Keine Busch-Biomasse aus Namibia für Hamburger Kohleausstieg

Keine Busch-Biomasse aus Namibia für Hamburger Kohleausstieg

Die rot-grünen Pläne, möglicherweise Buschholz aus den Savannen Namibias zum Kohleausstieg im Heizkraftwerk Tiefstack einzusetzen, hatten massive Protest ausgelöst. Zahlreiche Umwelt- und Entwicklungsgruppen hatten sich in einem Protestschreiben auch an den zuständigen Entwicklungshilfeminister (BMZ) gewandt. Nun legen die Initiatoren des Protestes mit weiteren Argumenten gegen einen Biomasse-Deal nach.Gegen die bundesweiten Bestrebungen, Holz als Mittel zum Kohleausstieg und vermeintlich klimaneutralen Brennstoff in der Energiewende einzusetzen, hat auch der Hamburger Energietisch eine umfassende Darstellung Kritik vorgelegt. Die sogenannte „Projektgruppe (PG) Namibia“, die eine Art Beteiligungsverfahren zur Sondierung zum Einsatz von Biomasse aus Namibia darstellen soll und vermeintlich unabhängig von der Umweltbehörde tätig ist, hat inzwischen eine „Zwischenbilanz“ vorgelegt, die mehr Fragen als Antworten liefert. Ein Einsatz von Namibia-Holz für den Kohleausstieg in Hamburg ist da schwer rauszulesen. Zuvor hatte schon der beteiligte Zukunftsrat eigentlich das NoGo klar gemacht.

ROBIN WOOD (siehe den Blog-Beitrag hier), Deutsche Umwelthilfe, Rettet den Regenwald e.V., Forum Umwelt und Entwicklung, B.A.U.M. e.V., ecodevelop, Biofuelwatch und Earthlife Namibia haben den Brief an den Minister Gerd Müller verfasst. Der Brief ist hier als PDF. Die Kritik des Hamburger Energietisches ist hier direkt als PDF online. Auch der Bürgerschaftsabgeordnete der Linksfraktion in Hamburg, Stephan Jersch, kritisiert die Pläne der Hamburger Umweltbehörde zum Einsatz von Biomasse aus Namibia zum Kohleausstieg, zuletzt mit diesem Beitrag. Im BUND Hamburg hat sich der Arbeitskreis Energie in dieser Weise gegen den Deal geäußert.

Zum Zwischenbericht der PG Namibia geht es hier. Hier ist der Text als PDF direkt. Inzwischen wird von der Projektgruppe mitgeteilt, dass nicht wie ehemals geplant im Sommer ein Abschluss vorliegen soll, sondern die Umweltbehörde den Prüfprozess bis zum Jahresende verlängert, weil die „Komplexität des Themas und der noch zu klärenden grundsätzlichen Fragen“ das erfordert.

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Dirk Seifert

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