Russisch-französische nukleare Zusammenarbeit in Deutschland: Bundesregierung will grünes Licht geben

Der Atom-Deal zwischen Frankreich und Russland, am bundesdeutschen Standort im emsländischen Lingen gemeinsam Uran-Brennstoff für den Einsatz in Atomkraftwerken russischer Bauweise herzustellen, steht offenbar kurz vor eine Zustimmung durch die Bundesregierung. Darüber berichten Medien jetzt mit Bezug auf ein US-Medium. Schon zum Jahreswechsel waren entsprechende Informationen aus Kreisen der Bundesregierung zu hören gewesen.

  • Siehe hier z.B: NTV. „Die Bundesregierung gibt einem Medienbericht zufolge grünes Licht für ein umstrittenes Nuklearprojekt in Niedersachsen – trotz russischer Beteiligung. Wie das Portal Politico berichtete, will die Regierung das Projekt durch eine atomrechtliche Bewertung unter Auflagen erlauben. Konkret geht es um ein Vorhaben des Kraftwerksunternehmens Advanced Nuclear Fuels (ANF), eine Tochter des französischen Atomkonzerns Framatome.“

Der französische Atomgigant Framatome will durch die Kooperation mit Russland die speziellen Brennelemente produzieren und hat schon entsprechende Lieferverträge mit osteuropäischen AKW-Betreibern abgeschlossen. Im Unterschied zu westlichen Reaktorlinien, bei denen die Brennelemente viereckig sind, haben russische Reaktoren sechseckige Elemente. Das hat erhebliche Relevanz für den Einsatz.

Der für die Genehmigung zuständige grüne Umweltminister in Niedersachsen hatte erhebliche Sicherheitsrisiken wegen der Beteiligung des russischen Atomkonzerns Rosatom vor dem Hintergrund des Kriegs gegen die Ukraine moniert und „Entscheidungshilfe“ von der Bundesregierung eingefordert, in deren Auftrag das Landesministerium die Genehmigung nach Atomrecht bearbeitet. Die Bundesregierung will aber offenbar Frankreich bei diesem Deal nicht verprellen.

Russland liefert für den Deal die Genehmigungen und Zertifikate, mit denen ein Einsatz derartige Brennelemente aus Lingen sofort machbar wäre. Das französische Unternehmen steht innerhalb der EU auch in Konkurrenz zu dem den USA zugerechneten Konzern Westinghouse, der in den letzten Jahren in das Geschäft für die Brennelemente-Fertigung für Reaktoren russischer Bauweise eingestiegen ist – ohne mit Rosatom zu kooperieren.

Mit seiner Anlage in Schweden hat Westinghouse in den letzten Jahren mit hohem Aufwand die Lizenzen und Genehmigungen bei den jeweiligen Behörden ins Osteuropa qualifizieren müssen. Dabei spielte auch die Unterstützung der Ukraine eine große Rolle, die im eigenen Land mehrere Reaktoren russischer Bauweise betreibt. Die Anlagen sind auch immer wieder in das Kriegsgeschehen einbezogen. Grüne und Linke im Bundestag und zahlreiche Anti-Atom-Organisationen hatten versucht, die Genehmigung für die Produktion in Lingen zu verhindern.

  • umweltFAIRaendern hat in zahlreichen Beiträgen über diese Problematik und die Hintergründe informiert. Bitte dazu die Suchfunktion auf dieser Seite nutzen.

 

Protokoll Landtag NRW. Ausschuss. Wirtschaftsministerin – Zeche zahlt deutscher Kohlestandort – Ein nuklearer Hoffnungsträger THTR Hamm auf dem Atommüll-Schrotthaufen

Vermutlich ist der Titel zu kompliziert. Aber das ist diese ganze Atomsache nun mal. Auch wenn derzeit oft eher verniedlichend von den Perspektiven gesprochen wird, ohne die Risiken zu betrachten. Nicht klug. Ein solches Desaster und WEM es WAS kostet passiert gerade wenig beachtet in Hamm in NRW. Eigentlich müssten die damaligen Betreiber des Atommeilers unter Führung von RWE den Rückbau des Ende der 1980 Jahre stilllegten AKWs bezahlen. Dumm nur, das diese Gesellschaft mit begrenzter Haftung GmbH irgendwie Pleite gegangen ist, weil mit dem sogenannten Thorium-Hoch-Temperatur-Reaktor THTR einfach kein Geld zu verdienen war, weil er einfach nicht funktionierte. Trotz allen offiziellen und nicht-offiziellen „Experten“. Der THTR wurde maximal gehypte damals. Möglicherweise ähnlich, wie heute das herbeireden der Atomfusion, obwohle wir derzeit ganz andere Probobleme haben. Aber: Mehr als eine Milliarde Euro könnte dieser atomare Blödsinn aus den 1970er Jahren kosten, den die damaligen Volksparteien immer mit Unterstützung der FDP gegen alle aufkommenden Widerstände durchgesetzt hatten. Die Zeche zahlt entweder ein Kohleland-Steuerzahler in NRW oder einer aus der Bundesrepublik inkl. exDDR. Eine Grüne Ministerin Mona Neubaur erzählt das Desaster im zuständigen Ausschuss des Landtags NRW im Dezember 2025 so …

Auszug aus dem Protokoll der Sitzung aus der Parlamentsdokumentation NRW, hier mit dem Link zur dortigen Quelle, als PDF:

9 Aktuelle Entwicklungen beim THTR-300 (Bericht auf Wunsch der Landesre-
gierung)

Ministerin Mona Neubaur (MWIKE) berichtet:

Seit dem 1. Dezember 2025 befinden wir uns daher nun in der in der Bundesrepublik
Deutschland historisch einmaligen Situation, die Sicherheit des Betriebs eines im
sicheren Einschluss befindlichen Kernkraftwerks im Wege der Ersatzvornahme ge-
währleisten zu müssen. Das bedeutet, dass die Atomaufsicht des Ministeriums für
Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie mithilfe des fachkundigen Unterneh-
mens „RWE Nuclear“ die sicherheitstechnisch notwendigen Aufgaben und Maßnah-
men durchführt.

