Hafen Hamburg: Weiter radioaktive Atomtransporte, aber keine Kernbrennstoffe mehr!

Das rot-grün regierte Hamburg hat seinen Hafen auf Basis von freiwilligen Erklärungen der Umschlagsunternehmen teilweise für Atomtransporte gesperrt. Das teilt die Wirtschaftsbehörde der Hansestadt mit. Alle Transporte mit angereichertem Uran (sogenannter Kernbrennstoff) finden demnach nicht mehr über den Hafen statt (können aber über Straßen und Schiene weiter im Transit durch Hamburg rollen). Nicht betroffen sind Atomtransporte mit natürlichem Uran, auch Uranerzkonzentrat oder Yellow Cake genannt. Dieses Material kommt in großen Mengen z.B. aus Namibia oder Kasachstan über den Hamburger Hafen. Es ist ähnlich radioaktiv wie z.B. frische Brennelemente, enthält aber nur den natürlichen Teil des spaltbaren Uran 235 (ca. 0,7 Prozent) und gilt damit nach dem Atomgesetz nicht als Kernbrennstoff. Das natürliche Uran dient aber auch vor allem dem Einsatz in Atomkraftwerken und wird nach einer entsprechenden Aufarbeitung in Form von Uranhexafluorid (UF6) in Urananreicherungsanlagen auf einen Anteil von 3-5 Prozent Uran 235 zum Kernbrennstoff „veredelt“.

Die Urananreicherung findet in Deutschland in Gronau statt. Frankreich betreibt solche Anlagen in Pierrelatte. Neben angereichertem Uranhexafluorid als Produkt für die weitere Herstellung von Brennelementen und damit als Kernbrennstoff, entsteht auch abgereichertes Uranhexafluorid – kein Kernbrennstoff. Aus dem angereicherten Uran werden Brennelemente in Deutschland z.B. in Lingen hergestellt. Weitere Brennelemente-Anlagen, die AKWs in aller Welt beliefern, stehen beispielsweise in Schweden, in Frankreich, in Spanien und Russland.

Die Hansestadt Bremen hat bereits vor vielen Jahren die Kernbrennstoff-Transporte über seine Häfen auf rechtlicher Ebene verboten. Dazu: Atomtransporte Bremen: Verbot bleibt vorerst bestehen – Staatsgerichtshof Bremen erklärt sich für nicht zuständig.

Weitere Infos:


Dokumentantion
: PM der „Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation: Freiwillige Selbstverpflichtung Umschlag Kernbrennstoffe im Hamburger Hafen im Sinne des Atomgesetzes,

Mit der Zielsetzung, dass sie auf den Umschlag von Kernbrennstoffen im Hamburger Hafen im Sinne des Atomgesetzes verzichten, hat die BWVI Gespräche mit den Unternehmen HHLA, Hapag Lloyd, Eurogate und C. Steinweg (Süd-West Terminal) geführt. Mit allen Unternehmen gab es einen konstruktiven Dialog zu dem Thema. Ziel der Gespräche war ein freiwilliger Verzicht auf die Transporte. Das ist gelungen.

Umschlag Kernbrennstoffe im Hamburger Hafen im Sinne des Atomgesetzes

  • Hapag Lloyd und HHLA haben jeweils im Januar und Februar 2018 erklärt, auf den Umschlag von Kernbrennstoffen im Sinne des Atomgesetztes in Hamburg zu verzichten.
  • Eurogate und C. Steinweg haben in diesem Jahr das Gleiche erklärt.

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