Transparenz und Öffentlichkeit: Rechnungshof prüft „Hamburg Energie“

Hamburg Energie: Rechnungshof hat geprüft.
Hamburg Energie: Rechnungshof hat geprüft.

Im Auftrag der Bürgerschaft hat der Rechnungshof den 2009 gegründeten städtischen Ökostromer „Hamburg Energie“ unter die Lupe genommen. Eine demokratische Kontrolle, die für Transparenz sorgt und die für privatwirtschaftliche Konzerne der Marke Vattenfall leider nicht möglich ist.

Medien berichteten vor allem, über die im Bericht angeführten Probleme (mehr dazu unten). Einer der durchaus wichtigen Punkte der Prüfung, nämlich die Feststellung, dass die Gründung und der Betrieb der Hamburg Energie GmbH als Beteiligung der Freien und Hansestadt Hamburg nicht gegen haushaltsrechtliche Vorschriften verstoßen, wurde oftmals nur am Rande erwähnt. Eigentlich verwunderlich. Nur in Schlusssätzen (z.B. der NDR) wird daran erinnert, dass „Wirtschaftsverbände und -kammern die Gründung von Hamburg Energie als überflüssige staatliche Aktivität angesichts einer Vielzahl privater Stromanbieter in der Hansestadt kritisiert“ hatten.

Siehe auch hier: Energiewende Hamburg: Zahlentricks gegen die Wirklichkeit – CDU-Fraktionsmitglied Walter Scheuerl entdeckt die Statistik

Hamburg Energie und Ökostrom als öffentliche Aufgabe!

Die SPD-Bürgerschaftsfraktion reagiert daher mit der Überschrift „Gutachten des Rechnungshofes widerlegt Kritik an Hamburg Energie“ auf den Bericht. Weiter heißt es in der PM: „Der Rechnungshof hat mit seinem heute vorgelegten Gutachten bestätigt, dass Gründung und Betrieb von Hamburg Energie rechtmäßig waren und sind. Darüber zeigt sich Monika Schaal, Sprecherin für Umwelt und Energie SPD- Bürgerschaftsfraktion erfreut: „Mit dem Gutachten des Rechnungshofes wird der Fundamentalkritik an dem stadteigenen Ökoenergieversorger nachhaltig der Boden entzogen. Der Rechnungshof erkennt an, dass der Gründung von Hamburg Energie ein wesentliches staatliches Interesse zugrunde liegt, denn Hamburg hat sich hohe Klimaschutzziele gesetzt und versteht sich als Vorreiter der Energiewende.““

Transparent und Öffentlich

Ebenfalls positiv sieht die SPD-Fraktion: „Auch ein weiterer Vorwurf der Kritiker, Hamburg Energie werde von Hamburg Wasser quersubventioniert, läuft ins Leere. Hamburg Wasser bietet seinem Tochterunternehmen Hamburg Energie Dienstleistungen zu Vollkosten an – inklusive anteiliger Gemeinkosten. Dazu Andrea Rugbarth, Fachsprecherin Öffentliche Unternehmen der SPD Fraktion: „Diese Dienstleistungen werden laut Rechnungshof vollständig und transparent dem Tochterunternehmen in Rechnung gestellt. Damit ist der Vorwurf der Quersubventionierung des stadteigenen Unternehmens durch Hamburg Wasser vom Tisch.“ Die gemeinsame Nutzung von vorhandenen Ressourcen sei bei Stadtwerken, aber auch bei großen Konzernen in der Privatwirtschaft  üblich, betonte Rugbarth. „Die Vorteile kommen letztlich den Kunden von Hamburg Wasser zugute, weil die Erlöse aus den Dienstleistungen für Hamburg Energie zusätzliche Kostendeckungsbeiträge für Hamburg Wasser darstellen.““

Ungleiche Maßstäbe

Auch die Grüne-Bürgerschaftsfraktion reagierte auf den Bericht vom Rechnungshof: „Der Rechnungshof stößt sich beispielsweise an Praktiken, die bei privaten und auch kommunalen Versorgern marktüblich sind.“ Und weiter sagte Jens Kerstan: „Ich bin mir sicher, dass man ähnliche Punkte auch bei einer Prüfung der großer Versorger wie Vattenfall oder E.ON feststellen würde. Selbst wenn man der Kritik fehlender Risikoaufschläge folgen würde, handelt es sich hier nur um eine fünfstellige Summe, die in dieser Dimension den Wettbewerb gar nicht verzerren kann.““

Die Kritik des Rechnungshofes

Was also wird in dem Bericht bemängelt? Kritik äußert der Rechnungshof daran, dass es bei einigen Auftragsvergaben nicht die aus Sicht der Prüfbehörde erforderlichen Ausschreibungen gegeben habe. Bereits im Jahr 2010 hatte das Hanseatische Oberlandesgericht (HansOLG) eine solche „Inhousevergabe“ beanstandet. Gemeint ist damit, dass andere städtische Unternehmen oder Einrichtungen ohne Ausschreibung Aufträge direkt an Hamburg Energie erteilt haben bzw. umgekehrt.

