Schwach- und mittelradioaktive Abfälle: Unterschätzte Risiken – gefährliche Flickschusterei

Von „Unterschätzten Risiken – gefährlicher Flickschusterei“ bei der Lagerung schwach- und mittelradioaktiver Abfälle handelte am 21. Februar in Hannover eine Fachtagung des Atommüllreports. Immer wieder hat es enorme sicherheitsrelevante Probleme bei der Lagerung dieser Abfälle gegeben, deren gesundheitliche und umweltrelevanten Auswirkungen und Risiken oftmals gegenüber dem hochradioaktiven Atommüll verharmlost werden. Doch auch diese Abfälle müssen für eine Million Jahre sicher von der Umwelt abgeschottet sicher gelagert werden.

In Morsleben und Asse  sind Endlagerversuche dieser Abfälle weitgehend gescheitert. Die bis heute über 40 Zwischenlager laufen bundesweit über, immer neue Lager müssen gebaut werden. Falsch deklarierte und rostende Fässer und veraltete Sicherheitsanforderungen kennzeichnen die Probleme beim Umgang mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen. Ab 2027 sollen die Abfälle in das alte Eisenerzbergwerk Schacht KONRAD endgelagert werden, obwohl es in keiner Weise dem heutigen Stand von Wissenschaft und Technik entspricht. Viele Fachleute bezweifeln, dass das gelingen wird. Immer wieder ist es zu erheblichen Verzögerungen gekommen. Grund genug also, sich mit der Problematik intensiv zu befassen. UmweltFAIRaendern dokumentiert die Fachvorträge von der AMK-Tagung.

Welche Gefahren gehen von den Abfällen aus?
Woher kommt der Müll?
Unter welchen Bedingungen lagern die radioaktiven Abfälle heute und wie kann die Sicherheit verbessert werden?
Welche Kritik am Projekt Schacht KONRAD gibt es?
Welches Risiko soll die Bevölkerung akzeptieren?
Warum müssen die Sicherheitsanforderungen aktualisiert werden?

Die Antworten auf diese und weitere Fragen wollen wir im Rahmen der Fachtagung diskutieren.
Programm

11.00 Uhr Spezifische Gefahren schwach- und mittelradioaktiver Abfälle (PDF), Dr. Hauke Doerk, Physiker, Umweltinstitut München

12.00 Uhr Neumann-Vom Akw zum Vom Atomkraftwerk zum Atommüllfass – Probleme beim Rückbau und bei der Behandlung radioaktiver Abfälle-02-21 (PDF), Wolfgang Neumann, Physiker

13.00 Uhr Mittagessen

14.00 Uhr Aktuelle Situation und Probleme der Zwischenlagerung schwach– und mittelradioaktiver Abfälle (PDF), Oda Becker, Physikerin

14.45 Uhr Aus der Zeit gefallen – Das Atommüllprojekt Schacht KONRAD (PDF), Ursula Schönberger, Politologin, Atommüllreport

15.30 Uhr Kaffeepause

16.00 Uhr Sicherheitsanforderungen an die tiefengeologische Lagerung schwach– und mittelradioaktiver Abfälle (PDF), Jürgen Kreusch, Geologe

17.00 Uhr Ende der Fachtagung

Atomkatastrophe Fukushima und Olympische Spiele Tokio 2020

Atomkatastrophe Fukushima? Am 11. März 2011 explodierten drei Reaktoren, hunderttausende Menschen mussten evakuiert werden. Große Mengen Radioaktivität wurden in den Ozean abgeleitet. Bis heute sind große Gebiete radioaktiv belastet, noch auf Jahrzehnte wird Japan mit Aufräumarbeiten und der Sicherung der radioaktiven Ruinen beschäftigt sein.

