Radioaktives Tansania? Aktivist Lyamunda auf Inforeise u.a. in Hamburg

Anthony Lyamunda, Tansania, von der Organisation CESOPE
Uranabbau stoppen, bevor er anfängt: Auf Inforeise in Deutschland und am 1. Juni in Hamburg – Anthony Lyamunda, Tansania, von der Organisation CESOPE

„Den Uranabbau in Tansania stoppen – noch ist es möglich!“ So lautet der Titel einer Veranstaltung des Hamburger anti-atom-büros am 1. Juni mit dem aus Tansania stammenden Aktivisten Anthony Lyamunda, der in den nächsten Wochen zu einer Inforeise durch Deutschland unterwegs ist. Hamburg hat eine durchaus besondere Beziehung zu Tansania, gehörte das Land doch früher als sogenannte Kolonie Deutsch-Ostafrika zum Deutschen Reich. Mit der inoffiziellen Hauptstadt Dar es Salaam hat Hamburg seit einigen Jahren eine Städtepartnerschaft.

Russland und Uran aus Tansania

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Uranbergbau bedroht in Tansania Menschen und die Tierwelt

Sputniknews berichtet über russische Aktivitäten zum Uranabbau in Tansania: „Russland will nach Angaben von Industrie- und Handelsminister Denis Manturow Uran in Tansania fördern. Ein dahin gehender Vertrag dürfte in nächster Zeit unterzeichnet werden, sagte der Minister am Donnerstag in Daressalam“, ist dort zu lesen. Derzeit werde noch an den Vertrags-Details gearbeitet, heißt es bei Sputniknews weiter. Diese sollen aber angeblich in nächster Zeit abgeschlossen sein.

Video über internationale Urankonferenz Tansania: Das Uran muss in der Erde bleiben

Uranabbau? Besser in der Erde lassen. Foto: Dirk Seifert
Uranabbau? Besser in der Erde lassen. Foto: Dirk Seifert

Weltweit sind Konzerne und Investoren unterwegs, um neue Rohstoffquellen zu finden und zu erschließen. Auch das für die Atomenergie so wichtige Uran steht auf der Liste und in immer mehr Ländern werden sie fündig: Mali, Grönland, die Mongolei und auch Tansania gehören zu diesen Ländern, in denen künftig Uranbergbau betrieben werden soll. Noch besteht in diesen Ländern die Chance, den extrem umwelt- und gesundheitsschädlichen Uranabbau zu verhindern und damit ein Zeichen für den Ausstieg aus der Atomenergie zu setzen. Anfang Oktober 2013 fand deshalb zur Unterstützung in Tansania eine Internationale Konferenz über die Umwelt- und Gesundheitsrisiken statt. Die AktivistInnen und Fachleute aus rund 15 Ländern besuchten örtliche Initiativen in der Nähe der Hauptstadt Dodoma, wo derzeit Uranfelder erkundet werden. In Dar Es Salaam fand im Anschluss eine Fachkonferenz statt.

Trouble in Tansania: Landrechte – Rohstoffe – Bürgerrechte – eine Studie für den Widerstand

Unterstützung gegen Landraub und Uranabbau in Tansania: Informationen für die Landbevölkerung über ihre Rechte. Foto: Dirk Seifert
Unterstützung gegen Landraub und Uranabbau in Tansania: Informationen für die Landbevölkerung über ihre Rechte. Foto: Dirk Seifert

Auch Tansania gehört zu den Ländern, in denen derzeit intensiv nach Rohstoffen gesucht wird. Dazu gehört auch das für den Betrieb von Atomkraftwerken erforderliche Uran. Die betroffene Bevölkerung ist meist kaum informiert, wenn internationale Konzerne und Investoren – oft in Verbindung mit einer an vermeintlicher wirtschaftlicher Entwicklung interessierten Regierung – in ihren Regionen einfallen, Erkundungsarbeiten vornehmen und Probebohrungen setzen. Selbst geltendes nationales Recht wird dabei allzu oft ignoriert (mehr über Tanzania und Uran hier).

Uranbergbau – Landraub – Tansania: Mission EineWelt

Uranabbau - Landrechte: In Tansania gibt es Probleme. Foto: Dirk Seifert
Uranabbau – Landrechte: In Tansania gibt es Probleme. Foto: Dirk Seifert

In Tansania laufen die Vorbereitungen für die Inbetriebnahme einer ersten Uranmine. Trotz aller internationalen Warnungen über die schädlichen Auswirkungen für Menschen, Tiere und Umwelt setzt die Regierung in Tansania auf den Uranbergbau. Im Südosten des als Weltkulturerbe geschützten Nationalparks Selous Games Reserve soll nach dem Willen der Regierung die erste Uranmine des ostafrikanischen Landes in Betrieb gehen. Die Jagd nach Rohstoffen dreht sich in Tansania aber nicht nur um Uran.

Tansania in Trouble 7 – Mkuju River Uranmine im Nationalpark verzögert sich

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Uranabbau in einem der größten Nationalparks Afrikas, dem Selous Game Reserve. Eine Bedrohung für Menschen, Tiere und Umwelt. Foto: Dirk Seifert, Giraffen im Mikumi-Nationalpark im Norden des Selous Game Reserve.

Uranabbau in Tansania: Bereits vor zwei Jahren sorgte der geplante Uranabbau in Tansanias Süden für einen Skandal. Weltweit gab es Proteste. Allein in Deutschland unterschrieben über 20.000 Menschen eine Protest-Erklärung: Denn die geplante Uranmine liegt im Südosten des als Weltkulturerbe geschützten Nationalparks Selous Games Reserve. Dort hatte die australische Firma MANTRA Uranerz gefunden und den Abbau beantragt.

