Nukleare Katastrophen und Krieg: 15 Jahre Fukushima, 40 Jahre Tschernobyl und heute Krieg um Atomanlagen

Am 11. März jährt sich die mehrfache Atomkatastrophe von Fukushima in Japan zum 15. Mal. Am 26. April ist der Super-Gau von Tschernobyl 40 Jahre her. Und noch immer sind beide Atomruinen hoch radioaktiv verstrahlt und stellen weiterhin ein immenses Gefahrenpotential für Mensch und Umwelt dar. Noch für weitere Jahrzehnte werden Milliarden-Summen für die Aufräumarbeiten und die Sicherung vor weiteren radioaktiven Freisetzungen ausgegeben werden müssen. Hunderttausende Menschen haben durch die Katastrophen ihr Leben verloren, erkrankten an den Folgen der Strahlung, mussten ihre Heimat verlassen oder haben in anderer Weise massive Eingriffe in ihr Leben durch die nuklearen Katastrophen durchmachen müssen.

Dennoch setzen Selbstvergessene und politisch oder wirtschaftlich Interessierte weiterhin auf diese unverantwortliche Technologie. Nicht nur Katastrophen. Atomstrom heißt auch im unfallfreien „Normalbetrieb“ jede Menge Atommüll, dessen Lagerung tausende Generationen funktionieren muss, was weltweit ungeklärt ist.

„Technologieoffen“ geht anders!

Und dann ist da noch die Sache: Wer Atomkraftwerk sagt, muss auch Atombombe sagen. Denn genau das ist es, was die nukleare Maschine antreibt und wozu es einen Atomwaffensperrvertrag braucht. Doch der wird immer fragiler. Und dann sind Atomanlagen heutzutage Angriffsziele. In der Ukraine, wieder Tschernobyl, und Saporischschja, Europas größtes Atomkraftwerk. Oder die Atomanlagen im Iran. Bald sollen 25 Staaten über Atomwaffen verfügen, sagt die Agentur, die deren Verbreitung verhindern soll. Atomkraft? NEIN DANKE!

„Zugemüllt“: Oliver Schlaudt im Bundesamt … für nukleare Entsorgung – Eine Besinnung? Und ein Buch.

Viel zu viel ist in diesem Blog von Müll die Rede. Atommüll, Strahlenmüll. UmweltFAIRaendern.de. Ein Titel, der eigentlich viel zu groß ist, für so eine doch begrenzte Thematik. Etwas mit Atomenergie und dann noch Krieg, Terror und Atommüll. Ok. Klingt wie Hiroshima. Harrisburg. Tschernobyl. Fukushima … . Dafür gibt es ja sogar schon Bundesämter und Ministerien. Wieso will das mit dem Müll so blöd universell sein? Nicht erst, wenn es strahlt. „Zugemüllt“, ein Buch von Oliver Schlaudt, auf das – ausgerechnet – das „Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung“ (BASE) aufmerksam macht, zeigt, dass das Thema noch viel gewaltiger ist.

Und mahnt den Veranstalter selbst, immer noch mal viel, viel genauer zu prüfen. Was genau ist Politik und wie kann sie das demokratisch gestalten, wenn was so unermesslich, ewig und gefährlich ist? Atomenergie ist niemals „offen“. Wer sie einsetzt, schafft tödlichen Müll beinah für die Ewigkeit. Zugemüllt: Wie geht umweltFAIRaendern in einer unverantwortlichen zugemüllten Gegenwart und nahezu ewiger Zukunft? Oliver Schlaudt ist am 15. Dezember in Berlin beim BASE.

Zugemüllt ist eine – irgendwie gestolperte und zusammengebaute – spannende und interessante Reise. Durch ober- und unterirdische und verbrannte Müllwelten – unglaubliche Dimensionen hat diese Reise, sie entdeckt so viel, was nicht erst mit der Industrialisierung und der Entstehung bürgerlicher, kapitalistischer Staaten bzw. Nationen entsteht und damit erkennbar wird. Bitterfeld. Gorleben. Ruhrgebiet. So viel Salz. Grundsätzlich und geologisch. Zeithistorisch und philosophisch. Irgendwie zwischen Reisebericht und Wissenschaft und Literatur. Naturlandschaft – Kulturlandschaft – Mülldeponie?

Kein Wunder, wenn das Cover vom Buch Swaantje Günzel in einem Foto von Henriette Pogoda zeigt: Zwischen Plastik-Müll auf einer Bank in der möglicherweise Kunsthalle Hamburg sitzend, vor einem deutschen Romantiker namens Caspar David Friedrich.

