26. April 1986 – Super-GAU in einem Reaktorblock des AKWs Tschernobyl, unweit von Kiew in der Ukraine, damals Teil der Sowjetunion. Eine Explosion, ein anhaltendes Feuer trägt enorme Mengen radioaktiver Strahlung zunächst in die nähere Umgebung und nach Weißrussland. Dann weiter mit dem Wind über Nord- und Westeuropa. Dort, wo es regnet, werden große Landstriche verstrahlt. Lebensmittel werden radioaktiv belastet, der Verzehr wird verboten. Um das lodernde Feuer im Reaktor zu löschen werden viele Tausend Menschen aus der Armee und andere Hilfskräfte – sogenannte Liquidatoren – eingesetzt. Ihre Einsätze auf dem von der Explosion aufgerissenen Reaktordach dauern wegen der enormen Strahlung oftmals nur wenige Minuten. Viele werden hochgradig verstrahlt. Kontrollen und langfristige Versorgung für diese Menschen gibt es in der Folge nicht. Kinder erkranken in vielen Regionen und Ländern entlang der vorherrschenden Windrichtung und Regen an Schilddrüsenkrebs. Während offizielle Einrichtungen wie die Atomförder-Organisation IAEA die Zahlen von Opfern eher klein rechnen, sorgen Untersuchungen von Wissenschaftler*innen und Mediziner*innen – unter anderem von der 1985 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Organisation „Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges“ (IPPNW) dafür, dass von den vielen tausenden Opfern Kenntnis genommen wird. (Foto: IAEA) „Nukleare Katastrophe dauert an: 40 Jahre Atomkatastrophe Tschernobyl“ weiterlesen