Allerdings stellt der Rechnungshof auch fest: „Die Geschäftsbeziehungen zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg, der Hamburger Stadtentwässerung AöR (HSE), der HWW und der HE folgen vielfach dem Konzerngedanken und sind aus diesem Blickwinkel ökonomisch nachvollziehbar sowie nach nationalem Recht nicht zu beanstanden.“ Auch sonst wäre Transparenz und Nachvollziehbarkeit gegeben. Der Rechnungshof kritisiert aber z.B., dass die Mutter von Hamburg Energie – die Hamburger Wasserwerke – bei den Verträgen darauf verzichtet hat, Gewinn- und Risikoaufschläge zu kassieren: „Der Verzicht auf die marktüblichen Aufschläge für Gewinn und Risiko bei den der HE in Rechnung gestellten Kosten für Personal- und Dienstleistungen sowie Mieten, die unentgeltliche Erbringung von Werbeleistungen sowie einige Vertragsbedingungen sind jedoch als unter Dritten unüblich zu bewerten.“ (Siehe im Bericht S. 8, hier als PDF).

Das mag unter marktwirtschaftlichen Bedingungen „unüblich“ sein, aber eigentlich kein Schaden für die HamburgerInnen.

Das Abendblatt zitiert den Geschäftsführer von Hamburg Energie dazu: „Wir haben bei der Vergabe von Aufträgen nicht gegen geltendes Recht verstoßen“, sagt hingegen Hamburg Energie-Chef Michael Beckereit. Lediglich eine Vergabe an Hamburg Wasser sei vom Oberlandesgericht Hamburg für unzulässig erklärt worden. Zudem wären Leistungen, die Hamburger Energie von der Muttergesellschaft bezog, nicht vergünstigt gewesen. „Im Gegenteil, wir hätten mit einem externen Call Center sogar 15 Prozent der Kosten sparen können.“

Außerdem kritisiert der Rechnungshof, dass Hamburg Energie in seiner Geschäftsbilanz für Hamburg unübliche – aber erlaubte – Methoden angewendet habe, um die aktuelle Ertragslage besser aussehen zu lassen. Das Abendblatt berichtet: „Dazu erklärte Hamburg Energie, die Geschäftsentwicklung sei stets im oder über Plan gewesen. Hamburg Energie werde bis 2015 alle Anfangsverluste ausgleichen und ab 2016 eine Dividende ausschütten.“

In den Medien wurde – fast alle offenbar mit Bezug auf einen DPA/LNO Text – von „schweren Vorwürfen“ oder „zugeschanzten Aufträgen“ getitelt. Starke Worte, für vergleichsweise offenbar nicht sonderlich schwere Verstöße. Denn Folgen haben die festgestellten Verstöße offenbar keine. Der Rechnungshof hatte in seiner Pressemeldung geschrieben:

  • „Die Gründung und der Betrieb der Hamburg Energie GmbH als Beteiligung der Freien und Hansestadt Hamburg verstoßen nicht gegen haushaltsrechtliche Vorschriften.
  • Bei der öffentlichen Beauftragung der Hamburg Energie GmbH ist teilweise das Vergaberecht nicht beachtet worden.
  • Betriebsaufwendungen für Dienstleistungen, die die Hamburg Energie GmbH vom Mutterunternehmen Hamburger Wasserwerke GmbH in Anspruch nimmt, sind im Hinblick auf die Marktkonformität kritisch zu betrachten, weil dabei marktübliche Gewinn- und Risikoaufschläge nicht in Rechnung gestellt werden. Dies kann den Wettbewerb beeinträchtigen. Allerdings machten diese Dienstleistungen 2012 weniger als 1 % der Betriebsaufwendungen aus.
  • In Anspruch genommene Bilanzierungswahlrechte führen zu einer kurzfristig günstiger dargestellten Ertragslage des öffentlichen Unternehmens – eine abschließende Aussage über eine angemessene Renditeentwicklung lässt sich hieraus nicht ableiten.“

Der Prüfbericht des Rechnungshofes ist unter diesem Link als PDF zu finden.