Die anfallenden Kosten werden zuerst vom MWIKE getragen. Ein entsprechender
Titel wurde vorsorglich in den Haushalt 2025 aufgenommen. Dieser Titel steht mei-
nem Haus auch für das Jahr 2026 und die weiteren Jahre zur Verfügung.“

Nucleonics – Good News – Bad News – Not Prince – Family anyway

Youtube with the song:

– Da war auch diese irre Stimme. Roger Chapmann – Wikipedi weiß dazu was. Der Text ist was mit Demokratie, oder nicht?

What is the point, you’ll never win
We’re up at your throats before you begin
Closing your ears to other men’s views
Change for the good, would not bring bad news

Turning your heads away from the crowd
Turning much further than we can allow

Turning your heads away from the crowd
Turning much further than we can allow

Why change the rules, say those at the top
To those at the bottom, caught looking up

Turning your heads away from the crowd
Turning much further than we can allow

Too many bodies, doubting your worth
Shout to the people, salt of the earth

Turning your heads away from the crowd
Turning much further than we can allow

Frankreich nimmt neuen mobilen Atomreaktor in Betrieb

Frankreich nimmt seit Anfang Januar schrittweise einen neuen Atomreaktor in Betrieb. Nach dem über viele Jahre verzögerten und extrem überteuerten Groß-Reaktor EPR in Flammanville ist es bereits der vierte „Mini-Reaktor“, der seit 2019/20 in Betrieb geht. Zwei weitere Reaktoren dieser Baureihe sind in Arbeit und sollen bis 2030 fertiggestellt sein. Der vergleichsweise kleine Reaktor hat eine Leistung von 150 MW. Zuvor war ein solcher Atomreaktor nach einer üblichen Testphase im April 2024 offiziell in Dienst gestellt worden. Der neue Reaktor wird an Bord eines mit Atomwaffen bestückten U-Boots namens De Grasse eingesetzt und die sowohl dem Antrieb als auch der Energieversorgung. Darüber berichtet u.a. das Online-Portal Militär-Aktuell. Foto: KI generiert.

Der erste Reaktor dieser Baureihe wurde laut ES&T (2020) ca. 2019/20 in Betrieb genommen: „Die Aufnahme in den aktiven Dienst ist – so das französische Verteidigungsministerium – für 2021 geplant. Bis 2025 sollen drei weitere Barracuda-Boote („Duguay-Trouin“, „Tourville“, „de Grasse“) ausgeliefert werden, zwei weitere werden die Flottille der nuklearangetriebenen Barracudas bis 2029/2030 vervollständigen („Casabianca“ und „Rubis“).“

Atomangriffs-U-Boot Duguay-Trouin (S636)  Über diese Boote heißt es bei itamilradar.com: “A few weeks after the Chief of the Defense Staff, Thierry Burkhard, praised them before the Senate Defense Committee in November 2023, the Chief of the Naval Staff also had high praise for the SNAs built by the Cherbourg shipyard of Naval Group. A successful milestone for the nuclear submarine Suffren, built in Cherbourg “These are excellent vessels. I often say that these Suffren-class nuclear attack submarines are war beasts,” he explained. Facing the senators, Admiral Vaujour detailed the high level of performance of these “sea hunters.””

Auf NAVAL heißt es mit  Stand 2007 weiter: „Barracuda Kernantriebssystem – Das Kernantriebssystem ist ein neues Hybriddesign, das elektrischen Antrieb für wirtschaftliche Geschwindigkeiten und Turbo-Mechanischen Antrieb für höhere Geschwindigkeiten bietet. Das Kraftwerk wird auf Technologien basieren, die für den 150MW K15 Druckwasserreaktor entwickelt wurden, der im U-Boot der Triomphant-Klasse und im Flugzeugträger Charles de Gaulle installiert ist. Thermodyn von Le Creusot wurde ausgewählt, um die beiden Turbogeneratoren und eine Antriebsturbine für jedes Schiff bereitzustellen.“

Wikipedia schreibt: Die Boote haben einen Druckwasserreaktor K15 mit einer Leistung von 150 MW, der zwei Turbosätze mit je 10 MW antreibt, die zwei Elektromotoren speisen. Als Notaggregate sind zwei MAN-Dieselgeneratoren mit je 480 kW (653 PS) Leistung verbaut.

Die Suffren-Klasse, auch als Barracuda-Klasse bezeichnet, ist eine Klasse von im Zulauf befindlichen nukleargetriebenen Jagd-U-Booten der französischen Marine. Die „De Grasse“, das vierte nuklear angetriebene Angriffs-U-Boot der Barracuda-Klasse.

Weitere zum Hintergrund auf umweltFAIRaenern.de

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