Drei rote Pfiffe…

JelkaDie 68er standen auf gegen den „1000 jährigen Muff unter den Talaren“. Sie waren der Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit den Kontinuität Nazideutschlands und vieler Akteure, die in der Bundesrepublik Deutschland nahtlos weiter in führenden Aufgaben in Staat und Wirtschaft ihr Unheil trieben. Immer wieder trifft die aufstrebende Umweltbewegung auf die alten Nazis (Filbinger, Carstensen) und ihre Verquickung mit der Atomwirtschaft, mit der Industrie und ihren demokratie- und umweltfeindlichen Interessen. „Drei rote Pfiffe“, ein Song von den Schmetterlingen erzählt von dem Widerstand gegen den Faschismus und von der Hoffnung, auf eine Welt ohne diese Verbrecher.

(Der Songtext) Drei rote Pfiffe

Wir trafen Helena K. in ihrem Heim im
slowenischen Teil Kärntens. Sie erzählte
uns ihre Lebensgeschichte. Unter dem
Namen „Jelka“ war sie als Partisanin an
der Befreiung Österreichs vom Hitler-
faschismus aktiv beteiligt. Heute, als alte
Frau, muß sie miterleben, daß alte und neue Nazis in Kärnten fröhliche Urständ
feiern, während die slowenische Minderheit
um ihre vorenthaltenen Rechte kämpfen muß.

(„Jelka“ erzählt, wie sie damals
Jemanden den Weg zu den Partisanen
beschrieb“)
„Du, Leppen nach Hrebelnik drüben
Haben sie an Bunker, zwei Fichtenstämme,
und rüber haben sie so schön – von Fichten, diese Skorjen
(Ringe) drüber, dort wirst sehen. Aber du mußt pfeifen
(pfeift), dreimal mußt pfeifen, sonst ist Alarm.“

Im Kreis ihrer Enkel die alte Frau
zeigt mit erhobener Hand
auf die Wälder, die dunklen, über der Drau:
Jetzt zeige ich euch euer Land.

Dort drüben da hab ich geschuftet am Hand,
als ich ein Kind noch war.
bei der Christmette mit Glockenklang
hing Eis von Rock und Haar.

Die Bergknappen kamen zum Lindenwirt,
und flüsterten heimlich, mit List,
daß sich in der Welt was ändern wird,
daß nicht bleiben muß, wie es ist.

Verschwiegene Bäume.
Verschworener Wald.
Und drei rote Pfiffe, drei rote Pfiffe,
im Wald.

Die Drau hinunter trieb Mond um Mond,
es brach der Faschistenkrieg aus.
Da hatte ich dann einen Mann der Front,
und hatte drei Kinder im Haus.
Wie tönte da markiger Nazigesang
von deutschem Boden und Blut.

Manch ein Bursch in die Berge entsprang.
Ich trug Flugblätter unter dem Hut.

Der Gestapo war kalt und der Gauleiter schalt:
Partisanen im eigenen Land!
Ich trug Geflüster und Brot in den Wald.
Sie haben mich Jelka genannt.

Verschwiegene Bäume…

Der Winter was naß und uns wärmte der Haß.
viele sind´s die die Erde heut birgt.
Wir haben gefochten, dort oben am Paß,
und an unsrer Befreiung gewirkt.

Der Krieg was vorbei, da war Stille im Land,
da waren die Lautesten leis,
sie nahmen das Hitlerbilder von der Wand,
ihre Westen die wuschen sie weiß.

Ihr, meine Enkel, was hört ihr so stumm
die alten, die kalten Berichte?
Jetzt trampeln sie wieder auf euren Rechten herum –
erinnert euch meiner Geschichte!

Verschwiegene Bäume….

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