Uranabbau, Frankreichs Atomkonzern AREVA und der 1. FC Nürnberg – Eine radioaktive Partnerschaft

areva-011fcnuernbergDie Erstliga-Mannschaft des 1. FC Nürnberg hat zwar inzwischen nicht mehr das Logo des Atomkonzerns AREVA auf der Brust, aber immer noch besteht zwischen dem Club und dem französischen Atomgiganten eine enge Partnerschaft. „Nach einer vierjährigen Partnerschaft als Haupt- und Trikotsponsor des 1. FCN hält AREVA nunmehr als Club-Partner dem Traditionsverein die Treue.“ So steht es aktuell auf der Homepage AREVA-Club.de. Intensiv läuft offenbar vor allem die Jugend-Arbeit des Atomsponsors. Zuletzt fand im Sommer der AREVA U14-Cup statt, ein Jugendturnier, an dem zahlreiche namhafte Clubs beteiligt waren, darunter – mit Logo – auch die Vereine von Bayern, Leverkusen, Schalke und Dortmund.

Dass die Erstliga-Mannschaft nicht mehr für AREVA wirbt, ist offenbar kein Verdienst des Clubs, sondern darin begründet, dass der Atomkonzern wirtschaftliche Probleme hatte, die zu einem Rückzug als Hauptsponsor führten. Siehe dazu hier die Nürnberger Zeitung. Außerdem informativ zum Thema: Die Zeit in diesem Artikel „Atomsponsering auf der Brust„.

Von der Katastrophe in Fukushima ist auf der AREVA-Club-Homepage natürlich ebenso wenig zu lesen, wie z.B. über den umwelt- und gesundheitsschädlichen Uranabbau, ohne den Atomkraftwerke gar nicht zu betreiben wären. Während sich der Konzern auf der Club-Seite als „Zuverlässiger Partner, guter Nachbar“ anbiedert, sein soziales Engagement rühmt, demonstrierten z.B. vor wenigen Wochen im Niger über 5.000 Menschen gegen AREVA.

In dem bitterarmen Land am Rande der Sahelzone fördert der französische Konzern seit rund 40 Jahren Uran. Von den Gewinnen, die AREVA damit macht, bleibt fast nichts im Land. Dort aber – mitten in der Wüstenregion – werden für den Uranbergbau enorme Mengen Wasser verbraucht und vergiftet. Riesige Abraumhalden mit Uran-Abfällen lagern unter freien Himmel und mit dem Wind werden große Regionen verstrahlt. Immer wieder ist von Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Uranstaub und dem radioaktiven Radon die Rede. Hinzu kommen massive Konflikte, die auch bewaffnet ausgetragen werden. Französische Soldaten bewachen die Uranminen. Im Sommer kamen nach einem Terroranschlag viele Menschen zu Tode. Erst vor wenigen Wochen wurden AREVA-Mitarbeiter, die jahrelang als Geiseln gehalten wurden, freigelassen. Und derzeit verhandelt die Regierung des Niger über bessere Vertragsbedingungen mit AREVA.

Über die Rolle von AREVA und die katastrophalen Folgen des Uranabaus im Niger berichtet das NürnbergerEnergiewendeBündnis auf seiner Homepage ausführlich. Die Initiative hat von der Stadt Nürnberg den „Umweltpreis 2012“ erhalten. Allerdings: In der Würdigung durch die Stadt wurde das Wort AREVA tunlichst vermieden!

Siehe auch:

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