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Bonn, 11.01.02

BBU-Vorstandsmitglied und kritischer Einzelaktionär Eduard Bernhard stellt Antrag auf Nichtentlastung der Mitglieder des Vorstandes und Aufsichtsrates auf der HV der Siemens AG am 17.01.02 in München

Eduard BERNHARD (Kritischer Einzelaktionär und Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e.V. und BUND KG Aschaffenburg)

An die
Hauptverwaltung der
Siemens AG

München per Fax

Gegen-Anträge zur Aktionärs-Hauptversammlung am 17.01.2002, München, Olympia-Park 10.00 Uhr

Sehr verehrte Damen, sehr geehrte Herren.

Hiermit stelle ich folgende Gegen-Anträge:

ZuTOP 2/ Verwendung des Bilanzgewinns der Siemens Aktiengesellschaft zur Ausschüttung einer Dividende:
Reduzierung der Ausschüttung der Dividende um 50% und Verwendung der verbleibenden Hälfte von ca. 444 115 Millionen EUR. für Forcierung der Sparten alternativen Energien, Energie-Spartechniken u. Wärme-Kopplung und damit ein wichtiger Beitrag für neue Arbeitsplätze!

Zu TOP 3/ Entlastung der Mitglieder des Vorstands
Nicht-Entlastung wegen :

- Festhalten an Geschäftssparte Atom z.B. Projekt E.P. Reaktor zusammen mit Frankreich, Service-Leistungen bei Ausländischen Atomkraftwerken durch Tochterfirma ANP mit Sitz in Karlstein, und deutsch-russische Produktion von Brennelementen.

- Nicht genügender Forcierung alternativer Energien z.B. läuft Solar/Photovoltaik zu schwach gegenüber RWE/ASE in Alzenau. Auch beim forcierten Ausbau der boomenden Wind-Energie ist von SIEMENS kaum etwas zu hören. Bezüglich Chancen-Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung bestehen m.E. Defizite.

- Einstieg/Ausbau Sparte Mobilfunk u. UMTS, ist weil keine positiven Ergebnis-Langzeitforschungen bzw. Gesundheitlicher Auswirkungen ( insbesondere für Kinder u. Jugendliche ) vorliegen, unverantwortbar und risikoreich.

Zu TOP 4/ Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats:
Beantragt wird Nicht-Entlastung wegen mangelnder Kontrolle des Vorstandes nicht nur auf dem Gebiet der Energie-Sparte, sondern auch wegen umweltgefährdender Geschäftstätigkeit z.B. beim Bau von Stauwerken in Ländern der 3. Welt.

Gerade die Atom-Katastrophen von Harrisburg und Tschernobyl, sowie das nach wie vor fehlende Atommüll-Lager und die neuen Absturzrisiken von Flugzeugen auf Atomkraftwerke ( siehe 11.09.01 WT-Center New York ) ( siehe Aussage der Reaktor-Sichheits-Kommission ) zeigen, daß große Verkehrsflugzeuge - mit hunderten Tonnen von hochexplosivem Treibstoff Atomkraftwerke zum Einsturz bzw. zum Super-Gau bringen können.

Ich beantrage - gemäß Aktiengesetz - meine Gegenanträge allen Aktionären rechtzeitig vor der Hauptversammlung schriftlich mitzuteilen, damit diese ggf. bei den Abstimmungen entsprechend verfahren können!

Auf der Hauptversammlung werde ich anwesend sein und meine Gegenanträge erläutern, evtl. auch neue Gegen-Anträge bzw. entsprechende Fragen stellen.

Mit freundlichen Grüßen

Eduard Bernhard