Worüber zu sprechen ist: Atombombe kann man steigern. Thermonuklear nennt sich das, Wasserstoffbombe. Openheimer war der Chefkonstruktuer der Atombombe, die im Zweiten Weltkrieg als Plutonium- und die Uranbombe gegen die Nazis gebaut und dann aber statt über Berlin und vielleicht Hamburg oder München auf die japanichen Städte Hiroshima und Nagasaki abgeorfen wurden. Edward Teller war der Mann, der die Sprengkraft der Nuklearenergie noch mal maximierte. Die Wasserstoffbombe, die Fusion von Wasserstoff-Atomen. Das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg widmet sich diesem Irrsinn: Günter Gauss im Gespräch mit Edward Teller.
Edward Teller (1908 – 2003), einer der umstrittensten Physiker des 20. Jahrhunderts, gibt 1963 dem Journalisten Günter Gaus in New York ein einstündiges Interview für das westdeutsche Fernsehen.
Teller, aufgewachsen in Budapest in einer jüdischen Familie, studiert in den 20er Jahren in Deutschland und emigriert 1933 in die USA. Bohr, Heisenberg, Weiszäcker, Szillard, Einstein, Oppenheimer – er kennt und trifft sie alle.
Als Teil des Manhatten Projekts in Los Alamos hat er maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der ersten Atombombe. Nach Hiroschima und Nagasaki wenden sich viele Physiker gegen eine Weiterentwicklung der Atomwaffen; Teller, ein antikommunistischer hardliner, wird dagegen zum Motor des Baus und der Testung der amerikanischen Wasserstoffbombe 1954.
Später ist er wissenschaftlicher Berater einiger amerikanischer Präsidenten, z.B. von Ronald Reagan beim SDI-Programm, dem sogenannten „Krieg der Sterne“.
– Wo beginnt und wo endet die Verantwortung der Wissenschaftler?
– Wieviele Atomwaffen verhindern einen atomaren Weltkrieg?
– Wer trifft die Entscheidungen im militärische-industriellen Komplex?
– Gibt es „reine“ Physik?
– Welchen Einfluß hat Wissenschaft auf Politik, welchen Einfluß hat Politik auf Wissenschaft?
– Wie soll eine Weltregierung aussehen?
Um diese Fragen kreist das Gespräch von 1963 zwischen Teller und Gaus.
Teller beantwortet sie aus seiner Sicht und zieht eine Zwischenbilanz seines Lebens.
Julia Wieninger als Edward Teller und Michael Weber als Günter Gaus spielen das Interview im Schauspielhaus / Malersaal nach. Auf der
Seite des Schauspielhauses ist zu lesen:
„Herr Professor Edward Teller, Sie sind ein weltberühmter Mann und ein ebenso umstrittener Mann, weltberühmt und umstritten als Atomforscher, als ein Wissenschaftler, der bestimmte nukleare Forschungen mit besonderer Entschiedenheit vorangetrieben hat, gegen alle Widerstände, gegen alle Opposition.“ (Günter Gaus)
Seit der Spielzeit 2024-25 gelingt es Julia Wieninger virtuos, Hannah Arendt im Reenactment des Interviews von Günter Gaus aus der legendären Reihe »Zur Person«, in „präziser Verkörperung auf der Bühne wiederauferstehen“ zu lassen (Der Freitag). Nun wird sie zu Edward Teller. Teller war während des Zweiten Weltkriegs gemeinsam mit Robert Oppenheimer maßgeblich an der Entwicklung der ersten Nuklearwaffen beteiligt. Diese bleiben für ihn, im Gegensatz zu vielen anderen Wissenschaftler*innen, auch nach Kriegsende eine sicherheitspolitische Notwendigkeit. Ein künftiger Krieg soll durch das größtmögliche Vernichtungspotenzial verhindert werden. »Zur Person: Edward Teller« verhandelt Fragen, die nicht erst seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine virulent geworden sind. Fragen nach dem Zusammenhang von Aufrüstung, Abschreckung und Frieden. Wenn das Ende der Geschichte ausbleibt, lohnt sich ein Gespräch mit der Vergangenheit. Eindrücklich beleuchtet das Interview von 1963 das Verhältnis von Wissenschaft, technischem Fortschritt und politischer Verantwortung.
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