitätswerken Schönau (EWS), die bundesweit atomstromfreien Strom zu konkurrenzfähigen Preisen anbieten. Informationen zum Stromwechsel sind in der BBU-Geschäftsstelle erhältlich.
  2. In der Verkehrspolitik wird immer noch vorrangig auf den Autoverkehr und Fernstraßenbau gesetzt. Gleichzeitig ist trotz bedrohlichen Klimaumschwunges keine Umkehr im Bereich Flughafenausbau und Reiseverkehr mit Flugzeugen in Sicht. Der BBU fordert eine unverzügliche Kehrtwende im Verkehrswesen. Der Fernstraßenbau ist zu Gunsten des Öffentlichen Personenverkehrs mit Bussen und Bahnen gravierend zu reduzieren. Gerade in ländlichen Bereichen muß das Bus- und Bahnangebot drastisch verbessert werden, um den privaten Autoverkehr zu reduzieren. Das neue Bahncardsystem, das zum Jahreswechsel eingeführt werden soll, bezeichnet der BBU als Mogelpackung, da unter dem Strich für die meisten Reisenden das Bahnreisen mit der Bahncard teurer werden wird. Güterverkehr ist verstärkt von der Straße auf die Bahn zu verlagern.
  3. Die Gesundheitsrisiken, die von Mobilfunk-Sendeanlagen ausgehen, müssen ernster als bisher genommen werden. Die Bevölkerung muß umfassend über die Gefahren, die in unterschiedlichen Studien dargestellt wurden, aufgeklärt werden. In Genehmigungsverfahren zum Neubau der Sendeanlagen müssen die Bürgerinnen und Bürger umfassend einbezogen werden. Der Erhalt öffentlicher Telefonzellen ist zu gewährleisten, um der vermeintlichen Notwendigkeit zur Anschaffung eines Handys entgegen zu wirken.

Abschließend verweist der BBU auf den nahenden Sommer, der mit Wasserproblemen verbunden ist. Oftmals wird das kostbare Naß gedankenlos in Haus und Garten verschwendet. Statt mit wertvollem Trinkwasser sollten Zimmerpflanzen, Gemüsegärten und Obstbäume möglichst mit Regenwasser gegossen werden. Rasenflächen müssen nicht gesprengt werden, sie werden spätestens im Herbst nach einigen Regenschauern wieder frisch und grün aussehen. Zudem sind Rasenflächen, die nicht völlig kurz geschoren werden, widerstandsfähiger als kurz geschorene.

Anläßlich des Internationalen Tages der Umwelt wird die Bevölkerung vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz dazu aufgerufen, sich mehr um die Belange des Umweltschutzes zu kümmern. Bei der Anzahl der Umweltprobleme sollten sich möglichst alle Bürgerinnen und Bürger zum Schutz der Umwelt, und natürlich auch zum Schutz der eigenen Gesundheit, einmischen. Hierfür bietet die Mitarbeit in einer Bürgerinitiative oder in einem Naturschutzverein eine gute Möglichkeit, um gemeinsam mit Gleichgesinnten zum Beispiel den Bau einer Müllverbrennungsanlage zu stoppen oder um den Schutz bedrohter Vogelarten zu verstärken.

Wer nähere Informationen über bestimmte Umweltthemen sucht oder Kontakt zu einer Umweltschutzgruppe in seiner / ihrer Nähe aufnehmen möchte, wende sich an den BBU e.V.