Doch wenn die „Jugend der Welt“ im Sommer 2020 zu den Olympischen und Paralympischen Spielen nach Japan kommt, dann will das High-Tech-Land Normalität demonstrieren, will zeigen, alles im Griff zu haben. Deshalb sollen ohne jede Not, SportlerInnen und BesucherInnen in der Hauptstadt der Präfektur Fukushima an olympische Wettkämpfen teilnehmen: Baseball und Softball-Spiele sollen in Fukushima Stadt ausgetragen werden – 50 km vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima Dai-ichi entfernt. Außerdem soll der Fackellauf in den verstrahlten Gebieten der Präfektur beginnen. Die internationalen ÄrztInnen der atomkritischen IPPNW (dort auch zahlreiche weitere Informationen), aber auch Verbände wie .ausgestrahlt fordern daher: Keine Wettkämpfe in der Region Fukushima! Eine Forderung, der sich auch der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (Fraktion DIE LINKE) anschließt.  Unterschriftenaktion sind auf beiden genannten Seiten online.

Außerdem ruft der Abgeordnete dazu auf, rund um den anstehenden Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima für den weltweiten Atomausstieg zu demonstrieren. Sei es gegen den immer noch in Betrieb befindlichen Atomreaktor 2 in Neckarwestheim oder anderswo bei Mahnwachen, Kundgebungen und Protesten.

Sicherheitsmängel: BUND verstärkt Kritik an Atommüll-Zwischenlagerung in Biblis

Nach dem BUND Landesverband in Hessen nimmt nun auch der Bundesverband der Umweltorganisation gegen die geplanten Castortransporte aus der britischen Plutoniumfabrik Sellafield in das Zwischenlager nach Biblis Stellung. Zuvor hatte bereits der Atomexperte Wolfgang Neumann in einem Offenen Brief an die Genehmigungsbehörde „BaSE“ die mangelhaften Sicherheitsregelungen für die Zwischenlagerung dieses in Glaskokillen verpackten hochradioaktiven Atommülls scharf kritisiert. Die Bundesgeschäftsführerin Antje von Broock erklärt jetzt in der PM: „Bei Transport und anschließender Lagerung muss aber größtmögliche Sicherheit herrschen, die im Zwischenlager Biblis eindeutig nicht gegeben ist.“ Das „Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung“ hatte zum Jahreswechsel die Genehmigung für diesen speziellen Atommüll in Biblis unter Ausschluss der Öffentlichkeit erteilt. Erwartet wird, dass der Atomtransport mit sechs Castor-Behältern in diesem Frühjahr von Sellafield per Schiff über Nordenham und dann weiter per Bahn nach Biblis erfolgen wird. Weitere derartige Castortransporte aus den Plutoniumfabriken in La Hague (F) und Sellafield (GB) sollen später in die Zwischenlager nach Isar/Landshut (Bayern), Philippsburg (BaWü) und Brokdorf (SH).

Dokumentation PM BUND Bundesverband: Ab März darf der Castor wieder rollen – BUND kritisiert mangelnde Sicherheit

Berlin. Trotz erheblicher Sicherheitsmängel soll der Castor wieder rollen. Schon ab März könnte hochradioaktives Material nach Biblis transportiert werden. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt vor großen Sicherheitsrisiken. Die sichere Verwahrung und damit der Schutz der Bevölkerung stehen weiterhin nicht an erster Stelle.

„Natürlich gehört der deutsche Atommüll zurück nach Deutschland, unsere radioaktive Last darf nicht auf andere Länder abgewälzt werden“, erklärt Antje von Broock, Geschäftsführerin Politik und Kommunikation des BUND. „Bei Transport und anschließender Lagerung muss aber größtmögliche Sicherheit herrschen, die im Zwischenlager Biblis eindeutig nicht gegeben ist.“

Nach heftigem Widerstand wurden die Castor-Transporte aus der Plutoniumfabrik Sellafield in Großbritannien nach Gorleben zurecht eingestellt. Der letzte dorthin rollte im November 2011, das Zwischenlager wurde zum geschichtsträchtigen Symbol des Atomkraft-Widerstands. Mit der Wahl des Zwischenlagers Biblis in Hessen soll der gesellschaftliche Frieden gewahrt werden, doch bestehende Sicherheitsmängel geben aus Sicht des BUND Anlass zu großer Sorge.