Die FAZ hat sich dem Buch gewidmet: „Philosophie und Müll : Im Abfall spiegelt sich die Welt“ mit der Unterzeile: „Der Philosoph und Ökonom Oliver Schlaudt macht sich Gedanken über den Müll und sucht ihn dort auf, wo er sich befindet. Seine Exkursionen führen ihn durch Deutschland und die europäische Kultur- und Technikgeschichte.“ (Von Uwe Justus Wenzel,

Oliver Schlaudt – Zugemüllt. Eine müllphilosophische Reise durch Deutschland – Eine etwas andere Deutschlandreise: nicht zu den Schönheiten des Landes, sondern zu seinen Mülldeponien, mit all ihrem Gestank und all ihrem sehr nachhaltigen Gift. Eine erhellende philosophische Betrachtung über die zunehmende Vermüllung unserer Welt, die wir nur zu gern verdrängen.“

Als Audio und eine Art von Lesung hat sich der Bayerische Rundfunk dem Thema und Buch von Schlaudt angenommen. Natürlich hier bei Perlentaucher.

Was hier aber eine besondere Aufmerksamkeit verdient, ist der Besuch des Autors bei der BI Lüchow Dannenberg und deren Antworten auf seinen Fragen, wie das denn ist, wenn einem in Gorleben der Atommüll quasi „auf den Füssen steht“? (das ist so ein Fotoshot aus dem Buch, Seite 152. Mit Mail vom 10.12.2025 16:19 Uhr teilt der Beck-Verlag in Person von S.B.  mit, dass die beiden folgenden Bilder auf umweltFAIRaendern mit Lizenz veröffentlicht werden dürfen. Vielen Dank.)

Es bleibt alles im Widerspruch – und da muss es auch bleiben. Wie denn sonst, bei etwas von dieser Größenordnung Einstein und das Universum, aber in Klein. Es geht nur um die Kernspaltung. Fusion kommt dann noch.

Und wo genau in diesem Umfeld kann sich Politik dann überhaupt noch bewegen? Hilflos, verzweifelt? Ignorant und durch? Es braucht nicht unbedingt die Erkenntnisse von Freud und Verdrängung. Es braucht. Ein Ende der Atomenergie, aber der radioaktive Müll bleibt! (Fotoshot, Seite 153)

„Kreist um die Neubestimmung … als Skandal, falsche Entscheidungen beenden…“ Sehr gute Idee! Philosophie über eine vermüllte Demokratie. Na, irgendwo ein Fehler im Satzbau.

Hier als Dokumentation:

BASE lädt ein: Philosophische Lesung über Müll

Anfang 15.12.2025 16:00 Uhr Ende 15.12.2025 18:00 Uhr Veranstaltungsort Berlin

BASE lädt ein: Philosophische Lesung über Müll

Müll will niemand haben – stinkend, unbrauchbar oder wie im Fall von Atommüll sogar hochgefährlich. Und doch waren genau diese Abfälle der Anlass für Oliver Schlaudt quer durch Deutschland zu reisen und Deponien, Verwertungsanlagen und Abwasserkanäle zu besichtigen.

Müll: Ungewolltes und nicht ausschlagbares Erbe

Auch das Thema Atommüll betrachtet Schlaudt intensiv – in Frankreich hat er die Bemühungen beobachtet, am Standort Bure ein Endlager einzurichten. Am 15. Dezember berichtet er im Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung von seiner ungewöhnlichen Tour.

Oliver Schlaudt ist Professor für Philosophie und Politische Ökonomie an der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung in Koblenz. Sein Buch „Zugemüllt. Eine müllphilosophische Deutschlandreise“ ist im C.H.Beck-Verlag erschienen.

Das Fazit seiner Reise gilt für alle Abfallarten gleichermaßen, ob hochradioaktiver Atommüll aus den Atomkraftwerken oder Plastikverpackung nach dem Supermarkteinkauf: Der Müll ist das ungewollte Erbe, das wir nicht ausschlagen können.

Jetzt zur Lesung anmelden:

Über dieses Erbe möchten wir mit Ihnen ins Gespräch kommen. Wir laden Sie herzlich zu dieser philosophischen Lesung und Diskussion ins BASE ein.

Am Montag, den 15. Dezember von 16 – 17 Uhr
Ausklang bei Snacks und Getränken bis 18 Uhr

  • Dokumentation: Beck-Verlag zum Buch, Link siehe oben:

Schlaudt, Oliver

Zugemüllt

Eine müllphilosophische Deutschlandreise.