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Vattenfall verkauft Energiewende: Englische Windparks werden abgestoßen

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Vattenfall verkauft Windanlagen in England. Foto: Dirk Seifert

Der angeschlagene Vattenfall-Konzern steigt Schritt für Schritt aus dem Kontinental-Geschäft in Europa aus (siehe unten). Jetzt sollen die Windkraftanlagen in England verkauft werden. Darüber berichtet die Lausitzer Rundschau. „Die Anlage Ormonde vor der englischen Westküste dürfte rund 400 bis 500 Millionen Pfund (umgerechnet 480 bis 600 Millionen Euro) einbringen, verlautete aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen in Stockholm.“ Der Verkauf soll im nächsten Jahr erfolgen.

Laut Interactive Investor hat Vattenfall Morgan Stanley mit den Verkaufsverhandlungen beauftragt. Vattenfall betreibt in England derzeit sechs große Windparks und hat dafür seit 2008 insgesamt rund 2,3 Milliarden Euro investiert.

Der Verkauf von Ormonde ist offenbar als erster Schritt geplant: „The first asset to come on the block is Vattenfall’s Project Ormonde, a 150 megawatt facility in the Irish Sea, the sources familiar with that transaction said. It could fetch around 400-500 million pounds ($650-$810 million), one of them said.“

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Fernwärme Hamburg: Trotz Volksentscheid – Vattenfall will über Neubau entscheiden

Altes Kohle-Heikraftwerk in Wedel soll ersetzt werden. BürgerInnen fordern mehr Mitbestimmung. Foto: Dirk Seifert
Altes Kohle-Heizkraftwerk in Wedel soll ersetzt werden.  Vattenfall will Neubau. Foto: Dirk Seifert

Vattenfall hat angekündigt, am 15. Dezember über den Neubau des in Wedel geplanten GuD-Kraftwerks für die Hamburger Fernwärmeversorgung zu entscheiden. Darüber berichtet das Hamburger Abendblatt. Vattenfall ignoriert damit weiterhin, dass es massive Proteste gegen diese Planungen gibt.

Außerdem haben die HamburgerInnen per Volksentscheid am 22. September entschieden, dass die Energienetze für Strom, Fernwärme und Gas vollständig rekommunalisiert und damit nicht länger von Vattenfall und E.on betrieben werden sollen.Vattenfall hatte direkt nach dem Volksentscheid angekündigt, sich um das Ergebnis des Volksentscheids nicht kümmern zu wollen.

Derzeit verhandelt der Senat im Rahmen der Umsetzung des Volksentscheids mit Vattenfall über die vollständige Übernahme der Netzgesellschaften für Strom und Fernwärme. Am 16. Dezember, also einen Tag nach der jetzt von Vattenfall angekündigten Entscheidung über das Wedeler Heizkraftwerk, will der Senat den Haushalts- und Umweltausschuss der Bürgerschaft über die Gespräche mit Vattenfall informieren und erklären, wie die weiteren Schritte zur Rekommunalisierung der Netze aussehen werden.

Dieser Terminierung haben offenbar auch die Fraktionen der Linken und der Grünen zugestimmt. Von den in der Bürgerschaft vertretenen Parteien hatten nur sie für den Volksentscheid und die vollständige Rekommunalisierung gestimmt.

Dennoch: Die Termierung ist nicht sonderlich beteiligungsorientiert. Denn zur Umsetzung des Volksentscheids muss der öffentlich-rechtliche Vertrag für das „Wegerecht Fernwärme“ spätestens am 15. Dezember gekündigt sein (Siehe dazu diese PM vom BUND und Bürgerinitiativen), sofern Vattenfall nicht die Netze komplett an die Stadt übergibt.

Dringenden Handlungsbedarf gibt es in Sachen Rekommunalisierung und Energiewende in Hamburg außerdem. Das zeigt auch die Ankündigung von Vattenfall in Sachen Neubau Wedel. Umweltverbände und Initiativen fordern vor einer Entscheidung einen Vergleich von Alternativen für die beste Lösung in Sachen Fernwärme-Versorgung. Einen derartigen Vergleich hat es bis heute nicht gegeben. Der Plan, in Wedel ein GuD-Heizkraftwerk zu bauen ist ohne einen solchen Vergleich von Vattenfall entschieden worden.