Insgesamt stellt der BUND Hessen 26 Sicherheitsmängel fest, die vor einer Einlagerung behoben werden müssten. Der Landesverband hat gegen die Genehmigung Widerspruch beim zuständigen Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) eingelegt. Diese erlaubt die Einlagerung von bis zu sieben Castoren im Standortzwischenlager Biblis.

Hochproblematisch ist vor allem, dass es keine Reparaturmöglichkeit für beschädigte Castor-Behälter am Standort Biblis gibt. In Gorleben wurde für solche Fälle immer auf die sogenannte heiße Zelle verwiesen: ein stark abgeschirmter Raum für den isolierten Umgang mit hochradioaktivem Material. In Biblis ist nichts Vergleichbares vorhanden. Doch: Auch in Gorleben war die heiße Zelle nie in Betrieb und entspricht nach einhelliger Auffassung nicht dem heutigen Stand von Wissenschaft und Technik.

„Warum wurden die Sicherheitsmängel nicht längst behoben?“, kritisiert von Broock. „Die Transporte kommen ja nicht überraschend. Diese Nachlässigkeit darf nicht zu Lasten der Bevölkerung gehen. Wir fordern die zuständige Behörde nachdrücklich auf, ihrer Vorsorgepflicht gerecht zu werden und das größtmögliche Maß an Sicherheit zu gewährleisten.“

Diplom-Physiker Wolfgang Neumann, viele Jahre beim Gutachterbüro intac und Mitglied der BUND-Strahlenkommission, kritisiert in einem offenen Brief die Genehmigung als „Rückschritt in der Sicherheit von Zwischenlagern“. Die Einlagerung von Behältern mit radioaktivem Inhalt ist in Zwischenlagern für 40 Jahre genehmigt. Die Einlagerung in einem unterirdischen Atommülllager, dessen Standort noch offen ist, wird aber erst viel später als in 40 Jahren möglich sein.

„Schluss mit Herumlavieren, es muss endlich ein valides Konzept für eine längerfristige Zwischenlagerung her“, so von Broock. Doch das bleibt der Gesetzgeber den Bürgerinnen und Bürgern schuldig. Stattdessen wird weiter Unsicherheit geschaffen.“

Der erste Castor-Transport ist vom zuständigen Bundesamt ab März genehmigt. Die Umstände werden von den Behörden geheim behandelt. Es kann also schon ab nächster Woche losgehen. Weitere Einlagerungen in Schleswig-Holstein im Zwischenlager Brokdorf, in Philippsburg in Baden-Württemberg und in Isar/Ohu in Bayern sollen folgen.

Mehr Informationen

Teilweise deutsche URENCO und Herstellung von fast atomwaffenfähigem Uran: Kontakte zu US-Behörden?

Hat es zwischen dem teilweise deutschen Urankonzern URENCO und dem US-Verteidigungs- oder Energieministerium Gespräche über die Lieferungen eines neuartigen, fast atomwaffenfähigen Uran-Brennstoffs für nukleare Anwendungen gegeben? Die Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) auf diese Mündliche Frage des Bundestagsabgeordneten Hubertus Zdebel gehört in die Kategorie Mauern!

Dem Bundeswirtschaftsministerium ist zwar bekannt, dass es zwischen URENCO und dem US-Energieministerium (Department of Energy, DOE) Gespräche gegeben habe, aber ob dabei auch über Lieferungen des neuartigen Brennstoffs für den US-Markt gesprochen wurde, – darüber will die Bundesregierung keine Informationen haben. Zu möglichen Kontakten mit dem US-Verteidigungsministerium schweigt das BMWi komplett. Dabei hatte in einer vorhergehenden Antwort die Bundesregierung eingeräumt, dass sich Wirtschaftsstaatssekretär Feicht (CDU) erst jüngst bei einem Treffen in Gronau mit URENCO-Vertretern und dem zur URENCO gehörenden Hersteller von Zentrifugen zur Urananreicherung (Enrichment Technology Company, ETC)) über die Pläne zur Herstellung dieser neuen, fast atomwaffenfähigen „Kernbrennstoffe der nächsten Generation“ informiert habe.