Die weltweit größte Untertagedeponie für gefährliche Abfälle im hessischen Heringen, ein gigantischer Abwasserkanal bei Essen, eine Tierkadaververwertungsanlage im schönen Moseltal: Oliver Schlaudt hat sich auf eine eigentümliche Deutschlandreise begeben, um verborgene, aber spektakuläre Wahrzeichen unserer Müllkultur aufzusuchen. Sein genauso verblüffender wie wunderbar erzählter Reisebericht liest sich allerdings nicht nur wie ein Fremdenführer durch deutsche Abfalllandschaften. Inmitten ihrer besonderen Müllgeschichten entwickelt Schlaudt zugleich eine Philosophie, die sich die Hände buchstäblich schmutzig macht.

Menschheitsgeschichtlich haben wir den Punkt erreicht, an dem unser Müll überall ist und wir uns allmählich mit ihm selbst vergiften. Zugleich geben wir uns sehr viel Mühe, seine beunruhigende Allgegenwart aus unserem Gesichtsfeld zu verbannen. Es wird daher Zeit, der drastischen Wirklichkeit unserer zumüllenden Lebensform ins Auge zu blicken – und mit Oliver Schlaudt eine müllphilosophische Deutschlandreise zu unternehmen. Wir besuchen unter anderem die unscheinbare, aber rettungslos zerstörte Mülllandschaft von Bitterfeld (wo Marx’ Einsicht sinnfällig wird, dass der Müll der «unheilbare Riss» im Stoffwechsel zwischen Mensch und Natur ist), die BASF-Sondermülldeponie auf einer künstlichen Rheininsel (wo wir erkennen, dass wir in Sachen Müll «Cartesianer» geblieben sind, Bewohner zweier getrennter Welten) und die charmante Wurmkiste im eigenen Zuhause. Es wird klar: Der Müll ist das ungewollte Erbe, das wir nicht ausschlagen können.

Volksentscheid: Hamburger Zukunftsentscheid gewinnt – Mehrheit will schneller Klimaschutz und das demokratischer und sozial!

Der Hamburger Zukunftsentscheid gewinnt klar die notwendige Mehrheit im Volksentscheid. In den letzten Wochen war die Debatte immer intensiver und Medien mischten sich massiv ein. Der rot-grüne Senat war dageben, nicht nur, aber auch weil die SPD keinen Spaß an dem Thema hatte. Von CDU und AfD nicht zu reden. Die Linksfraktion war die einzige Parlamentskraft, die den Entscheid intensiv unterstützte. Nicht nur Umwelt- und Klimaschutz-Verbände und Organisationen unterstützten den Volksentscheid. Auch z.B. die Mieterverbände in Hamburg standen hinter der Zukunftsentscheid. Der Sozialverband Hamburg nicht. Der Erfolg ist – wieder einmal in Hamburg – Ergebnis einer engagierten Bürgergesellschaft und vielen Aktiven gegen SPD, CDU, AfD und Handelskammer und in diesem Feld inzwischen verklebten Grünen. Er ist ein Gewinn für die Beschleinigung und Demokratisierung beim Klimaschutz. Der Entscheid ist rechtlich verbindlich. Senat und Bürgerschaft müssen das nun umsetzen. Kein Problem vielleicht: Finanzsentor Dressel erlebt diese elementare Scheitern nicht zum ersten mal. Ein zweiter Volksentscheid, der sich dafür einsetzte, dass die Hansestadt eine belastbaren Versuch zur Einfühurung eines Grundeinkommens „Volksentscheid Hamburg testet Grundeinkommen“ durchführen sollte, ist deutlich gescheitert. Klar auch: Die notwendige Wahlbeteiligung für das Erreichen des erforderlichen Quorums ist vor allem auf die Möglichkeit einer (automatischen) Briefwahl zurückzuführen. Das Ergebnis bedeutet also auch: Hohe Verantwortung, dass der Umbau transparent und verantwortungsvoll bleibt. Sozial.Ökologisch.Demokratisch. Klima

Mit dem Wahlergebnis dürfte nicht nur die Klima-Thematik neuen Schwung in Hamburg erhalten. Die laufende Olympia-Bewerbung der Hansestadt Hamburg für die Jahre 2036, 2040 oder 2044 fällt damit nun mitten die Zeitspanne, in der Hamburg sich als Austragungsort bewirbt. Ungeachtet aller bisheriger Planungen ist nun klar: Klimaschutzziele, die nun bereits 2040 erreicht sein müssen, und Olympische Spiele. Das dürfte sich ausschließen.

