Gerade hat Westinghouse erstmals neue Brennelemente für das AKW Temelin in der Tschechischen Republik geliefert. Das Unternehmen mit seiner Produktionsanlage in Schweden will damit osteuropäische AKW russischer Bauweise von Lieferungen des Staatskonzerns Rosatom unabhängig machen. Im Schatten des Krieges in der Ukraine ist eine globale geostrategische Neuordnung der Uranmärkte unterwegs. Mit Atomausstieg hat das allerdings nichts zu tun. Beispiel Deutschland: Zuletzt am 13. März hat die in Lingen ansässige Uranfabrik Uranbrennstoff zur weiteren Verarbeitung aus Russland erhalten. Und eben in dieser Anlage will der französische Atomkonzern Framatome künftig mit Unterstützung Russlands Westinghouse Konkurrenz machen. Ukraine-Krieg hin oder her: es geht um Geschäfte. Trotz Russlands Krieg in der Ukraine sind die Urangeschäfte mit der EU weiterhin von Sanktionen nicht betroffen. In Lingen will Frankreich für seine Urandeals eine weitere Kooperation mit Russland genehmigen lassen. Brennelemente für den Einsatz in Atomkraftwerken russischer Bauart zu ermöglichen. Ein Kunde soll künftig auch Temelin sein, wenn die deutschen Atombehörden den Deal zulassen. Dazu haben die Grünen grad einen Antrag in den Bundestag eingebracht.
- Grüner Antrag im Bundestag gegen Atomkooperation mit russischem Konzern in Lingen
- Die Lieferung von Uran aus Russland nach Lingen ist hier dokumentiert (PDF). Diese Daten stammen vom Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE)
- EU-Fördermittel für Uran-Brennstoff-Herstellung für osteuropäische Reaktoren im emsländischen Lingen – Frankreich macht Druck – Neue Verträge mit Slowakei
- Hinweis: Die neuen Brennelemente für Temelin stammen von Westinghouse aus Schweden und sind per LKW durch Deutschland geliefert worden. Das bestätigt BASE auf Nachfrage und verweist auf aktualisierte Daten im Internet (PDF, da die dortige Tabelle sich immer ändert, siehe direkt hier die aktuelle Datei der Genehmigungen für Atomtransporte). Demnach erfolgte ein Transport zuletzt am 27. Mai 2025.
- Update: Laut Berichten von Anti-Atom-Gruppen und Greenpeace ist Uranbrennstoff aus Russland grad in Frankreich eingetroffen, per Schiff in Dünkirchen. Infos und Fotos gibt es u.a. hier. „Am kommenden Pfingstwochenende wird der Uranfrachter „Baliyskiy-202“, ebenfalls aus St. Petersburg kommend, im Hafen von Rotterdam erwartet. Dort wird Uran umgeschlagen, welches für die Brennelementfabrik ANF/Framatome in Lingen bestimmt ist.“
Die Ursprünge der Zusammenarbeit, zu der auch Verträge mit Framatome gehören, gehen auf das Jahr 2018 zurück, also noch vor dem Ukraine-Krieg. Framatome will derartige Brennelemente für Reaktoren des russischen Typs VVER künftig in Lingen in Niedersachsen herstellen. Ein entsprechender Ausbau-Antrag liegt der Atombehörde in Hannover zur Genehmigung vor. Anderes als Westinghouse will Framatome die Brennelemente künftig in einer Zusammenarbeit mit Rosatom in Lingen zusammenarbeiten, weil dadurch Betriebsgenehmigungen und Lizenzen für den Einsatz in Ost-Reaktoren übernommen w
- Russisch-französische Atomkooperation – Deutschland ist dabei/eingeladen
- Zu den Hintergründen auch: https://www.iwr.de/ticker/westinghouse-liefert-tschechien-verzichtet-auf-russische-brennelemente-fuer-atomkraftwerke-artikel5323
- Dokumentation einer PM von CEZ. https://ceenergynews.com/nuclear/new-westinghouse-nuclear-fuel-czech/
The first new Westinghouse nuclear fuel arrived at Czechia
Westinghouse supplied thirty fuel assemblies to the Temelín nuclear power plant (NPP), replacing the current Russian supplier TVEL.
The NPP operator, ČEZ, started diversifying nuclear fuel suppliers at the end of the last decade. Based on a tender launched in 2018, it signed a contract in 2022 with Westinghouse and Framatome for the supply of fuel assemblies for the Temelín power plant.
Subsequently, in 2023, it concluded a contract with Westinghouse for Dukovany, with the first deliveries also expected this year. At the same time, it is also negotiating supplies for Dukovany with Framatome.
The new fuel must meet the strictest safety requirements. The acceptance was preceded by a five-year series of analyses and tests. “Loading must be preceded by a permit from the State Office for Nuclear Safety. We are currently preparing the documents for submitting the application,” said Bohdan Zronek, Member of the Board of Directors of ČEZ and Director of the Nuclear Power Engineering Division.
The new fuel will also enable longer fuel cycles: 18 months at Temelin and 16 months at Dukovany.
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