Vattenfall ohne Energiewende: Investitionen in Windenergie zu niedrig – zu viel in Gas und Kohle

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Vattenfall investiert zu wenig in die Windenergie und hält die eigenen Vorgaben nicht ein. Foto: Dirk Seifert

„Der staatliche Energieriese Vattenfall kommt seinen Regierungsvorgaben beim Ausbau von Windkraft nicht nach. Laut Recherchen des Schwedischen Fernsehens hat Vattenfall lediglich die Hälfte des vorgegebenen Kapitals bislang in den Ausbau von Windenergie investiert, dagegen mehr als das doppelte in Energieerzeugung durch fossile Brennstoffe wie Öl, Gas und Kohle.“ Das berichtet Radio Schweden auf seiner Homepage und bestätigt mit diesen Angaben die von Umweltschützern immer wieder vorgetragene Kritik am Vattenfall-Konzern.

Während der Stromkonzern selbst hinter den nicht besonders ehrgeizigen selbst gesteckten Ausbauplänen zurück bleibt, behauptet die Hamburger SPD derzeit in der Debatte um den Volksentscheid „Unser Hamburg – Unser Netz„, mit Vattenfall einen „Partner für die Energiewende“ gefunden zu haben. An Fakten kann die Hamburger SPD das nicht festmachen und auch diese jetzt bekanntgewordenen Daten zeigen, dass Vattenfall vor allem für die Fortsetzung der klimaschädlichen Energieversorgung mit Kohlestrom steht. Mit dem Volksentscheid will ein breites Bürgerbündnis erreichen, dass Vattenfall und E.on nicht länger durch den Besitz der Energienetze die Wende blockieren können. Die Netze für Strom, Wärme und Gas sollen deshalb vollständig in die öffentliche Hand.

siehe auch: Legal – Illegal: Vattenfall – Gezielter Rechtsverstoß? Die Hamburger SPD schweigt

Radio Schweden berichtet, dass das wirtschaftlich angeschlagene Unternehmen selbst einräumt, von der „im Jahr 2010 versprochenen Windkraftkapazität von 15 Terrawattstunden lediglich ein Drittel zu erreichen“. Der zuständige Finanzminister in Schweden, Peter Normann, so Radio Schweden, sehe das gelassen, werde aber weiter genau hinsehen. Vermutlich ein Zugeständnis an Vattenfall, weil der hochverschuldetete Konzern derzeit umstrukturiert wird.

Siehe dazu: Vattenfall-Krise: Konzern wird gespalten – Vorbereitung, dass Vattenfall Tschüss sagt?!

Allein bei der Stromerzeugung in Deutschland erzeugt Vattenfall seinen Strom zu über 80 Prozent aus der besonders umwelt- und klimaschädlichen Braunkohle. Mit der für 2014 geplanten Inbetriebnahme des Steinkohlekraftwerks in Hamburg-Moorburg bleibt Vattenfall auch in Zukunft einer der größten Klimasünder in Europa.

Mit Investitionen in die Erneuerbaren Energien hält sich Vattenfall also weiterhin zurück, wird in Deutschland aber nicht müde, den Ausbau der Solarenergie zu kritisieren. Erst vor wenigen Tagen sagte Hatakka: „Wir haben ein Monster auf die Beine gebracht“. Vattenfall-Chef über Solarenergie-Ausbau: “Wir haben ein Monster auf die Beine gebracht”

Siehe dazu auch: Kurs Klimakatastrophe: Immer mehr Kohlestrom-Export von Vattenfall und Co.

Gegen den geplanten Ausbau neuer Vattenfall-Braunkohlegebiete – bei denen auch Dörfer vernichtet und Menschen umgesiedelt werden sollen – können Einwendungen erhoben werden. Hier gibt es Infos und die Einwendungslisten.

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