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Der Transport von hoch radioaktivem Atommüll aus der britischen Plutoniumfabrik in Sellafield (UK) ist auf dem Weg ins Zwischenlager der BGZ am AKW Brokdorf. Sieben Castorbehälter mit der brisanten Atomfracht befinden sich an Bord eines Spezialschiffes, der Pacific Grebe, berichtet „Castor-stoppen.de“. Gegen 20.30 Uhr am 10. Juni habe das Schiff den Hafen von Barrow-in-Furness verlassen. Aufgrund der enormen Risiken halten deutsche Behörden und beteiligte Unternehmen die Transportstrecken geheim. (Foto: GNS)
Zu dem Thema Rücktransporte aus LaHague und Sellafield und die Plutoniumwirtschaft hat umweltFAIRaendern vielfältig berichtet. Dazu einfach die Suchfunktion nutzen, ein Vorschlag: Plutonium und Atommüll.
Bis zum Neustart der Endlagersuche Anfang der 2010er Jahre war das Zwischenlager in Gorleben Ziel der Atomtransporte aus den Plutoniumfabriken in Frankreich (LaHague) und Großbritannien (Sellafield). Gorleben galt damals auch als Ort für das geplante Endlager für solche Abfälle. Nach dem Neustart für die Endlagersuche wurde vereinbart, die noch ausstehenden Rücktransporte von Atommüll aus den Plutoniumfabriken nicht mehr nach Gorleben, sondern in die Zwischenlager nach Biblis, Philippsburg, Isar (Niederaichbach) und Brokdorf zu bringen.
Proteste gegen Atommülltransporte: Auf Castor-stoppen.de wird u.a. eine Mahnwache in Hamburg genannt, siehe dort für weitere Infos. „Am Transportabend (Mittwoch, 17.06.) wird es eine durchgehende Mahnwache hinter dem S-Bahnhof Hamburg-Barmbek (Krüsistraße Ecke Fuhlsbüttler) geben. Auch an anderen Orten entlang der möglichen Transportstrecke und am Ziel sind Protestaktionen geplant.“
2005 wurde die sogenannte Wiederaufarbeitung (WAA) in Deutschland verboten. Da eine deutsche WAA mit Wackersdorf nicht zustande kam, wurde die Plutonium-Abtrennung aus den bestrahlen Brennelementen westdeutscher AKWs in Sellafield und LaHague durchgeführt. Daher wurde die riskante Fracht zunächst tausende von Kilometern zu den Plutoniumfabriken transportiert. Das Plutonium wiederum wurde dann zu sogenannten MOX-Brennelemente verarbeitet. Der Atommüll, der im Ausland bei der chemischen Aufbreitung angefallen ist, wurde in Glas eingeschmolzen. Sieben Behälter mit solchen Glaskokillen sind nun an Bord der Pacific Grebe mit Kurz Deutschland.
Mitarbeiter*innen der BGZ bei der Handhabung eines leeren CASTOR-Behälters im Empfangsbereich des Zwischenlagers Brokdorf.
Aufgrund der Geheimhaltung wird spekuliert, ob der Atommüll in Nordenham ankommt. Der Hafen wird oft für Im- und Exporte von Atombrennstoff genutzt. Danach ginge es dann auf der Schiene über Bremen, Niedersachsen und Hamburg weiter in Richtung Brokdorf in Schleswig-Holstein. Weil das Zwischenlager Brokdorf keinen Gleisanschluss hat, müssten die Behälter nochmal auf Tieflader umgeladen werden.
Möglich wäre aber auch, dass die Pacific Grebe direkt den Seehafen von Brunsbüttel anläuft und die Verladung dort direkt auf Tieflader erfolgt. Ein direkter Transport nach Brunsbüttel würde einen kompletten Verladevorgang einsparen, bei dem die Behälter mit ihrer gefährlichen radioaktiven Fracht per Kran hantiert werden müssen. Ein Vorgang, der viele Stunden dauert und daher auch unter Strahlenschutzgründen für das beteiligte Personal zu beachten ist.
