Alternativen für klimaschädliche Wärme in Hamburg? Der Energienetzbeirat tagt zum sechsten Mal

Die sechste öffentliche Sitzung des Energienetzbeirates in Hamburg steht an. Einladung und Unterlagen dazu sind jetzt verschickt worden. Der Beirat wurde nach dem erfolgreichen Volksentscheid „Unser Hamburg – Unser Netz“ etabliert und soll einen Beitrag zur Beratung und Kontrolle bei der Umsetzung der Rekommunalisierung der Energienetze und deren Ausrichtung auf den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien leisten. Im Zentrum wird auch am 23. März erneut die Auseinandersetzung um die künftige Fernwärmeversorgung stehen.

Das alte kohlebefeuerte Heizkraftwerk in Wedel  soll so schnell wie möglich ersetzt werden. Wie das Geschehen kann, ohne dass es dabei über Hintertüren dazu kommt, dass Vattenfall den Betrieb seines Klimamonsters in Moorburg besser auslasten kann, ist eines der vielen Probleme. Hierbei geht es um eine geplante Fernwärmeleitung über die Elbe, die Vattenfall auch dafür nutzen könnte, die mit klimaschädlicher Kohle aus dem Kraftwerk Moorburg erzeugte Wärme im Hamburger Stadtgebiet zu verkaufen und damit das wirtschaftlich angeschlagene Kraftwerk abzusichern. Für den Klimaschutz sicher keine Verbesserung. (Foto: Vattensfalls Kohlemonster Moorburg, betrachtet aus der Umweltbehörde Hamburg)

Für die Fernwärmeversorgung ohne das marode Heizkraftwerk in Wedel hatte jüngst das Hamburg Institut Vorschläge in einem von der Umweltbehörde beauftragten Gutachten vorgelegt. Darin sind vor allem südlich der Elbe zahlreiche Projekte mit einem verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien skizziert. Allerdings gibt es nicht nur diese als „Süd-Variante“ bezeichneten Pläne, sondern auch eine „Nord-Variante“, in der gegenüber dem heutigen Szenario klimaschädliche Emissionen eingespart werden können. Welche Variante in welcher Weise Vorteile hat, ist in der Debatte. Dabei spielt die Zeitfrage eine Rolle, bis wann Wedel ersetzt werden kann. Aber es geht eben auch um die Frage, ob und wie die bei der Süd-Variante skizzierten Projekte realisierbar sind, welche Klima-Entlastung sie tatsächlich bringen und ob die damit in Verbindung stehende neue Fernwärmeleitung über die Elbe nicht zu ungewünschten Emissionen führt, weil Vattenfall damit das Kohlekraftwerk in Moorburg wirtschaftlich besser betreiben könnte.

Zu den bisherigen Vorschlägen aus der Umweltbehörde gibt es seitens der NGO-VertreterInnen eine Kritik von Prof. Dr. Rabenstein, die auf der nächsten Sitzung behandelt werden soll und mit der Einladung verschickt worden ist (hier als PDF). Die mit der Einladung verschickten Unterlagen sind hier in einer ZIP-Datei zum download.

umweltFAIRaendern dokumentiert die Einladung:

Sehr geehrte Mitglieder des Energienetzbeirats,

sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit lade ich Sie zur sechsten Sitzung des Energienetzbeirats

am Donnerstag, 23. März 2017, um 17:00 Uhr

in das Konferenzzentrum der Behörde für Umwelt und Energie,

Neuenfelder Straße 19, 21109 Hamburg  ein.

Ich bitte Sie um Nachricht, ob Sie an der Sitzung teilnehmen werden (gerne auf die parallel versandte Outlook-Termineinladung). Die für die Sitzung vorgesehene, mit dem Beiratssprecher und seinen Stellvertretern abgestimmte Tagesordnung finden Sie anbei.

Zur Tagesordnung folgende Hinweise:

Als TOP 7 ist ein Bericht aus der Arbeitsgemeinschaft des Beirats zur kritischen Auseinandersetzung mit dem auf der letzten Sitzung vorgestellten Gutachten des HIC vorgesehen. Die AG hat bislang einmal getagt, ein zweiter Termin noch kurz vor der nächsten Beiratssitzung wird angestrebt. Ob und in welchem Format und Umfang ein Bericht erfolgt, wird sich daher voraussichtlich erst recht kurzfristig vor der Sitzung klären. Die von Herrn Prof. Dr. Rabenstein zum Gutachten erstellte kritische Stellungnahme wurde von ihm noch einmal erweitert, die aktualisierte Fassung wurde von Herrn Prof. Dr. Rabenstein bereits am 19.2. an die Beiratsmitglieder versandt und ist dieser Mail auch noch einmal beigefügt.

Unter TOP 10 (Anträge) ist als einziger der Geschäftsstelle vorliegender Antrag der Antrag von Herrn Völker zu Niedertemperaturnetzen aufgeführt. Dieser Antrag wurde auf der letzten Sitzung zurückgestellt und ist dieser Mail noch einmal unverändert beigefügt.

Sofern es aus der Mitte des Beirats noch Anpassungswünsche zur TO geben sollte, bitte ich um rechtzeitigen Hinweis. Insbesondere bitte ich zu berücksichtigen, dass zu einigen Themen auch externe Referenten geladen sind.

Außerdem übersende ich Ihnen das ggü. der am 31. Januar versandten Fassung leicht angepasste Protokoll der letzten Sitzung.

Änderungen / Ergänzungen haben sich zum TOP 3 (Bürgerfrage E-Ladesäuleninfrastruktur), lfd. Nr. 9 aufgrund Hinweisen von Herrn Volk (SNH) ergeben, außerdem beim TOP 5 (Sachstandsbericht der BUE Ersatzlösung Wedel, lfd. Nr. 39) aufgrund eines Hinweises von Herrn Prof. Dr. Rabenstein. Eventuelle Einwendungen zum Protokoll bitte ich bis spätestens zur kommenden Sitzung geltend zu machen.

Stromnetz Hamburg (SNH) hat der Geschäftsstelle außerdem die auf der letzten Sitzung angesprochene, im gemeinsamen Auftrag von SNH, Hochbahn und der Verkehrsbetriebe Hamburg Holstein erstellte Metastudie „Anforderungen an das Stromnetz durch Elektromobilität, insbesondere Elektrobusse, in Hamburg“ zur Verfügung gestellt. Das PDF-Dokument umfasst rd. 17 MB. Ich werde es daher gesondert per E-Mail an die Beiratsmitglieder versenden. Sofern die Mail nicht durchkommt, biete ich Ihnen an, das Dokument auf CD zur Verfügung zu stellen. Bei entsprechendem Bedarf bitte ich Sie dann um Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen

 

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