Anti-Atomkraft-Organisationen fordern Taten: Landesregierung in NRW soll Urananreicherung beenden

Urenco-Wertstoff-Spermuell03AtomkraftgegnerInnen und Verbände haben heute in einem Schreiben an die rot-grüne Landesregierung in NRW Taten gefordert: Die Uranfabrik der URENCO in Gronau müsse abgeschaltet und nicht verkauft werden, heißt es. Erst vor wenigen Tagen hatten AktivistInnen in Gronau mit einer symbolischen Aktion demonstriert und die Abschaltung gefordert. umweltFAIRaendern dokumentiert die heutige PM: „Urananreicherung beenden statt verkaufen. „Angesichts der brisanten Lage rund um die Urananreicherungsanlage (UAA) Gronau gehen Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Münsterland, die Umweltverbände BUND und BBU sowie die Ärztevereinigung IPPNW mit der NRW-Landesregierung hart ins Gericht: „Für Landes-Wirtschaftsminister Duin sind die rot-grünen Koalitionsvereinbarungen ganz offenbar nur Belletristik und kein konkreter Handlungsauftrag; bedauerlicherweise scheint aber auch der grüne Regierungspartner den Ernst der Lage noch immer nicht begriffen zu haben,“ warnte Dr. Michael Harengerd vom BUND NRW.

Atomenergie Atomwaffen: Ostermarsch in NRW startet bei Uranfabrik Gronau

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Uran und kriegerische Konflikte: In der Uranfabrik in Gronau startet der NRW-Ostermarsch. Foto: Dirk Seifert

Der Ostermarsch in NRW startet in diesem Jahr vor den Toren der Uranfabrik der URENCO in Gronau. Dort wird Uran mit einer Technik angereichert, die auch in der Lage ist, atomwaffenfähiges Material herzustellen. Nicht nur, dass der Betrieb dieser Anlage vom Atomausstieg nach Fukushima nicht betroffen ist. Obendrein soll diese Uranfabriken der URENCO in Deutschland, den Niederlanden und England privatisiert werden. Damit entstehen neue Risiken für die Weiterverbreitung von Atomwaffentechnik.

„Schmutzige Atomwaffen“ – Risiken der Atomenergie wachsen – Urananreicherung in Gronau steht zum Verkauf

atomwaffenfrei-jetzt„2000 Tonnen waffenfähiges radioaktives Material sind im Umlauf – die Sorge, dass Terroristen davon etwas in die Hände fällt, ist groß“, berichtet der Spiegel anlässlich der Konferenz von Staats- und Regierungschefs aus mehr als 50 Ländern in Den Haag, die vor wenigen Tagen stattfand (siehe auch hier die Welt). Weiter zitiert das Online-Magazin den niederländischen Ministerpräsidenten und Gastgeber Mark Rutte, der vor den Gefahren durch sogenannte schmutzige Bomben warnte: „“Skrupellose Terroristen werden sich nicht scheuen, jede Waffe zu nutzen, die sie in die Hände bekommen“, sagte er am Montag zu der möglichen Beimischung von radioaktivem Material zu herkömmlichen Sprengsätzen. In den vergangenen Jahren habe es echte Fortschritte bei der Sicherung von Strahlenquellen gegeben. 2000 Tonnen waffenfähiges Material seien aber noch immer im Umlauf.“