Der NDR informiert hier: „Nach Angaben des Statistikamtes Nord stimmten 303.936 Hamburgerinnen und Hamburger für den „Zukunftsentscheid“, das entspricht 53,2 Prozent. 46,8 Prozent oder 267.495 Menschen sprach sich dagegen aus. Die Abstimmungsbeteiligung lag bei 43,6 Prozent.“ Siehe Statistikamt.

Neben vielen anderen Akteuren aus Umwelt – und Klimaschutzbewegung haben sich zuletzt auch noch mal Wissenschaftler:innen klar und deutlich zu dem Volksentscheid geäußert. Dokumentation von der ASTA HH Seite:

Offener Brief aus der Wissenschaft zum Zukunftsentscheid

7. Oktober 2025

Wir als AStA der Universität Hamburg weisen auf den offenen Brief aus der Wissenschaft hin, der von Professor:innen unserer Uni mitunterzeichnet wurde:

Liebe Hamburgerinnen und Hamburger,

derzeit wenden sich Klimaforschende mit Warnungen an die Politik, dass bereits 2050 eine globale Erwärmung von 3° erreicht werden könnte. Eine solche Entwicklung hätte gravierende Auswirkungen für unser Zusammenleben: eine Zunahme von Extremwetterereignissen, wirtschaftliche Schäden und gesundheitliche Risiken. Vor diesem Hintergrund appellieren wir als Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichen Disziplinen an die Hamburger Bevölkerung, die Bemühungen des Hamburger Zukunftsentscheids für einen verlässlichen und überprüfbaren Klimaschutz zu unterstützen.

Aktuell passiert zu wenig – wir brauchen Verbindlichkeit.

Die geltende Gesetzgebung in Hamburg ist nicht ausreichend, um sicherzustellen, dass die Stadt die notwendigen Maßnahmen für den Klimaschutz umsetzt. Der Hamburger Klimabeirat weist schon länger auf die “eklatante Regelungslücke in Bezug auf eine Nachsteuerung bei Zielverfehlung” hin und unterstreicht die Notwendigkeit, Klimaschutzmaßnahmen stärker sozial zu flankieren.

Klimaschutz bietet konkrete Vorteile

Die aktuelle Auseinandersetzung um den Zukunftsentscheid konzentriert sich besonders auf die Kosten von Klimaschutzmaßnahmen. Dabei kann aus dem Blick geraten, dass Klimaschutz insbesondere auf lokaler Ebene Vorteile auch für unsere Gesundheit und Lebensqualität bietet, etwa durch eine saubere Luft, einen besseren Zugang zu Mobilität und eine moderne Infrastruktur. Der Zukunftsentscheid ist eine Chance für unsere Stadt und ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz

Während Metropolen wie Stockholm, Kopenhagen oder Paris daher die Klimaneutralität als Chance für Innovation und Lebensqualität begreifen, droht Hamburg ins Hintertreffen zu geraten. Doch gerade als internationale Hafen- und Wirtschaftsmetropole kann Hamburg von einer frühen Klimaneutralität profitieren und trägt außerdem eine besondere Verantwortung: gegenüber ihren Bürger*innen, der regionalen Wirtschaft und der Rolle Deutschlands im globalen Klimaschutz.

Wir möchten Sie daher ermutigen, den Hamburger Zukunftsentscheid als Chance für verlässlichen, überprüfbaren und sozial ausgewogenen Klimaschutz zu verstehen. Mit Ihrem Ja kann Hamburg die Weichen für eine nachhaltige und zukunftsfähige Stadtentwicklung stellen.

Unterzeichnende:

Prof. Dr. Jörg Knieling, HCU Hamburg (Stadtplanung & Regionalentwicklung)

Prof. Dr. Hans Schäfers, HAW Hamburg (Intelligente Energiesysteme und Energieeffizienz)

Prof. Dr. Daniela Jacob, GERICS-HEREON (Climate Service Center Germany) und Leuphana Universität Lüneburg

Prof. Dr. Claudia Kemfert, Leuphana Universität Lüneburg

Prof. Dr. Anita Engels, Universität Hamburg (Soziologie, Klimaforschung)

Prof. Dr. Martin Wickel, HafenCity Universität Hamburg (Recht und Verwaltung)

Prof. Dr. Heinke Schlünzen, Universität Hamburg (Meteorologie)

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Dickhaut, HCU Hamburg, (Umweltgerechte Stadt- und Infrastrukturplanung)