Auf Nachfrage von umweltFAIRaendern zu den Strahlenschutz-Anforderungen bei der zuständigen Genehmigungsbehörde, dem Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) heißt es mit Bezug auf eine Bewertung von der Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS, siehe dazu https://www.grs.de/de/aktuelles/castor-transport-von-sellafield-ins-zwischenlager-brokdorf): „In Kombination beider Maßnahmen kommt die GRS in der verlinkten Meldung zu folgender Schlussfolgerung: „Auf Grundlage der Erfahrungen aus früheren Transporten sowie der typischen Aufenthaltsmuster des Transport- und Begleitpersonals ist auch für den bevorstehenden Transport davon auszugehen, dass die gesetzlichen Dosisgrenzwerte sowohl für die Allgemeinbevölkerung als auch für das beteiligte Personal deutlich eingehalten werden. Dies gilt umso mehr, als dass die Transportstrecke bei diesem Transport vergleichsweise kurz ist.“
Mit Blick auf den letzten Satz und einer entsprechenden Frage von umweltFAIRaendern heißt es seitens BASE: „Soweit dadurch Rückschlüsse auf Transportrouten möglich sind, geben wir zu den Details der Genehmigung keine Auskunft.“
Hinweis: Die BGZ in Gorleben hat angekündigt, dass ein leerer Castor-Behälter demnächst im dortigen Zwischenlager erwartet wird. Der Behälter soll nicht mehr für Atommülllagerung eingesetzt werden, weil er wiederholt für Übungszwecke verwendet worden ist. Derzeit befindet sich ein solcher Leerbehälter im Zwischenlager in Brokdorf, wo er zur sogenannten Kalthantierung genutzt worden ist. (Siehe Foto). Zuvor war der Behälter u.a. in Isar genutzt worden. Ob der in Gorleben angekündigte Behälter tatsächlich (per Tieflader) aus Brokdorf kommt, ist unklar. Eine Anfrage ist gestellt. Sie zu diesem Transport eines Leerbehälters: https://www.bi-luechow-dannenberg.de/2026/06/10/leerer-castorbehaelter-rollt-durch-den-landkreis/
Die Arbeiten am geplanten Atommülllager für leicht und mittel radioaktive Abfälle im Schacht Konrad in Salzgitter haben sich immer wieder verzögert und zu deutlichen Kostensteigerungen geführt. Aber es ist genehmigt und das soll aus Sicht der Behörden und der Bundespolitik auch so bleiben. Rechtliche Änderungen müssen daher unterbleiben und daher werden Wege gesucht, wie erforderliche oder notwendige Anpassungen im vorhandenen Rahmen erfolgen können. Der Grund: Mit einer rechtlichen Veränderung des Planfeststellungsbeschlusses würden neue Klagemöglichkeiten entstehen, die das Projekt Konrad möglicherweise sofort beenden würden. Eine Gradwanderung, wie sich auch beim Umgang mit den wasserrechtlichen Fragen zeigt, die Teil des Beschlusses sind. Der Linksfraktion im Bundestag hatte dazu die Bundesregierung befragt und Antworten erhalten. „Heute im Bundestag“ hat darüber jüngst berichtet. Was genau los ist, lässt sich der Begründung für die Kleine Anfrage detailliert entnehmen.
Atomenergie im Krieg. (Update mit Angriff auf Atommülllager bei Tschernobyl, 09062026) Die Internationale AtomEnergie Agentur (IAEA) bestätigt eine Meldung der russischen Nachrichtenagentur TASS, dass es einen Drohneneinschlag im Maschinengebäude des AKW Saporischschja gegeben hat. Wiederholt kommt es rund um den größten Atomkomplex mit sechs Atommeilern und Lagerstätten radioaktiver Abfälle zu militärischen Kampfhandlungen im Krieg Russland gegen die Ukraine. Die Anlage ist seit Kriegsbeginn von russischen Truppen besetzt. Immer wieder waren die Atommeiler vom Netz abgeschnitten und mussten über Notstrom-Diesel versorgt werden. Auch das AKW Tschernobyl war in Kampfhandlungen verwickelt. Der Schutzhülle zur Abschirmung der radioaktiven Strahlung wurde ebenfalls durch Drohnen zerstört. Zuletzt waren auch Atomanlagen im Iran, darunter auch das in Betrieb befindliche AKW Buschehr sowie die AKWs in den Vereinigten Arabischen Emirate mit Kriegswaffen angegriffen worden. (Foto: Polizeieinsatz zur Sicherung von Atomtransporte mit hochradioaktivem Atommüll auf dem Weg ins Zwischenlager Gorleben, zweite Hälfte 199oer Jahre) „IAEA bestätigt Drohneneinschlag beim AKW Saporischschja – Atommülllager bei Tschernobyl angegriffen – Deutsche Atommüll-Zwischenlager nicht auf kriegerische Ereignisse ausgelegt“ weiterlesen
Während teile der Bundesregierung und andere Interessierte massiv von neuen Wunderdingen der Atomenergie fabulieren, kosten Rückbau und Lagerung der strahlenden Hinterlassenschaften weiterhin Milliarden-Euro-Summen und immer neue Probleme führen zu weiteren Kostensteigerungen. Eine weitere hohe finanzielle Belastung kommt nun auf die Steuerzahler*innen im Falle der nuklearen Ruine des Atomreaktors THTR 300 in Hamm-Uentrop (NRW) zu. Gegen jede Vernunft war der Reaktor 1986 in Betrieb gegangen und nach nur drei Jahren und zahlreichen Pannen 1989 endgültig abgeschaltet worden. Die Betreiber unter Führung von RWE haben jetzt den Konkurs erklärt. Für den notwendigen Rückbau der Atomruine dürften Kosten von vermutlich mindestens eine Milliarde Euro anfallen. Wer zahlt nun die Zeche? „AKW-Betreiber Konkurs? Wer zahlt die Zeche für den Rückbau?“ weiterlesen
Die Vorbereitungen für den Transport von hoch radioaktivem Atommüll aus der britischen Plutoniumfabrik in Sellafield laufen. In Glasblöcke eingeschmolzen und in Castor-Behälter verpackt soll der bei der Plutonium-Abtrennung in England angefallene Atommüll per Schiff nach Deutschland und dann entweder per Bahn und LKW oder auch nur per LKW in das Zwischenlager nach Brokdorf gebracht werden. Die zuständige Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) hat nun eine Informationsveranstaltung angekündigt. Der Transport selbst wird von der GNS im Auftrag von Preussen Elektra durchgeführt. Anti-Atom-Initiativen warnen vor den enormen Risiken beim Transport dieses brisanten Atommülls, der noch für Jahrzehnte in Brokdorf bleiben wird, weil sich die Suche nach einem Atommüll-Endlager erneut verschiebt. „Hoch radioaktiver Atommüll aus Sellafield über die Nordsee nach Brokdorf – BGZ informiert“ weiterlesen