In einem Statusbericht zur weiteren Intensivierung der Kernfusionsforschung hat die Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS) im Auftrag des Bundesforschungsministeriums gemeinsam mit weiteren Wissenschaftseinrichtungen einen Zwischenbericht vorgelegt, mit dem auch ermittelt werden soll, welche rechtlichen Grundlagen für diese von der Bundesregierung angetrebte Technik erfordert. Bei der Kernfusion geht es u.a. auch um den erforderlichen Brennstoff, der auch für Atomwaffen von größter Bedeutung ist. Tritium. Es geht nur um ein paar Kilogramm, aber die sind viel teurer als Gold. Tritium ist noch viel viel viel seltener als Uran und noch viel viel komplizierter herzustellen. Und nach nur 12 Jahre ist es aufgrund der Halbwertzeit quasi fast weg. Aber es gibt welche, die darauf Zukunft aufbauen wollen – und es als Sprengkraftverstärker in Atomwaffen einbauen.
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Die GRS hat diesen Bericht vor wenigen Wochen veröffentlich Pilotprojekt Regulatorik für Fusionsanlagen (ReFus) Statusbericht – Stand Juni 2026
Entwurf zur Kommentierung – („Draft for Comment“) (Siehe auch hier direkt als PDF.) und umweltFAIRaendern hatte bereits hier berichtet.
Im Folgenden dokumentiert umweltFAIRaendern aus dem Statusbericht aus dem Kapitale 5.1.2. ab Seite 51 die Ausführungen zum zivilen Inventar von Tritum.
„5.1.2 Tritium
Tritium ist instabil und zerfällt mit einer Halbwertszeit von 12,32 Jahren in einem Betazerfall unter Emission eines Elektrons:

(5.4)
In Fusionskraftwerken wird Tritium im laufenden Betrieb erbrütet werden müssen, da sonstige Quellen an Tritium nicht ausreichen werden, um den Bedarf von Fusionskraftwerken zu decken /PEA 18/. Aus der Effizienz des Brennstoffkreislaufs, insbesondere der Brutrate, der mittleren Dauer zwischen Erbrüten und Verbrauch von Tritium und anderen Parametern der Brennstoffkreislaufs, wird sich das Tritiuminventar von Fusionskraftwerken ergeben /ABD 20/. Da es momentan noch keinen experimentellen Nachweis für diese Effizienz gibt, können aktuell nur grobe Schätzungen des Tritiuminventars vorgenommen werden.52
Im zivilen Bereich gibt es nur sehr wenige Anlagen, die ein Inventar an Tritium besitzen, das eine Größenordnung erreicht, wie sie bei Fusionskraftwerken zu erwarten ist. Die einzigen zivilen Anlagen, die Tritium in relevantem Umfang produzieren, sind Schwerwasserreaktoren des CANDU Typs.
In Deutschland besitzt das Tritiumlabor Karlsruhe eine Lizenz für den Umgang mit bis zu 40 g /WEL 15/ Tritium und ein aktuelles Inventar von ca. 30 g /KIT 26/. Bis zum Jahr 2024 betrug der kumulative Tritiumdurchsatz 31,5 kg /KIT 26/.
Im UK wurden am JET mehrere Versuchskampagnen mit Tritium als Plasmabestandteil durchgeführt. Dieses Tritium wurde im JET Active Gas Handling System gespeichert, bereitgestellt und zurückgewonnen /GEO 24/. Das maximale Inventar betrug dabei 69 g /FEL 25/ bei einem kumulierten Durchsatz von über 1 kg Tritium /GEO 24/.
ITER hat einen Genehmigungsgrenzwert für das maximale Inventar von 4 kg Tritium, siehe Kap. 4.3.
In der Forschungsdemonstrationsanlage SPARC von CFS in den USA soll das Tritiuminventar 10 g betragen /FUSE 25/. Für das erste Demonstrationskraftwerk ARC hat CFS keinen Wert für das Tritiuminventar veröffentlicht, erwartet aber ein niedrigeres Inventar als z. B. den Genehmigungsgrenzwert von ITER /CFS 22/.
Das Tritiuminventar eines Fusionskraftwerks umfasst das in Blanket, Brennstoffkreislauf, Tritium-Extraktionssystemen, Strukturmaterialien und Speichern enthaltene Tritium.
Während ältere Studien für das gesamte Anlageninventar Werte von mehr als 5 kg abschätzten /WON 14/, zeigt eine neuere Analyse von EU DEMO, dass durch eine direkte interne Schleife und verbesserte Tritium-Extraktion das operative Inventar des Brennstoffkreislaufs auf weniger als 2 kg reduziert werden kann /SCH 22/.
Eine Strahlenexposition durch Tritium hängt stark von der chemisch-physikalischen Form ab, in der das Tritium vorliegt. Tritium ist sowohl für den betrieblichen Strahlenschutz als auch bei Stör- und Unfällen relevant. Weiterhin sind tritiierte Stoffe für den Anfall von radioaktiven Reststoffen und potentielle radioaktive Abfälle relevant. Schließlich spielt Tritium eine Rolle im Bereich der nuklearen Nichtverbreitung (siehe Abschnitt 5.6.25)“
Die genannten Quellenhinweise bitte der verlinkten PDF-Datei entnehmen.
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