Während die bundesdeutschen Atommeiler Schritt für Schritt vom Netz gehen und bis zum Ende 2022 nur noch drei Reaktoren in Betrieb sind, laufen die beiden Uranfabriken in Gronau und Lingen ungestört weiter. In ihnen wird Uran-Brennstoff für Atomkraftwerke in aller Welt hergestellt. Die zum französischen Staatskonzern Framatome gehörende Anlage ist wirtschaftlich seit längerem angeschlagen. Ausgerechnet vor dem Hintergrund der Eskalationen zwischen Russland und der NATO in Sachen Ukraine will der russische Nuklearkonzern Rosatom bei der Advanced Nuclear Fuels in Lingen mit 25 Prozent einsteigen. Das Bundeswirtschaftsministerium prüft – seit rund einem Jahr – unter strickter Geheimhaltung, ob das genehmigt werden kann. Die Uranfabriken sind bis heute vom Atomausstieg ausgenommen. Im neuen Koalitionsvertrag ist von einer angestrebten Stilllegung der Uranfabriken nicht die Rede, dabei hatten sich SPD und Grüne in den letzten Jahren wie auch DIE LINKE wiederholt für die endgültige Stilllegung ausgesprochen. Anti-Atom-Gruppen demonstrieren deshalb mit internationaler Unterstützung gegen den geplanten Atomdeal und fordern das Ende der Atomenergie in Lingen ebenso wie in Europa.
- Krise Uranfabrik Lingen: Nicht mal mehr auf halber Leistung
- Alles über die Uranfabriken in Lingen und Gronau auf umweltFAIRaendern.
Dokumentation
- Atomausstieg auch in Lingen!
- Kein Atomdeal mit Russland!
- Brennelement- und Uranexporte stoppen!
- EU-Greenwashing von Atom und Gas verhindern!
- Raus aus Atom und Kohle – Erneuerbare jetzt!
22.01.2022 13:00, vor der Brennelementefabrik Framatome („ANF“)
Am Seitenkanal 1, 49811 Lingen (Ems)
Die bundesweit einzige Brennelementefabrik „ANF Lingen“ gehört der französischen EdF-Tochter Framatome und ist bekanntlich vom Atomausstieg ausgenommen. Lingen beliefert zahlreiche Hochrisikoreaktoren – von Tihange und Doel (Belgien) über Borssele (NL), Cattenom (Frankreich) und Leibstadt (Schweiz) bis zum neuen AKW-Sorgenreaktor Olkiluoto 3 in Finnland. Letztes Jahr wurde bekannt, dass die wirtschaftlich angeschlagene Uranfabrik durch ein Joint Venture mit dem russischen Atomkonzern Rosatom künstlich aufgepeppelt werden soll. Zukünftig wollen Frankreich und Russland also auf ihrem gemeinsamen Außenposten im Emsland nuklearen Brennstoff für Atomkraftwerke weltweit herstellen – im Land des Atomausstiegs, hier in Lingen. Wir fordern die konsequente Umsetzung des Atomausstiegs: der Atom-Deal mit Russland darf nicht stattfinden, die Brennelementefabrik muss geschlossen werden!
Hintergründe und Trinationale Erklärung gegen den Atom-Deal hier.
Kein Greenwashing von Atom und Gas! Die EU-Kommission will auf Drängen von Deutschland, Frankreich und mehrerer osteuropäischer Länder Atom und Gas als „grüne Energien“ fördern. Gerade die französische Regierung will sich so die nötigen Milliarden für den Erhalt des Atommacht-Status sichern. Milliarden, die dem dringenden Ausbau der Erneuerbaren dann fehlen werden.
Reden von:
- Vladimir Slivyak, Ecodefense Russland, Träger des Alternativen Nobelpreises 2021
- Cécile Lecomte (Réseau Sortir du nucléaire, Frankreich)
- Angelika Claußen (IPPNW), zu militärischen Verflechtungen der Atomindustrie und EU-Greenwashing
- Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
- Bündnis AgiEL
Seinen musikalischen Blick auf die Dinge gibt uns Gerd Schinkel!
Anfahrt: vom Bahnhof Lingen
- mit der Lili-Bus Linie 41 Richtung Darme/Bramsche (immer um 35 nach der vollen Stunde), Ausstiegshaltestelle ALDI/Rosen, Ankunft 15 min später, von dort aus 150m bis zu ANF.
- mit dem Fahrrad: gemeinsame Anfahrt, Treffpunkt 12uhr15 vor dem Bahnhof Lingen.
Kontakt: Allgemeine Fragen, Unterstützungsangebote, Mitfahrgelegenheiten, Anfahrt, Presse, Programm, usw.:
Bündnis AgiEL
buendnis.agiel@web.de
Recht und Ordnung
Die Vorgaben des Lingener Ordnungsamtes zum Ablauf der Demo werden vor Ort bekannt gegeben. Gemäß der neuen Corona-Verordnung ist bei Demos unter freiem Himmel eine FFP2-Maske zu tragen!