Prof. Dr. Grischa Perino, Universität Hamburg (Volkswirtschaftslehre) und Exzellenzcluster Klima, Klimawandel und Gesellschaft (CLICCS)

Prof. Dr. Jochem Marotzke, Max-Planck-Institut für Meteorologie und Exzellenzcluster Klima, Klimawandel und Gesellschaft (CLICCS)

Prof. Dr. Dirk Notz, Universität Hamburg (Erdsystemwissenschaften) und Exzellenzcluster Klima, Klimawandel und Gesellschaft (CLICCS)

Prof. Dr. Kai-Uwe Schnapp, Universität Hamburg (Politikwissenschaft, insbesondere Methoden)

Prof. Dr. Stefan C. Aykut, Universität Hamburg (Soziologie)

Prof. Dr. Felix Hanschmann, Bucerius Law School Hamburg (Rechtswissenschaft)

Prof. Dr. Anke Gerber, Universität Hamburg (Volkswirtschaftslehre)

Prof. Dr. Johanna Baehr, Universität Hamburg (Erdsystemwissenschaften) und Exzellenzcluster Klima, Klimawandel und Gesellschaft (CLICCS)

Prof. Dr. Tatiana Ilyina, Universität Hamburg (Erdsystemwissenschaften) und Exzellenzcluster Klima, Klimawandel und Gesellschaft (CLICCS)

Prof. Dr. Annette Eschenbach, Universität Hamburg (Erdsystemwissenschaften) und Exzellenzcluster Klima, Klimawandel und Gesellschaft (CLICCS)

Prof. Dr. Carsten Frank, HAW Hamburg (Umwelttechnik, Ozeanografie)

Vertr.-Prof.. Dr. Eduardo Gonçalves Gresse (Soziologie/CLICCS)

Prof. Dr. Frank Adloff, Universität Hamburg (Soziologie)

Prof. Dr. Robi Banerjee, Universität Hamburg (Physik)

Prof. Dr. Antje Wiener, Universität Hamburg (Politikwissenschaft)

Prof. Dr. Christine Hentschel, Universität Hamburg (Soziologie)

Prof. Dr. Sighard Neckel, Universität Hamburg (Soziologie)

Prof. Dr. Achim Oberg, Universität Hamburg (Soziologie) und Exzellenzcluster Klima, Klimawandel und Gesellschaft (CLICCS)

Prof. Dr. Michael Brüggemann, Universität Hamburg, Journalistik und Kommunikationswissenschaft (JKW)

Prof. Dr. Nina Perkowski, Universität Hamburg (Soziologie)

Prof. Dr. Michael Hirschbichler, HCU Hamburg (Kunst & Architektur)

Prof. Dr. Carolin Floeter, HAW Hamburg, Fakultät Life Sciences, Umwelttechnik (Biologie, Umweltrisikobewertung und Umweltrecht)

Prof. Dr.-Ing. Torsten Birth-Reichert, HAW Hamburg, Fakultät Nachhaltige Ingenieurwissenschaften (Anlagenbau und Prozesssimulation in der Energietechnik)

Vertr.-Prof. Dr. Mirjam Braßler, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (Psychologie)

Prof. Dr. Simon Güntner, HAW Hamburg (Sozialwissenschaftler)

Prof. Dr. Tilman Lutz, HAW Hamburg (Sozialarbeitswissenschaftler)

Prof. Dr. Ursula Schröder, Universität Hamburg (Politikwissenschaft) und Exzellenzcluster Klima, Klimawandel und Gesellschaft (CLICCS)

Prof. Dr. Wolfgang Renz, HAW Hamburg (Informatik – Verteilte Adaptive Systeme),

Prof. Dr. Kolja Eger, HAW Hamburg (Informationstechnik für verteilte Energiesysteme)

Prof. Dr. Jens-Eric von Düsterlho, HAW Hamburg (Betriebswirtschaftslehre)

Prof. Antje Stokman, HafenCity Universität Hamburg (Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung)

Prof. Reinhard Schulz-Schaeffer, HAW Hamburg (Wissenschaftsillustration)

Prof. Dr. Hanna Göbel, HafenCity Universität Hamburg, (Soziologie/ Methoden urbaner Praxis)

PD Dr. Jobst Augustin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Prof. Dr. Stefan C. Weber, Fachhochschule Wedel (Sustainable & Digital Business Management)

Prof. Dr.-Ing. Görschwin Fey, Technische Universität Hamburg (Technische Informatik)

