Während Nachrichtendienste und Politik vor russischen Spionage-Aktionen immer lauter warnen, wird ein Nuklear-Deal mit Russland genehmigt. Uran-Brennstoff soll demnach im emsländischen Lingen mit russischer Unterstützung hergestellt werden. Damit das möglichst schnell erfolgen kann, soll nun sogar der sogenannte „Sofort-Vollzug“ für die Genehmigung erteilt werden. Der BUND Niedersachsen muss deshalb seine Klage erweitern und einen Eilantrag stellen, damit die „Aufschiebende Wirkung“ seiner bereits vorgelegten Klage gegen Genehmigung für die neue Brennstoff-Herstellung in der Uranfabrik Lingen erhalten bleibt. (FOTO: Brennelemente russischen Bauweise, Betreiber TVEL)
- Tagesschaubericht über die aktuelle Lagebewertung durch den BND. „Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Martin Jäger, sieht das Risiko einer Konfrontation Deutschlands mit Russland. „Deutschland ist in Gefahr, in einen gewaltsamen Konflikt mit Russland zu geraten“, sagte Jäger in einer öffentlichen Anhörung vor dem Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestags.
Der BUND Niedersachen hat als Reaktion auf die Meldungen, dass die Erteiligung des Sofort-Vollzuges durch die zuständigen deutschen Behörden in Niedersachsen und Berlin unmittelbar bevorsteht, angekündigt, die bestehende Klage auszuweiten (siehe unten als Dokumentation). Im Eilverfahren müssen dann Gerichte prüfen, ob der Betreiber, die Advanced Nuclear Fuels Lingen die Genehmigung trotz laufenden Gerichtsverfahrens umsetzen und dne Betrieb aufnehmen darf oder ob bis zum Ende des Hauptverfahrens ruht.
Die ANF Lingen gehört zum französischen Staatskonzern Framatome. Frankreich arbeitet in vielen Atom- und Uranbereichen eng mit Russland zusammen und hat auch seit dem Ukraine-Krieg daran nichts geändert. Mit der Zusammenarbeit in Lingen sollen spezielle Brennelemente vom Typ VVER/WWER hergestellt werden, die in osteuropäischen AKWs russsischer Bauart eingesetzt werden. Mit dem Deal soll der Betrieb der dortigen AKWs weiter ermöglicht werden, ohne direkt von Russland/Rosatom Brennelemente zu kaufen. Framatome müsste aber hohe Lizenzgebühren, Maschinenkomponenten, Steuerung und anderes von Rosamtom beziehen. Framatome intensiviert diese Geschäftsfelder auch mit Blick auf die europäischen Aktivitäten des canadisch-usamerikanischen Konzerns Westinghouse, der schon seit Jahen in das Geschäft mit den VVER/WWER-Brennelementen eingestiegen ist – allerdings ohne russischen Partner.
Die Uranfabrik in Lingen ist vom Atomausstieg in Deutschland ausgenommen und spielt im weltweiten Uran-Geschäft eine wichtige Rolle. Trotz der Ukraine-Krieges gibt es in Sachen Atomenergie und Uranhandel keinerlei Sanktionen gegen Russland. Zu den Hintergründen dieser komplexen Vorgänge im Zusammenhang mit dem russischen Staatskonzern Rosatom am Standort der Brennelementefabrik in Lingen siehe: Freie Bahn für Uran-Deal mit Russland in Lingen: Sofort-Vollzug wird erteilt – BUND-Klage vorerst ausgehebelt
Dokumentation: BUND plant Eilantrag gegen Einstieg von russischem Atomkonzern in Brennelementefabrik
06. Oktober 2026 | Atomkraft, BUND, Energiewende, Klimawandel, Wirtschaft
Klagebündnis mit .ausgestrahlt will juristisch gegen genehmigten Sofortvollzug in Lingen vorgehen