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Die Nazis, die Uranmaschine und die deutsche Atombombe

Plakat zum Film: Geheimsache Nazi-Uran, Quelle: RBB
Plakat zum Film: Geheimsache Nazi-Uran, Quelle: RBB

Über die Entwicklung der Atomenergie im deutschen Faschismus werden in den letzten Jahren vermehrt Forschungsergebnisse veröffentlicht. Unter dem Titel „Geheimsache Nazi-Uran: Atomjagd in Brandenburg“ haben jetzt Thomas Claus und Maren Schibilsky einen Film gemacht, in dessen Zentrum die zum Degussa-Konzern (Karl-Heinz Roth, PDF) gehörenden Auer-Werke in Oranienburg stehen. Dort hat der Physiker Dr. Nikolaus Riehl daran gearbeitet, für die Atom-Forschung in Nazi-Deutschland ausreichende Mengen Uran herzustellen. Dr. Nikolaus Riehl war Uranmetallspezialist und Forschungsleiter der Auergesellschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er laut der beim RBB ausgestrahlten Dokumentation eine der Schlüsselfiguren für die Herstellung der ersten sowjetischen Atombombe.

UPDATE: 28.11.2013. Der gesendete Beitrag ist hier auf Youtube zu sehen.

Die Uranproduktion in Oranienburg löste einen der heftigsten Luftangriffe zum Ende des Zweiten Weltkriegs aus, weil die Streitkräfte der USA verhindern wollten, dass Nazi-Deutschland eine Atombombe entwickelt.

Riehl hatte in seiner Funktion mit allen Größen der deutschen Atomforschung zu tun. Darunter sowohl die Gruppe von Forschern rund um Heisenberg als auch die Gruppe um Kurt Diebner.

Siehe dazu ausführlich hier: Spurensuche: „Hitlers Bombe“ – Nazi-Forschung und Entwicklung an einer militärischen Nutzung der Atomenergie und ein Ausblick auf die Debatte um die Atombewaffnung in der jungen Bundesrepublik Deutschland der 50er Jahre.

Bereits vor einiger Zeit hatte der öffentlich-rechtliche Sender RBB über die Bedeutung der Auer-Werke unter diesem Titel berichtet: Die Atombombe kam aus Deutschland – Ein Bericht von RBB.

Die NZZ zu Uranmaschine oder Bombe? aus dem Jahr 2001.

Schwierige Spurensuche

Die Spurensuche über die Nazi-Geschichte zur Atomforschung ist äußerst schwierig. Einerseits weil alle beteiligten deutschen Forscher natürlich nach dem Zweiten Weltkrieg daran interessiert waren, in einem möglichst unverdächtigen Bild zu erscheinen. Zwar wird von niemanden bestritten, dass es ein massives Interesse Nazi-Deutschlands an der neuen Super-Waffe, also der Atombombe, gegeben hat. Allerdings gibt es keinen beteiligten Forscher, der einräumt, daran gearbeitet zu haben. Aber es liegt auch auf der Hand, dass im Nachkriegs-Deutschland keiner der Forscher bereit war, derartiges einzuräumen.

Sicher: Es gab Atomforscher, denen eine Nazi-Atombombe eine Horror-Vorstellung war und die deshalb Probleme in den Vordergrund stellten und möglicherweise die Entwicklungsarbeiten damit erheblich behinderten. Auch waren die Kriegsverhältnisse derart, dass die Forschung und Entwicklung durch den Mangel an Ressourcen, durch Bombenangriffe, durch Sabotage und anderer Gründe, den Bau einer Bombe erheblich erschwerten. Klar dürfte aber auch sein: Niemand von denen, die im deutschen Faschismus als überzeugte Nazis an der Bombe geforscht haben, hätten dies nach 1945 öffentlich eingestanden.

Hinzu kommt ein weiteres großes Problem für die Forschung zu diesem Thema: Sowohl amerikanische als auch sowjetische Interessen an der Entwicklung der Atombombe (und die Angst vor einer deutschen Atombombe) sorgten schon während der letzten Kriegsmonate dafür, dass Spezial-Kommandos gezielt Einrichtungen zur Atomforschung aufspürten, die beteiligten WissenschaftlerInnen festsetzten bzw. verhörten, ihre Unterlagen beschlagnahmt wurden und auch Uranerz und Thorium soweit möglich abtransportiert wurden. Das zeigt die neue Dokumentation auf. Dabei versuchten die Amerikaner auch zu verhindern, dass deutschen Knowhow und Material in die Hände der Sowjetunion fiel (- und umgekehrt).