Prof. Dr. Dieter Röh, HAW Hamburg (Sozialarbeits- und Gesundheitswissenschaftler)
Prof. Dr. rer. nat. Peter Langendörfer (BTU Cottbus-Senftenberg, Wireless Systems)

Prof. Dr.-Ing. Anna K. Usbeck, HAW Hamburg (Maschinenbau, Fakultät “Nachhaltige Ingnieurwissenschaften)

Prof. Dr. Monika Grubbauer, HafenCity Universität Hamburg (Geschichte und Theorie der Stadt, Sprecherin Graduiertenkolleg Urban Future-Making)

Apl. Prof. Dr. habil. Joachim Thiel, HafenCity Universität Hamburg, Stadt- und Regionalökonomie, Graduiertenkolleg Urban Future-Making

Prof. (em.) Dr. Claus-Dieter Wacker (HAW Hamburg)

Prof. Dr. Kirsten Wiese (HAW Hamburg)

Prof. Dr. Tessa T. Taefi, Fakultät Informatik und Digitale Gesellschaft, HAW Hamburg (Smart Sustainable Systems) und Competence Center Erneuerbare Energien und EnergieEffizienz (CC4E)

Prof. Dr. Hartwig Spitzer, Universität Hamburg (Physik)

Prof. Dr.-Ing. Eva-Maria Königsheim (HAW Hamburg, Energietechnik)

Prof. Dr. Jan Sudeikat, HAW Hamburg (Cyber-physische Systeme)

Prof. Dr.-Ing. Carsten Gertz, Technische Universität Hamburg (Verkehrsplanung)

Prof. Dr.-Ing. Carolin Liedtke, HAW Hamburg, Fakultät Elektro-, Medien- und Informationstechnik (Lichttechnik)

Prof. Dr.-Ing. Sebastian Timmerberg, HAW Hamburg (Energie und Nachhaltigkeit)

Prof. Dr.-Ing. Jan Mietzner, HAW Hamburg (Nachrichtentechnik)

Prof. Dr. Sarah Hallerberg, HAW Hamburg, Fakultät Nachhaltige Ingenieurwissenschaften (Informatik)

Dr. Jan Wilkens, Universität Hamburg (Politikwissenschaft/Exzellenzcluster Klima, Klimawandel und Gesellschaft (CLICCS)

Dr. Martin Semmann, Universität Hamburg (Informatik)

Dr. Ernest Aigner, Leuphana Universität Lüneburg (Wirtschaftswissenschaften)

Dr. Sebastian Dorsch, Hamburg (Historiker, Global- & Wissenschaftsgeschichte)

Dr.-Ing. Manuel Gottschick, Hamburg, GF OCF Consulting GmbH (Kommunalberatung für Klimaschutz, Wärmeplanung und Anpassung an den Klimawandel)

Dr. Lukas Bäuerle, Universität Hamburg (Sozialökonomie)

Dr. Britta Lübke, Universität Hamburg (Didaktik der Biologie)

Dr. Claudia Konnopka, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

Dr. David-Willem Poggemann, Co-CEO Zeiten°Grad – Krug und Poggemann eGbR Kiel, (Beratungsdienstleistungen zu Klimaschutz, Klimaanpassung und Nachhaltigkeit für Kommunen, Unternehmen und Institutionen)

Dr. Delf Rothe, IFSH (Politikwissenschaft) und Exzellenzcluster Klima, Klimawandel und Gesellschaft (CLICCS)

Dr. Sandra Off, HAW Hamburg (Intelligente Energiesysteme und Energieeffizienz)

Dr. Lisa Griem, Senior Consultant, Zeiten°Grad – Krug und Poggemann eGbR Kiel, (Beratungsdienstleistungen zu Klimaschutz, Klimaanpassung und Nachhaltigkeit für Kommunen, Unternehmen und Institutionen)

Dr. Laura Affolter, Universität Hamburg (Soziologie)

Dr. Kerstin Jantke, Universität Hamburg (Erdsystemwissenschaften) und Exzellenzcluster Klima, Klimawandel und Gesellschaft (CLICCS)

Dr. Pierre Sfendules, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (Ev. Theologie)

Dr. Mrunali Damania Universität Hamburg (Sozialpsychologie) und Exzellenzcluster Klima, Klimawandel und Gesellschaft (CLICCS)

Dr. Peter Hoffmann, GERICS-HEREON (Climate Service Center Germany)

Dr. Sebastian Krug Co-CEO Zeiten°Grad – Krug und Poggemann eGbR Kiel, (Beratungsdienstleistungen zu Klimaschutz, Klimaanpassung und Nachhaltigkeit für Kommunen, Unternehmen und Institutionen)
Dr. Daniel Thewes, Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (Ozeanographie)

Dr. Benjamin Jacob, HEREON (Küstenforschung)

Prince! Sinéad! Cynthia Erivo ! Listen!

