Reale Probleme des radioaktiven Erbes – Atommüllkonferenz der AntiAtomInitiativen

Reale Probleme des radioaktiven Erbes – Atommüllkonferenz der AntiAtomInitiativen

Während die AfD im Bundestag mit Zaubertricks Atommüllberge verschwinden lassen will, diskutieren Anti-Atom-Initiaven Ende Februar in Göttingen auf der 16. Atommüllkonferenz über Risiken und Nebenwirkungen beim realen Umgang mit (hoch)radioaktiven Abfällen, die als nukleares Erbe einer unverantwortlichen Energiepolitik für eine Million Jahre sicher abgeschirmt von der Umwelt möglichst sicher gelagert werden müssen. Auch an der Atommüllkonferenz geht nicht vorbei, dass immer neue Initiativen einer untergehenden Atomwirtschaft versuchen, das unvermeidliche zu vermeiden: Trotz aller ökologischer und öknomischer Argumente, die gegen jede Form der Atomenergienutzung zur Stromerzeugung sprechen, werden mediengetrieben allerlei atomare Wunschträume mit Wirklichkeit verwechselt und als Zukunftsvision verkauft. Verdrängt werden nicht nur die radiologischen Gefahren. Verdrängt wird auch, dass viele der neuen Reaktorkonzepte eine enorme Menge von atomwaffenfähigen Materialien flächendeckend verfügbar machen würden. Klimakatastrophe gegen Atombombe? Gegen diese Alternativen braucht es Protest und Widerstand – und es braucht kritische Menschen, die Verantwortlichen beim Umgang mit den Atommüllbergen genau auf die Finger schauen! Das Programm der nächsten Atommüllkonferenz ist hier und im folgenden dokumentiert.

 

16. Atommüllkonferenz

Samstag, 29. Februar 2020
11.00 – 17.00 Uhr

Volkshochschule Göttingen
Bahnhofsallee 7
37081 Göttingen
[Karte]

Programm

11.00 – 11.15 Uhr Eröffnungsplenum

Begrüßung, politische Einführung

Ursula Schönberger und Henning Garbers

11.15 – 12.00 Uhr Fachdiskussion I

Die Auseinandersetzung um die Olympischen Spiele 2020 in Japan

Andreas Singler gibt aus wissenschaftlicher und journalistischer Perspektive einen Überblick über die Einwände aus unterschiedlichen sozialen Bewegungen in Japan, die den Olympischen Spielen in Tokyo entgegen gebracht werden. Insbesondere aus der japanischen Anti-Atomkraft-Bewegung komme Kritik an den „Wiederaufbau-Spielen“, die die Fukushima-Katastrophe vergessen machen sollten und die Ressourcen verbrauchen würden, die besser den Leidtragenden zukommen sollten.

Referent:   Dr. Andreas Singler (Journalist, Japanologe, Sportwissenschaftler, www.andreas-singler.de)

12.00 – 12.30 Uhr Fachdiskussion II

Keine neue Atomreaktoren, auch nicht mit Thorium!

„Deutschland ist doch aus der Atomkraft ausgestiegen.“ Warum sprechen wir über neue Atomreaktoren? Ausgestiegen ist Deutschland nur aus der Atomenergieerzeugung mit Abschaltung von Reaktoren der 1. und 2. Generation bis 2022.
Zum Aufhalten des Klimawandels wird immer lauter die Atomkraft mit neue Atomreaktoren als CO²-arm von Atomkraftbefürwortern propagiert. Dazu wird besonders in Karlsruhe geforscht und gearbeitet. (Fortsetzung des Themas in AG 5)

Referent: Thomas Partmann (Karlsruher Bündnis gegen neue Generationen von Atomreaktoren)

12.30 – 13.30 Uhr Mittagspause

13.30 – 16.00 Uhr Arbeitsgruppen

AG 1: Abschaltung – Stilllegung – Rückbau: Umgang mit schwach- und mittelradioaktiven Abfälle
  • Das Positionspapier der Atommüllkonferenz zum „Umgang mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen“ soll vervollständigt werden. Dazu sollen letzte Inhalte eingebracht sowie Positionen und Forderungen diskutiert werden.
  • In dem Papier geht es insbesondere um die Schwerpunkte Zwischenlagerung, Transporte und Konditionierung.