  • URENCO – Bundesregierung billigt neue Urangeschäfte
  • Hinweis: Dieses „High-assay low-enriched uranium“ (HALEU) soll eine Anreicherung des spaltbaren Uran 235 bis zu 19,75 Prozent enthalten. Ab 20 Prozent Anreicherung gilt das Uran als atomwaffenfähig. Technisch wichtig ist: Die ersten Anreicherungen, z.B. für den Einsatz in herkömmlichen Reaktoren bei ca. 3 – 5 Prozent, ist technisch sehr aufwendig. Je höher das Uran aber angereichert ist, desto leichter werden die weiteren Anreicherungen. Aus als „knapp“ atomwaffenfähigem Material „richtig“ atomwaffenfähiges Uran zu machen, ist dann technisch kein weiter Schritt.

Hubertus Zdebel, Sprecher für Atomausstieg der Bundestagsfraktion DIE LINKE, erklärt zur offenkundigen Blockadehaltung gegenüber seinen Fragen: „Die ausweichenden Antworten der Bundesregierung sind umso verwunderlicher, weil sie zum Gesprächsinhalt zwischen Feicht und den URENCO und ETC-Vertretern selbst einräumt, dass z.B. die `zitierten modular aufgebauten Forschungsreaktoren´, deren Entwicklung in den USA vorangetrieben werden soll, `Seitens der Firma URENCO´ `im Rahmen der wirtschaftlichen Perspektiven für diesen Kernbrennstoff exemplarisch als potenzielle Abnehmer´ auf dem US-Markt bezeichnet wurden. Dass sich das Unternehmen in offenbar vorhandenen Kontakten mit dem DOE und mit Blick auf die angekündigte Herstellung dieses neuartigen Brennstoffs auch über mögliche Lieferungen mit dem Ministerium unterhält, wäre vor diesem Hintergrund durchaus zu erwarten.

Die Berichte (Physics today, Telepolis), die ich in meiner Mündlichen Frage erwähne, legen die Vermutung nahe, dass es umtriebige Bemühungen seitens URENCO gibt, als Lieferant für derartig brisantes Uran in den USA ins Spiel zu kommen. Bereits Anfang Februar 2019 hatte URENCO in den USA angekündigt (siehe auch „Urenco USA announces HALEU activities“, 06 February 2019, WNN)), sich mit diesem speziellen Uranbrennstoff im US-Markt zu beteiligen. Unter anderen das US-Militär soll sich für dieses besondere Uran interessieren, um es als Brennstoff für Mini-Reaktoren einzusetzen (siehe Physics today).

Aber klar ist auch: Es ist skandalös und unter dem Gesichtspunkt der Weiterverbreitung von atomwaffenfähigen Stoffen alarmierend, wenn immer höher angereichertes Uran in immer größeren Mengen hergestellt und eingesetzt wird. Atomwaffenfähiges Uran kann immer leichter in falsche Hände geraten. Deshalb ist klar: Wir brauchen weltweit den Atomausstieg. Daher müssen Uranfabriken wie die der URENCO in Gronau endlich stillgelegt werden.“

Hinweis: Eine PM vom Februar 2019 der URENCO USA ist von deren Seite inzwischen offenbar gelöscht worden. Über diese Mitteilung berichtet aber auch World Nuclear News.

Die Mündliche Frage des MdB Hubertus Zdebel (DIE LINKE) und die Antwort der Bunderegierung ist hier als PDF online. Hier Frage 60 im Protokoll der 145. Plenarsitzung

Frage 60

Antwort der Parl. Staatssekretärin Elisabeth Winkelmeier-Becker auf die Frage des Abgeordneten Hubertus Zdebel (DIE LINKE):

