Atommüll-Endlager könnte „den Bevölkerungsrückgang im Fichtelgebirge verstärken“

Wo soll der hochradioaktive Atommüll dauerhaft gelagert werden? Heute hat der Bundestag zu einem Gesetzentwurf, der das klären soll, eine vierstündige Anhörung durchgeführt. In Bayern, genauer im Fichtelgebirge, macht man sich deshalb Sorgen: „Der Bischofsgrüner Bürgermeister Stephan Unglaub sagt, der Gemeinderat habe bereits in einer Stellungnahme im August 2011 ein mögliches Endlager im Fichtelgebirge abgelehnt. Daran habe sich zwischenzeitlich nichts geändert. Die Gesteinsformationen im Fichtelgebirge seien für die Endlagerung hoch radioaktiven Atommülls nicht geeignet, bekräftigt Unglaub. Zudem gebe es im angrenzenden Egerer Becken immer wieder Schwarmbeben. Und: Die Belastung durch natürliche Radioaktivität sei in der Region ohnehin relativ hoch. Die Gemeinde befürchtet, dass ein mögliches Endlager den Bevölkerungsrückgang im Fichtelgebirge verstärken könnte.“ So berichtet der Nordbayerische Kurier.

Weiter berichtet der Nordbayerische Kurier: „Für unsere Region wäre ein Endlager die Höchststrafe“, warnt auch der Warmensteinacher Bürgermeister Axel Herrmann. Allein schon die Diskussion darüber hätte negative Folgen für den Fremdenverkehr. Warmensteinach habe im vergangenen Jahr erstmals seit 2009 wieder die Grenze von 80 000 Übernachtungen überschritten. „Der Fremdenverkehr entwickelt sich positiv“, erläutert Herrmann. Derzeit werde das Fichtelgebirge von der Bayerischen Staatsregierung als strukturschwaches Gebiet besonders unterstützt, „wenn ein Endlager kommt, können sie sich das sparen.“

Update 9.3.17: Der N-Kurier berichtet auch heute noch mal über das Thema.

Der Deutsche Bundestag berichtet über das in der Debatte befindliche neue Gesetz zur Suche nach einem dauerhaften Atommülllager und die Anhörung im Umweltausschuss so: Überwiegend Lob für die geplante Endlagersuche.

Eine Übersicht, über weitere Bewertungen gibt es hier in diesem Artikel oder auch hier und in vielen weiteren Artikeln.

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