Moderation: Henning Garbers

AG 2: Gesellschaftliche Auseinandersetzung um Atommüll: Begleitprozesse

„Endlagersuche“ – Fachkonferenz Teilgebiete

  • Im Herbst diesen Jahres veröffentlicht die BGE den Zwischenbericht Teilgebiete. Nach Veröffentlichung des Zwischenberichts richtet das BASE (ehemals BfE) eine Fachkonferenz Teilgebiete ein, die dann nach maximal drei Treffen innerhalb von sechs Monaten eine Stellungnahme abgeben soll, die die BGE mbH im weiteren Verfahren zu berücksichtigen hat.
  • Das Beteiligungsformat hat nach §9, Abs. 2 StandAG einen rein konsultierenden Charakter. „Der Beteiligungsprozess geht also nicht unmittelbar von den Bürgerinnen und Bürgern bzw. den relevanten Stakeholdern aus, sondern wird gesetzlich angeregt bzw. vorgeschrieben. Zugespitzt, Herr des Verfahrens sind in erster Linie andere, nämlich hier BfE bzw. Geschäftsstelle und nicht die Teilnehmenden selbst. Dies ist per se ein weniger gutes Vorzeichen für einen offenen und selbstbestimmten Beteiligungsprozess, (…).“ (Quelle: „Erhebung, Analyse und Bewertung von Maßnahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung im Standortauswahlverfahren“, UFU-Institut)
  • Die Kritik daran haben wir in vorhergehenden Arbeitssitzungen dezidiert zum Ausdruck gebracht. Jetzt informieren wir über den Stand der Dinge. Ausgehend davon erörtern wir, welche Strategien zur Vorbereitung auf die Fachkonferenz Teilgebiete sinnvoll sein könnten und ob wir Mindestanforderungen für eine Teilnahme definieren wollen.

Input und Moderation: Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg

AG 3: Freimessen / Strahlenschutz

Nach einem (kurzen) fachlichen Input planen wir Folgendes:

  • Brief der 15. AMK an die 93. Umweltministerkonferenz vom 15.11.2019: Problemaufriss und weiteres Vorgehen
  • Auswertung der UIG-Anfragen zu den Deponie-Listen
  • Erfahrungsaustausch aktiver Gruppen von vor Ort
  • Planung der weiteren Arbeit der AG 3

Wir freuen uns über eure Anregungen!

AG-3-Team: Gertrud Patan (AtomErbe Obrigheim), Dr. Werner Neumann (BUND) Claudia Baitinger (BBU)

AG 4: Neue CASTOR-Transporte aus den WAA
  • Bereits im ersten Halbjahr 2020 ist der erste neue CASTOR-Transport von Sellafield (GB) nach Biblis geplant (wahrscheinlich bereits im Frühjahr).
  • In 2021 sollen die CASTOREN aus La Hague (FR) nach Philippsburg rollen.
  • Wir wollen mit Euch in der AG die aktuelle Situation CASTOR-Transporte, Atomausstieg, Atommüll und Ausbremsen der Energiewende diskutieren.
  • Info Transporte: www.castor-stoppen.de

Input: Herbert Würth (Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim)

Moderation: Herbert Würth und Silke Westphal (AG Schacht KONRAD)

AG 5: Neue Atomreaktoren und die Renaissance der Atomenergie
  • Die neuen Reaktoren der 4. Generation im Überblick und die besonderen Gefahren der Thorium-Flüssigsalzreaktoren
  • Die Forschung zur 4. Generation AKW am Karlsruher Institut für Technologie – KIT und am Joint Research Centre – JRC-DirG-Karlsruhe der Europäischem Kommission
  • Die Renaissance der Hochtemperaturreaktoren und Schnellen Brüter mit flüssigen Salzen und Metallen
  • Fake News und Greenwashing der Atomlobby
  • Welche Maßnahmen können wir dem entgegensetzen?

Moderation: Thomas Partmann (Karlsruher Bündnis gegen neue Generationen von Atomreaktoren)

16.00 – 17.00 Uhr Abschlussplenum

  • Berichte aus Workshops und Arbeitsgruppen
  • Aktionsvorschläge, konkrete Planungen
  • Ausblick, Ankündigungen, Absprachen

Einladungsschreiben/Programm [PDF]

Anmeldung
Wir bitten um eine Anmeldung (formlos) per Email an anmeldung@atommuellkonferenz.de

Kostenbeitrag
Zur Finanzierung bitten wir um einen Kostenbeitrag von 25,- € (inkl. Tagungsgetränken und -imbiss).
Überweisung an die AG Schacht KONRAD e.V. Konto 4067 8836 00 – GLS Gemeinschaftsbank eG (BLZ 430 609 67)
IBAN DE76 4306 0967 4067 8836 00     Stichwort: AMK
(da die Teilnahme nicht am Kostenbeitrag scheitern soll, kann auf Anfrage davon abgesehen werden)

Veranstaltungsort

Volkshochschule Göttingen, Bahnhofsallee 7, 37081 Göttingen

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Dirk Seifert

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