Welche konkreten Inhalte bzw. „Perspektiven“ sind gemeint, wenn die Bundesregierung in ihrer Antwort auf meine mündliche Frage 13 (Plenarprotokoll 19/142) über ein stattgefundenes Treffen zwischen Vertretern des Urankonzerns Urenco, der ETC sowie dem Bundeswirtschaftsministerium antwortet, dass beim „Thema ,Kernbrennstoffe der nächsten Generationʼ unter anderem für modular aufgebaute Forschungsreaktoren … seitens der Urenco die Perspektiven von im oberen Bereich niedrig angereichertem Uran summarisch beschrieben“ wurden, und hat es mit Blick auf Medienveröffentlichungen in „Physics Today“ (1. Januar 2020, Controver-sy continues to swirl around uranium enrichment contract, https://physicstoday.scitation.org/doi/10.1063/PT.3.4385) bzw. Telepolis (24. Januar 2020, www.heise.de/tp/features/Urenco-Umstrittene-Uran-Anreicherung-mit-deutscher-Beteiligung-4644963.html), in denen davon die Rede ist, dass laut einem Bericht der US-Armee aus 2018 „Urenco für einen bescheidenen bis groß angelegten Einsatzʼ tragbarer Reaktoren die kostengünstigste Quelle für HALEU ist“, Gespräche zwischen Vertretern von Urenco mit Stellen des Department of Defense oder des Department of Energy hinsichtlich möglicher Lieferungen von HALEU bzw. Kernbrennstoff der nächsten Generation gegeben?“

Antwort

„Während des besagten Treffens zwischen den Unternehmen Urenco und ETC sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat es keine inhaltliche Vertiefung des Themas „im oberen Bereich niedrig angereichertes Uran“ (sogenanntes High Assay-LEU oder HA-LEU) gegeben. Die zitierten modular aufgebauten Forschungsreaktoren wurden im Rahmen der wirtschaftlichen Perspektiven für diesen Kernbrennstoff exemplarisch als potenzielle Abnehmer seitens der Firma Urenco aufgeführt. Dem BMWi ist bekannt, dass es wegen der Urenco-Aktivitäten auf dem US-Markt in der Vergangenheit Gespräche zwischen Vertreterinnen und Vertretern des Unternehmens und dem US-Department of Energy gab. Gespräche zu möglichen Lieferungen von HALEU sind dem BMWi nicht bekannt.“

Dokumentation: Siehe URENCO PM zu HALEU

News

Urenco USA Inc. announces next-step HALEU activities

05 February 2019

Urenco USA Inc., a US supplier of uranium enrichment services and nuclear fuel cycle products, today announces its capability in the provision of high assay low enriched uranium (HALEU). HALEU (U235 enriched up to 19.75 per cent) is a subcategory of LEU (U235 enriched up to no more than 20.00 per cent). It will be used for civil, peaceful applications in existing and new power plants as well as for research, test and medical isotopes facilities.

A new program at Urenco covers the production of HALEU. Urenco’s advanced gas centrifuge technology is capable of producing the full range of LEU enrichments, including HALEU.
Several Urenco enrichment facilities are already licensed to produce at enrichments above 5% U235 in line with today’s nuclear industry market requirements. Urenco is now exploring the construction of a dedicated HALEU unit at the UUSA facility. Urenco is progressing the design engineering and related licensing activities to support this project.

Further activity at UUSA is underway to support near-term delivery of slightly greater than 5% U235 enrichments for existing light water reactors interested in higher burn-up rates and/or extended operating cycles.

Thomas Haeberle, Chief Executive of Urenco, said:

“This work falls within the core expertise and technology of Urenco as a leader in the civil nuclear power industry for nearly 50 years, providing enrichment services for customers and meeting 100% of our deliveries.

We have proven enrichment technology which benefits from modular deployment. This was successfully demonstrated when we built the USA’s world scale commercial enrichment plant which can suitably accommodate a HALEU facility.

We are well placed to support operators in industry, medicine and research in order to meet the practical and logistical challenges of producing and transporting HALEU. This represents an exciting next stage in the civil nuclear power industry and we look forward to collaborating with existing and new customers on their requirements and using our expertise to provide a reliable fuel supply for the future demand.”

