Afrikas strahlendes Gold – Uranabbau und seine verhängnisvollen Folgen

Kampf um Rohstoffe. Auch Uran gehört immer noch zu den begehrten Ressourcen, für die weltweit investiert wird. Gerade auch in Afrika – beispielsweise in Tanzania. Auf Einladung der Rosa-Luxemburg-Stiftung wird Flaviana Charles (Legal Human Rights Centre) auf Veranstaltungen in Berlin und Hamburg über die Situation in Afrika berichten, über die Risiken und über die Folgen für die Menschen dort. Beteiligt ist auch das Uranium-Network.
- Video über internationale Urankonferenz Tansania: Das Uran muss in der Erde bleiben
- Tansania in Trouble 7 – Mkuju River Uranmine im Nationalpark verzögert sich
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- Eine Drehscheibe für Uran ist der Hamburger Hafen. Aus Kanada, Namibia, Kasachstan und anderen Ländern wird Uranerzkonzentrat zur Weiterverarbeitung für Brennelemente über den Hafen der Hansestadt importiert, in Frankreich weiter verarbeitet und in Gronau und Lingen schließlich zur Herstellung für Brennelemente eingesetzt. Auch nach dem Atomausstieg wird Deutschland eine wichtige Rolle im weltweiten Uranhandel spielen, denn die Anlagen in Gronau und Lingen sind vom Atomausstieg ausgenommen. Atomtransporte Hamburg: Dreckiges Namibia-Uran auf dem Weg zu hochradioaktivem Atommüll
Die RosaLux-Stiftung schreibt: „Obwohl die gesellschaftliche Zustimmung zur Atomenergie weltweit sinkt, weil langfristige Umwelt- und Gesundheitsschäden sowie soziale Kosten des Uranabbaus immer drückender werden, wird in einigen Ländern Afrikas der Uranabbau weiter forciert. Argumentiert wird von den Regierenden in der Regel mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze und den erwarteten Deviseneinnahmen.
- Alles zum Thema Uranabbau auf umweltFAIRaendern.de
Von den Kritikern wird neben dem Verweis auf drohende Gesundheits- und Umweltschäden, die fehlende Transparenz bei Abbaukonzessionen sowie die mangelhafte Aufklärung betroffener Gemeinschaften beklagt. Verwiesen wird oft auch auf die Zementierung der Abhängigkeit von Rohstoffexporten.
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Insbesondere Tansania steht an der Schwelle zur Uranförderung. Seit Jahren vergibt die Regierung Explorations- und Schürfrechte für Uran an transnationale Firmen, bspw. aus Kanada, Russland, China und Australien. Gerüchten zufolge wird Präsident Kikwete dieser Tage die erste Mine in der südlichen Region des Mkuju-River eröffnen.
- 21.10.2015 | 19:00 Uhr | W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik e. V., Hamburg | Nernstweg 32-34 | 22765 Hamburg | Mit Flaviana Charles, Legal Human Rights Centre Tanzania und Patrick Schukalla, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum Moderner Orient, Berlin
Flaviana Charles (Legal Human Rights Centre) wird die aktuellen Entwicklungen in Tansania aus einer menschenrechtlichen Perspektive diskutieren. Dabei geht es um folgende Fragen: Welche Informationen brauchen Menschen, die von Bergbauprojekten betroffen sind, um die Gefahren in all ihren Dimensionen gegen den Nutzen abwägen zu können? Welche Möglichkeiten zur Mitsprache und Einflussnahme auf Entscheidungsprozesse haben die betroffenen Gemeinden? Wie können EntscheidungsträgerInnen beeinflusst werden? Wie kann der Konflikt zwischen notwendigen Deviseneinnahmen und einer zunehmend aggressiveren Ressourcenplünderung aufgelöst werden?
Günter Wippel (uranium-network) reflektiert Erfahrungen aus anderen afrikanischen Staaten wie Niger, Gabun, Malawi und Namibia. Wie wird mit Folgen des Abbaus und mit den immensen Sanierungskosten umgegangen? Welche Prognosen lassen sich daraus für Tansania ableiten? Welche internationalen Verflechtungen gibt es?
Abgeleitet daraus stellt sich die Frage, wie wirksam auf lokaler, nationaler sowie internationaler Ebene interveniert werden kann.