Cynthia Erivo ! Listen! It matters!

Cynthia Erivo’s powerhouse performance of ‚Nothing Compares 2 U‘ | Next at the Kennedy Center

https://inv.nadeko.net/watch?v=JbpcNGe1IoY&listen=false

Mit dem Fetten Text könnt ihr auf Youtube suchen, um das Video zu finden. Anderes kennen Invidious. Sehr viel datenfreundlicher, aber funktioniert nicht immer.

Klima killt Atomstrom – Wärmebelastung der Flüsse extrem

Das Klima schaltet die Atomenergie ab. In der Schweiz und in Frankreich werden die ersten Atomkraftwerke wegen der hohen Temperaturen der Flüsse und Meere abgeschaltet oder die nukleare Stromerzeugung zumindest deutlich reduziert. Immer höhere Temperaturen und auch die anhaltende Dürre und Wassermangel führen immer öfter dazu, dass die Flüsse als Kühlmittel nicht mehr in ausreichendem Maß zur Verfügung stehen. Die hohen Temperaturen in den Flüssen senken den Sauerstoff-Gehalt und werden so auch zur weiteren Gefahr für Fische und andere Lebewesen. Der Betrieb großer Kraftwerke entlang der Flüsse stellt auch ein enorm großes Problem für die Wasserversorgung der jeweiligen Länder dar. Zuletzt hatte der „Verband deutscher Ingenieure“ auf den enormen Wasserverbrauch (bzw. richtiger Wassernutzung, siehe unten) der konventionellen und nuklearen Kraftwerke hingewiesen. (Foto: KI)

  • Über die Abschaltung und Drosselungen des Betriebs von Atomkraftwerken berichten z.B. die Berliner Zeitung, die Tagesschau, solarify und IWR.
  • (Wenn ich recht erinnere, hat z.B. Frankreich aufgrund der seit vielen Jahren sich zuspitzenden Wärmebelastung der Flüsse die Regeln zur Wasserentnahme und Kühlung für die Atommeiler „angepasst.“ Wer dazu mehr weiß, gern Mail schicken (siehe Kontakt) oder unten per Kommentar! Danke.

Bereits jetzt, Anfang Juli, berichtet die Tagesschau: „In der Schweiz ist wegen des warmen Flusswassers einer der Reaktoren des Kernkraftwerks Beznau abgeschaltet worden. Der zweite Reaktor arbeite mit halber Leistung, teilte die Betreibergesellschaft Axpo mit. Die Maßnahmen dienten dem Schutz des Ökosystems des Flusses Aare und der Einhaltung der strengen umweltrechtlichen Vorgaben.“

Das ARD-Nachrichtenmagazin erwähnt auch, dass die beiden AKWs in Beznau zu den ältesten Atommeilern der Welt gehören. Für unterschiedliche Lastanforderungen bzw. Steuerungen sind die Atommeiler eher schlecht geeignet. Ihre technische Grundidee ist der Dauerbetrieb. Steuervorgänge erhöhen grundsätzlich die Risiken von Störfallen.

Mit Blick auf Frankreich heißt es bei Tagesschau weiter: „Angesichts der extremen Hitze in Frankreich hatte der staatliche Stromkonzern EDF bereits vorgestern das Kernkraftwerk Golfech im Süden des Landes heruntergefahren. Dies sei am späten Sonntagabend geschehen, um ein Aufheizen des Flusses Garonne zu verhindern, aus dem das Kraftwerk sein Kühlwasser bezieht. Wie lange das Kraftwerk ausgeschaltet bleibt, teilte EDF nicht mit. Die Wassertemperatur der Garonne könnte durch die Hitze auf 28 Grad steigen.“

Damit nicht genug: „Auch im westfranzösischen Atomkraftwerk Blayais wurde die Leistung am Sonntag reduziert, um ein Aufheizen der Mündung der Gironde zu verhindern. Für das im Süden gelegene AKW Bugey, das sein Kühlwasser aus der Rhône bezieht, wurde ein Herunterfahren ins Auge gefasst.