Plutonium-Schiffe und hochradioaktiver Atommüll für Zwischenlager Biblis

„Der weltweit erfahrenste Schiffs-Transporteur für nukleare Materialien.“ Mit diesem Slogan wirbt die britische „Pacific Nuclear Transport Limited“ (PNTL) auf ihrer Homepage, die über drei Spezialschiffe für diese Zwecke verfügt. Ein weiterer britischer Atom-Transporter ist das Schiff „Oceanic Pintail“. Wenn diese Schiffe im Einsatz sind, geht es fast immer um Plutonium aus der Wiederaufarbeitung von hochradioaktivem Atommüll aus der Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield. Plutonium: Der Stoff aus dem die Bombe ist. Nächstes Ziel für ein oder zwei dieser Plutonium-Schiffe dürfte der Hafen im niedersächsischen Nordenham sein: Hochradioaktiver Atommüll, verpackt in sechs Castor-Behältern vom Typ HAW28M mit jeweils 28 Glas-Kokillen und einem Gewicht von jeweils rund 120 Tonnen soll noch in diesem Frühjahr in das Zwischenlager nach Biblis (Hessen) transportiert werden. Nach dem Umschlag im Hafen, geht es auf der Schiene weiter. Die Einlagerung dieser brisanten Fracht im Zwischenlager Biblis ist inzwischen genehmigt, aber der BUND Hessen und andere Experten haben massive Kritik wegen fehlender Sicherheitsmaßnahmen angemeldet. (Foto: Oceanic Pintail, Betreiber; weitere Fotos von der Beladung der Leerbehälter hier: DAHER)

Zuletzt am 22. September 2019 war die Oceanic Pintail im Hafen von Nordenham. Davor wurde die Pacific Grebe zuletzt am 19. September in Nordenham registriert. Zuvor hat sie leere Castorbehälter mit Ziel Sellafield an Bord genommen haben, die inzwischen beladen sind. (siehe auch Castor-Stoppen.de)

Drei Schiffe hat die PNTL derzeit am Start, die vom britischen Hafen in Barrow-in-Furness operieren: Die Pacific Heron, die Pacific Egret und die Pacific Grebe. Diese verfügen laut PNTL über die erforderlichen Zulassungen (siehe detailliert hier bei PNTL), um Atommaterialien zu transportieren.

Laut eigener Mitteilung von PNTL werden deren Schiffe von Serco Limited mit Sitz in Barrow-in-Furness verwaltet. Serco ist auch für die Oceanic Pintail zuständig, die für INS unterwegs ist. (hier: PNTL are managed by Serco Limited, based in Barrow-in-Furness. In addition to managing PNTL, Serco also manage a ship on behalf of INS, the Oceanic Pintail.) In der Vergangenheit hat es mit den Schiffen ziemliche Probleme gegeben, darüber berichtete vor einigen Jahren der Guardian.

Vor allem die Pacific Heron und die Pacific Egret wurden laut PNTL mit „zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen“ ausgestattet, die es ihnen ermöglichen, MOX-Brennstoff und Plutoniumdioxid zu transportieren. Zum gegenseitigen Schutz reisen diese Schiffe zusammen. Um Angriffe abzuwehren, sind sie einer „festen Marinekanone ausgestattet und verfügen über weitere zusätzliche physische Schutzsysteme, von denen nur einige von außen sichtbar sind.“ Weiter heißt es: „Bei Transporten von MOX-Brennstoff und Plutonium sorgen bewaffnete Offiziere der CNC für den Schutz an Bord von der Abfahrt bis zur Ankunft.

Die CNC-Offiziere sind speziell für den Schutz von Nuklearmaterial während des Seetransports sowie von Nuklearanlagen ausgebildet. Darüber hinaus bieten dieselben Maßnahmen, die bei einem Unfall Schutz bieten, auch Schutz vor möglichen Sabotageakten. Experten haben andere gefährliche und nicht gefährliche Güter, die täglich auf dem Seeweg transportiert werden, als potenziell attraktivere Ziele für Sabotageakte identifiziert.“ (Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version))

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