Nachgefragt: Exportgenehmigung für Atommüll aus Jülich in die USA?

Werden die 152 Castor-Behälter mit hochradioaktivem Strahlenmüll aus Jülich in die USA abgeschoben? Eine entsprechende Export-Genehmigung hatten die Betreiber Mitte letzten Jahres beim zuständigen Bundesamt beantragt. Mit einer mündlichen Frage will der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (Fraktion DIE LINKE) jetzt von der Bundesregierung wissen, bis wann das Bundesamt den Antrag entscheiden will und ob es Gründe gibt, eine Exportgenehmigung zu verweigern. Als Alternative zum US-Export prüfen Betreiber und Behörden, den Atommüll ins Zwischenlager Ahaus zu transportieren. Atomkraftgegner*innen und auch Hubertus Zdebel fordern statt gefährlicher Atomtransporte den Neubau eines Lagers vor Ort in Jülich.

Die Frage des MdB Zdebel an die Bundesregierung im Wortlaut:

„Bis wann wird nach Kenntnis der Bundesregierung das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) über den – laut Sachstandsbericht von NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart vom 27. Juni 2018 (PDF) – von der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen GmbH (JEN) gestellten Antrag auf Export der verbrauchten AVR-Brennelemente in die USA entscheiden, und welche Anhaltspunkte sind nach jetziger Kenntnis vorhanden, die zu einer Ablehnung einer solchen Exportgenehmigung führen können?“

Die Antwort der Bundesregierung erfolgt in der nächsten Woche am Mittwoch in der Fragestunde des Bundestages.

 

Protest und Mahnwache gegen Inbetriebnahme Uranfabrik Lingen

Mit Protest und einer Mahnwache reagieren Atomkraftgegner*innen auf die nach einem Brand jetzt erfolgte Erlaubnis zur Wiederinbetriebnahme der Uranfabrik in Lingen, in der Brennelementen für Atommeiler in aller Welt hergestellt werden. Vor zwei Monaten war es in der Uranfabrik zu einem Feuer in einem Labor gekommen. Die Produktion musste eingestellt werden.

Hubertus Zdebel, Bundestagsabgeordneter aus Münster für die Fraktion DIE LINKE: „Die Uranfabrik in Lingen ist vom Atomausstieg bislang ausgeschlossen. Sie beliefert auch hochriskante Uralt-AKWs in Belgien und Frankreich im Grenzgebiet zu Deutschland mit Brennstoff. Damit trägt die Anlage zum Risiko bei, dass es zu schweren Unfällen mit der Freisetzung von Radioaktivität kommen kann. Deshalb muss die Uranfabrik in Lingen und auch die im benachbarten Gronau endlich stillgelegt werden. Der Protest der Bürger*innen ist sehr berechtigt. Seit Monaten prüft die Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD entsprechend den Verabredungen im Koalitionsvertrag angeblich, wie man die riskanten Uranbrennstoff-Exporte stoppen kann. Maßnahmen aber wurden bislang immer wieder vertagt. In Lingen kann nun mit Zustimmung der Landesregierung in Niedersachsen weiter am atomaren Risiko gearbeitet werden. Das ist unverantwortlich.“

  • Heute am Dienstag (5.2.) wird eine vom AKU Schüttdorf (Facebook) organisierte Mahnwache ab 18 Uhr vor den Toren der Uranfabrik am Seitenkanal 1 (49811 Lingen/Ems) stattfinden.
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