Unter dem Stichwort „Spurensuche“ geht umweltFAIRaendern in vielen Artikeln den Verquickungen der zivilen und militärischen Nutzung der Atomenergie nach. Dazu gehören Rückblicke auf die Entstehung einer Atomforschung und deren Anwendungen. Zuerst war die Atombombe, dann Atomreaktoren. Immer wieder werden hinter der vermeintlich friedlichen Atomenergie militärische Motive verborgen. Deutschland hatte bereits im Faschismus an der Bombe gearbeitet. Die militärischen Motive spielten auch in der frühen Bundesrepublik eine entscheidende Rolle. Jetzt legt Ullrich Kleemann ein umfangreiches und detailliertes Werk vor, in dem er die Chemie-Industrie als bedeutsamen Treiber identifiziert und faktenreich deren Aktivitäten nachzeichnet. Als Schlüsselfigur widmet sich Kleemnann dabei einer Person, die als (un)heimlicher Atomminister angesehen werden musste und bereits im deutschen Faschismus und im Zweiten Weltkrieg eine treibende Kraft für Kriegsverbrechen aller Art war: Karl Winnacker, Nationalsozialist, der trotz seiner Vorgeschichte absurderweise noch heute Anerkennung genießt. Sein irres Atomerbe müssen wir noch heute teuer bezahlen. Warum das so ist, erklärt Kleemann in seinem Buch. „Atompolitik, Plutonium und Wirtschaftsinteressen: Irrwege der Bundesrepublik unter dem Einfluss industrieller Lobbyinteressen“ weiterlesen