Diese beiden Umstände sorgen mit dafür, dass die Rekonstruktion der deutschen Atomforschung und die Frage, wie weit die Forschung an einer Atombombe wirklich war, äußerst schwierig ist.

Rainer Karlsch hatte 2005 in dem o.g. Buch „Hitlers Bombe“ eine Vielzahl von neuen Quellen und Hinweisen veröffentlicht. Gestützt auf Quellen aus alten Stasi-Unterlagen und russischen Quellen hatte er dabei versucht aufzuzeigen, dass die deutsche Forschung möglicherweise weiter war, als bislang angenommen. Dabei hatte er auf Experimente der Forschergruppe um Kurt Diebner verwiesen. Das Buch löste heftige, oft ablehnende Reaktionen aus. Die Diskussion um das Buch sowie eine Vielzahl von Quellen und Verweisen sind in dem oben genannten Artikel zu finden. Siehe auch hier: Entwicklung der Atombombe in Deutschland (PDF)

Das Buch „Hitlers Bombe“ ist im Handel heute nicht mehr erhältlich und kann nur über Antiquariate oder Bibliotheken bezogen werden. Als PDF ist es auf einem offenbar russischen Server hier zu lesen.

 

Stilllegung von Atomanlagen – Betreiber und Begleitgrupppe in Geesthacht im „konsensorientierten Dialog“

Die alte Reaktorhalle der GKSS. Foto: Dirk Seifert
Wie geht Stilllegung von Atomanlagen? In Geesthacht sollen die Anlagen der ehemaligen Forschungsreaktoren per konsensorientiertem Dialog zurück gebaut werden. Foto: Dirk Seifert

Vor etwas über einem Jahr haben die Betreiber der Atomanlagen der ehemaligen GKSS, heute das Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG), einen überraschenden Vorschlag veröffentlicht: Sie wollten die Stilllegung der Atomanlagen am Standort in einem konsensorientierten Dialog-Prozess auf den Weg bringen. Inzwischen ist dieser Prozess ein Jahr alt. Eine erste – positive – Bilanz und wichtige Arbeitsergebnisse legten das HZG und die inzwischen etablierte Begleitgruppe, in der AnwohnerInnen ebenso wie Anti-Atom-Gruppen aus der Region beteiligt sind, vor wenigen Tagen vor.

Über den Auftakt, die ersten Probleme und die Lösungen, wurde auf umweltfairaendern.de in mehreren Beiträgen informiert.

Grundzüge der Zusammenarbeit

Bislang haben HZG und Begleitgruppe einen Alternativenvergleich durchgeführt, welches der sicherheitstechnisch bessere Weg für die Stilllegung des Forschungsreaktors und der heißen Zelle in Geesthacht wäre und dazu mit Wolfgang Neumann von der Intac einen unabhängigen Experten einbezogen. (Siehe dazu: Dialog für die Stilllegung: Antrag für den Rückbau der Atomforschungsreaktoren der GKSS ist gestellt!).

Außerdem war es wichtig, dass HZG und Begleitgruppe intensiv die weitere Zusammenarbeit und die jeweiligen Erwartungen und Probleme intensiv miteinander besprochen haben. Denn rechtliche Vorgaben, wie ein solcher konsensorientierter Dialog eigentlich funktionieren kann, gibt es nicht. Daher haben beide Seiten ein Papier erarbeitet, das die „Grundzüge der Zusammenarbeit“ im Dialog-Prozess in Eckpunkten beschreibt und außerdem ihr jeweiliges Selbstverständnis in diesem Prozess definiert.

Diese Papiere sind jetzt auf der Homepage des HZG online unter diesem Link: www.hzg.de/dialog oder direkt hier als PDF herunterzuladen:

Über das Pressegespräch berichtet die Bergedorfer Zeitung – Lauenburgische Landeszeitung in – sehr verkürzter Weise – in diesem Artikel.

Siehe auch hier den Artikel von der LAGA Lüneburg.

Außerdem wurde vereinbart, dass auch Ereignisse aus der Geschichte der Atomforschungsanlage aufgearbeitet und öffentlich zur Diskussion gestellt werden sollen. Dazu gehört die Frage nach den Gründen für die weltweit einzigartige Erhöhung von Leukämieerkrankungen von Kindern und Jugendlichen in der Elbmarsch rund um die Atomanlagen der GKSS und des Vattenfall-Atomreaktors Krümmel. Ebenso soll die Frage diskutiert werden, welche Motive zur Gründung der GKSS in den 50er Jahren führten.

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