Das Problem mit den AKW bei Hitze ist nicht neu und dürfte durch die Erderwärmung noch häufiger auftreten. Frankreich hat 57 Atomreaktoren. In den vergangenen Jahren führten Hitzewellen immer wieder zu Problemen. Die Produktion von Atomstrom musste gedrosselt werden, weil sich die Flüsse, die das Kühlwasser aufnehmen, sonst zu sehr erhitzt hätten.“

„Deutschland spart durch Abschaltung der Atomkraftwerke viel Wasser“ hatte im Februar 2025 Forschung und Wissen mit Hinweis auf die Ingenieure verwiesen. Dort heißt es: „Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) ist der Wasserverbrauch der Wirtschaft im Zeitraum von 2019 bis 2022 deutlich gesunken (- 16,7 %). Ein Großteil dieser Einsparungen geht auf die Energieversorger zurück.“

Und die VDI-Nachrichten melden in einer korrigierten Textfassung im März 2025: „Die deutsche Wirtschaft hat 2022 gegenüber 2019 gut 17 % Wasser gespart. Ursache ist vor allem der Ausstieg aus der Kernenergie, bei dem mehrere AKW endgültig vom Netz gingen.“ (Die Autoren verweisen darauf, dass das Wort Verbrauch in der ersten Meldung nicht korrekt war, sondern dass von Wassernutzung gesprochen werden muss.)

Bei VDI ist zu lesen: „Die Wassernutzung der Wirtschaft in Deutschland ist zwischen den Jahren 2019 und 2022 deutlich gesunken – laut Statistischem Bundesamt (Destatis), das alle drei Jahre diese Daten ermittelt. Demnach haben 2022 die Betriebe in Deutschland rund 12,75 Mrd. m3 Wasser eingesetzt. Das waren rund 2,56 Mrd. m3 oder 16,7 % weniger als im Jahr 2019. Dies gehe hauptsächlich auf die Energieversorger zurück, so Destatis: „Vor allem durch die zwischenzeitliche Stilllegung dreier Kernkraftwerke wurden in der Energieversorgung im Jahr 2022 rund 2,02 Mrd. m3 Wasser weniger genutzt als bei der vorherigen Erhebung im Jahr 2019.““

Und: „Die Ende 2021 abgeschalteten AKW Brokdorf, Grohnde und Gundremmingen C sind nicht die letzten im Rahmen das Atomausstiegs (s. Kasten). Am 15. April 2023 wurden Emsland, Isar 2 und Neckarwestheim 2 vom Netz genommen. Es lässt sich also erwarten, dass die Wassernutzung in der nächsten Erhebung noch einmal deutlich zurückgehen könnte.“

Die Wassernutzung bei der Energieerzeugung mit Kondensationskraftwerken ist ein oftmals wenig beachtetes Problem. Vattenfall bekam das vor einigen Jahren beim Bau und Betrieb des Kohlekraftwerks in  Hamburg Moorburg an der Elbe zu spüren. Der immer noch Atomkonzern wollte billig billig mit dem Elbwasser die Kühlung für die zwei 800 MW-Blöcke realisieren. Eine Klage des BUND führte dann dazu, dass die Kühlung mindestens in den Sommermonaten auf einen Kühlturm umgeschaltet werden musste, um die ohnehin hoch belastete Elbe nicht weiter aufzuheizen. Vattenfall musste aufgrund des Urteils diesen Kühlturm bauen, ins System integrieren. Das erhöhte die Kosten beim Bau und auch beim Betrieb und verteuerte die ohnehin klimaschädliche Kohle-Stromproduktion deutlich. Einer der Gründe, warum das Mooburger Kraftwerk zu einem Milliardengrab für Vattenfall wurde.

Aktuell zu der Wassernutzung ergänzt VDI in seinem Bericht: „Energieversorgung und verarbeitendes Gewerbe verwenden am meisten Wasser“ und erklärt: „Die Betriebe der Energieversorgung setzten in Deutschland trotz dieses Rückgangs weiterhin das meiste Wasser von allen Wirtschaftssegmenten ein. 2022 benötigten sie laut Erhebung insgesamt 6,59 Mrd. m3 Wasser. Dieser Wert wird – im Gegenteil zum verarbeitenden Gewerbe – nicht weiter differenziert, auch aufgrund der Tatsache, dass es sich hier um den Bereich der kritischen Infrastruktur handelt. Danach folgte das verarbeitende Gewerbe mit 5,15 Mrd. m3, der Großteil davon entfiel auf die chemische Industrie. Die Landwirtschaft nutzte im Jahr 2022 rund 0,48 Mrd. m3.“

 

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