Tansania in Trouble 6 – Nach dem Uranabbau: Urananreicherung und die URENCO

DarEsSalaam-Tanzania-Urankonferenz-Foto-DirkSeifert0017Eine Vielzahl von Experten und AktivistInnen waren in der Woche vom 1. bis zum 7. Oktober in der Region Bahi/Dodoma (dort wird Uran exploriert, siehe hier den Bericht vom Fieldtrip der Konferenz) und in Dar Es Salaam, Tansania, zusammen gekommen, um über den Uranabbau und die damit verbundenen Risiken für die Gesundheit und die Umwelt zu diskutieren (hier zum Bericht und der Abschlusserklärung). Viele der TeilnehmerInnen der Internationalen Konferenz sind entweder selbst vom Uranabbau betroffen oder kamen aus Gebieten, in dener derzeit der Uranabbbau erkundet wird. Beteiligt waren auch WissenschaftlerInnen, MedizinerInnen ebenso wie GeologInnen und andere Fachbereiche, die über die Erfahrungen und Forschungen im Umgang mit dem Uranabbau aus den unterschiedlichen Ressorts berichteten. Die Beiträge werden demnächst auf dieser Seite veröffentlicht. Hier die Artikel zu Uranabbau und Tansania in der Übersicht.

Tansania in Trouble 5 – Internationale Uran-Konferenz Tansania – Regierung ignoriert Risiken

uranium-tansaniaDar Es Salaam, Tansania. Nach langem hin und her hatte schließlich der Gesundheitsminister von Tansania zugesagt, auf der „Internationalen Konferenz über gesundheitliche und Umweltfolgen des Uranabbau“ zu erscheinen und ein kurzes Statement zur Regierungspolitik zum Uranabbau zu geben. Am Donnerstag, den 3. Oktober begann die Anti-Uran-Konferenz mit Fachleuten und AktivstInnen aus aller Welt in  Dar Es Salaam.

Trouble in Tansania 4 – Regierung setzt auf Uranabbau und warnt vor falschen Argumenten

uranium-tansaniaDie Regierung in Tanzania reagiert auf die in Dar Es Salaam stattfindende internationale Konferenz zum Uranabbau. Dort haben sich Fachleute aus nahezu allen Uranabbau-Ländern der Welt zu einer Konferenz zusammengefunden, um den Einstieg Tansanias in die Uranwirtschaft zu verhindern. Im Guardian Tanzania erläutert das Ministerium für Umwelt und Rohstoffe seine Politik für den Uranabbau und kündigt die baldige Eröffnung der ersten Uranmine des ostafrikanischen Staates an.

Trouble in Tansania 3 – Power-Infos für den Widerstand gegen Uranabbau

uranium-tansaniaTansania – Internationale Konferenz über Uranabbau: Einfluss auf Gesundheit und Umwelt. Nach dem Fieldtrip durch die Bahi-Region: Am nächsten Morgen finden sich nach und nach die internationalen Gäste im Hotel Dear Mama und in anderen Hotels zum Frühstück ein. Viele haben das erste Mal seit drei, vier Tagen wieder eine Nacht durchgeschlafen und die Stimmung ist entspannt und gut.

Trouble in Tansania 2 – Internationale Uran-Konferenz und das Netzwerk

uranium-tansaniaEigentlich hätten hier tägliche Berichte und Informationen über die Internationale Konferenz in Tansania über den weltweiten Uranabbau kommen sollen. Aber: Oftmals war der Weg zum Internet versperrt, der Router nicht erreichbar oder aber schlicht zu viele interessante Gespräche zu führen. Diejenigen, die sich mit einer einheimischen Mobil-SIM-Karte ausgestattet haben, sind da eindeutig im Vorteil, um über die inthefield-bahi-UraniumGround-GuentherWippel-WritingIntheBookofVillage-03-01102013aktuellen fachlichen und politischen Dinge des Konferenzverlaufs zu berichten. Z.B. die KollegInnen des Uranium-Networks haben die Investition nicht gescheut. Dort bitte unbedingt die Dinge nachlesen, die hier in Tansania vorgetragen und diskutiert werden.

Trouble in Tansania – Erkundung für Uranabbau in der Region Bahi bei Dodomo.

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Auf Uran-Grund: In Bahi/Tansania läuft die Erkundung für den Abbau von Uran. Alle Fotos auf dieser Seite: Dirk Seifert

Die Internationale Urankonferenz über Uranabbau hat am Dienstag begonnen. Organisiert vom ostafrikanischen Büro der Rosa Luxemburg Stiftung, der IPPNW in der Schweiz und Deutschland, dem Uranium-Network sowie Organisationen wie CESOPE und NaCUM aus Tansania, sind die TeilnehmerInnen aus aller Welt in Dar Es Salaam am Montag eingetroffen. VertreterInnen aus Canada, Australien, USA, Südafrika, Tschad, Mali, Niger, Camerun, der Schweiz und Deutschland sowie der Mongolei machten sich in aller Frühe am Dienstag auf den Weg in die Bahi-Region, in der Nähe der Hauptstadt Dodoma. Dort, in einem Überschwemmungsgebiet, sind Uranvorkommen entdeckt worden, die derzeit vor allem unter Führung australischer Unternehmen auf ihre Ausbeutbarkeit untersucht werden. Die Bevölkerung ist davon weitgehend ausgeschlossen und hat kaum Informationen, was die Firmen dort genau machen.