Hochradioaktiver Atommüll aus Jülich spaltet auch in den USA: Gouverneurin gegen Atomtransporte

Hier im AVR in Jülich ist der Atommüll erzeugt worden, dessen Lagerung heute nicht gesichert ist. Foto: Betreiber
Hier im AVR in Jülich ist der Atommüll erzeugt worden, dessen Lagerung heute nicht gesichert ist. Foto: Betreiber

Nicht nur in Deutschland gibt es Streit über einen möglichen Export von hochradioaktivem Atommüll aus Jülich in die USA. Die Gouverneurin des betroffenen Bundesstaats South Carolina lehnt die Einfuhr von deutschem Atommüll ab. Das teilt der Deutschlandfunk heute mit. Und der WDR meldete vor wenigen Tagen, dass es auch von AnwohnerInnen an der us-amerikanischen Anlage, der Savannah River Site, Ärger gibt (siehe unten). In Jülich lagern 152 hochradioaktive Castor-Behälter unter sicherheitstechnisch fragwürdigen Bedingungen. Daher hatte Anfang Juli das zuständige Wirtschaftsministerium als Atomaufsicht angeordnet, dass die Jülich-Betreiber ein Konzept zur Räumung des Lagers vorlegen sollen. Doch wohin mit der hochradioaktiven Hinterlassenschaft?

Eine der möglichen Alternativen soll der Export in die USA sein. Bereits seit rund zwei Jahren wird zwischen Bundesregierung, der Landesregierung in NRW einerseits und den zuständigen Stellen in den USA darüber verhandelt, die hochradioaktiven Brennelemente-Kugeln aus dem Reaktor AVR zur Wiederaufarbeitung in die Atomschmiede Savannah River Site zu verschiffen.

Der Deutschlandfunk berichtet über die Auseinandersetzungen in den USA heute auf seiner Homepage folgendermaßen: „Die Wiederaufbereitung von deutschem Atommüll in den USA ist weiter umstritten. US-Energieminister Moniz bekräftigte beim Besuch einer Anlage im US-Bundesstaat South Carolina das Angebot, mehr als 150 Castor-Behälter aus dem nordrhein-westfälischen Forschungsreaktor Jülich aufzunehmen. Eine abschließende Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Die Gouverneurin des Bundesstaates, Haley, betonte dagegen, man wolle keinen deutschen Atommüll, solange es kein Endlager für die eigenen Nuklear-Abfälle gebe. Die nordrhein-westfälische Atomaufsicht hatte Anfang des Monats verfügt, dass die Castor-Behälter wegen nicht nachgewiesener Erdbeben-Sicherheit aus Jülich entfernt werden müssen. Die Brennelemente stammen ursprünglich aus den USA.“

Und letzte Woche berichtete der WDR, dass auch die AnwohnerInnen rund um die Savannah River Site den Atommüll aus Deutschland nicht sonderlich schätzen: „Der Atommüll in Jülich sorgt weiter für Ärger. Nachdem das NRW- Wirtschaftsministerium angeordnet hat, das Zwischenlager zu räumen, wird jetzt mit dem US-Energieministerium über den Rücktransport der Brennelementkugeln nach South-Carolina verhandelt. Aber dort gibt es Widerstand. Die Anwohner der nationalen Forschungsanlage Savannah River Site werfen Deutschland vor, mit dem Verschieben des Atommülls in die USA gegen Gesetze zu verstoßen. Und sie nennen weitere Gründe, warum der Müll besser in Deutschland bleiben sollte: Der lange Transportweg über das Meer sei nicht sicher genug, das Forschungslabor in South-Carolina sei für diese Art Atommüll nicht geeignet und zudem sei der Standort erdbebengefährdet. Bis September muss nun das Jülicher Forschungszentrum ein Konzept erarbeiten, was mit dem Atommüll passieren soll.“

Da passt es doch ganz gut, dass auch hiesige AtomkraftgegnerInnen bereits angekündigt haben, dass sie sich querstellen werden, sollte es zu Atomtransporten aus Jülich Richtung USA oder in ein anderes Zwischenlager geben.

Print Friendly

1 Gedanke zu „Hochradioaktiver Atommüll aus Jülich spaltet auch in den USA: Gouverneurin gegen Atomtransporte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.